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4 - Sehr gut
Manchmal sagt Schweigen mehr als tausend Worte. Erwähnenswert ist zum Beispiel die Szene in der Gurkenfabrik. Chinaskis Boss lädt einen Schriftsteller ein, weil er weiß, dass C. ebenfalls schreibt und arrangiert so ein Treffen in seinem Büro. Der feiste, sauber gescheitelte und nüchtern angezogene Autor und C. haben sich allerdings so wenig zu sagen und so wenig gemein, dass der Film eine Minute des Schweigens unerbittlich durchhält, die einem die Peinlichkeit dieser Situation heftig unter die Nase reibt, bis C's "Würden Sie mich bitte entschuldigen.." alle Anwesenden auf der Leinwand wie im Kino erlöst.
Später herrscht eine ähnliche Stille zwischen ihm und seinem Vater, die allerdings auf Feindseligkeit statt auf Desinteresse fußt. Dementsprechend beendet er sie auch, indem er seinem Vater mit der protestantischen Arbeitsmoral eröffnet, er wolle sich jetzt erstmal besaufen und brauche dann einen ordentlichen Fick. Bukowski eben.
Hier liegt leider auch eine Schwäche des Films. In Episoden erzählt stellt er zwar ein genügend präzises und ausgeführtes Bild Cs her. Ein nihilistisches Leben der Stagnation, Sinnentleertheit und dem Verlangen, darüber zu schreiben. Kaputter Asphalt und heruntergekommene Wohnungen und Menschen zeigen Amerika von der Schattenseite. Aber leider nicht so schonungslos wie die literarische Vorlage. Szenen wie im "Uncle Sams Hotal", in der sich Bukowskis alter ego mit seiner Freundin, einer Hure, und ihrer ebenfalls im Gewerbe tätigen Freundin mit billigstem Portwein betrinkt und sich danach mit beiden vergnügt, während sie sich im komatösen Zustand befinden. Der Tabubruch Bukowskis bleibt im Film zu "brav" und "keusch". Das soll jetzt kein Pladoyer für ausufernde Sexszenen sein (eine kurze gibt es ja auch), allerdings hätten ein, zwei Akte tristen, animalischen und lieblosen Treibens dem Umreißen Chinaskis Person sicher nicht geschadet.
Hinzugefügt am 03.01.2006 um 00:02 Uhr
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