Dmitrij Panov
1 follower |
Seine 99 Kritiken ansehen
|
4 - Sehr gut
Optisch und inszenatorisch ist "Metropolis" auch heute noch beeindruckend. Gewaltige Massenszenen, die Bilder der Stadt, die expressionistische Spielweise der Darsteller bewirken eine zuweilen sehr düstere Atmosphäre: Die Arbeiter verschmelzen in ihren Bewegungen mit den Maschinen, während sich die reichen Söhne der Stadt in prunkvollen Clubs vergnügen. Die Bilder sind von einer epischen Größe, die für viele nachfolgende Sci-Fi-Filme stilbildend war - die sterile Optik findet man bis heute in Genreproduktionen wieder, der Maschinen-Mensch heißt jetzt "Roboter" oder "Cyborg" und ist wichtiger Bestandteil von Zukunftsvisionen. Die Geburt des Science-Fiction-Films ist Bildgewalt pur, "Metropolis´" finanziell schnelles Ende bedeutete den Anfang eines ganzen Genres, den Auslöser von Blicken in die Zukunft. Blicken auf riesige Städte, künstliche Menschen und und und.
Die Story ist sicherlich weniger revolutionär - die Liebesgeschichte ist recht simpel und die Aussage man Schluss ist viel zu naiv, um wirklich zünden zu können. Ob ein Herz wirklich reicht, um den Konflikt zwischen den Herrschenden und den Arbeitern zu besänftigen, ist fraglich - dennoch ist die dystopische Zukunftsvision bis dahin wegweisend. Lang setzte hier inszenatorische und ästhetische Maßstäbe - dass er dabei die Geschichte etwas vernachlässigte, ist angesichts der formalen Perfektion seines Werkes, gerade für die Zeit, zu verschmerzen. Ein kraftvolles, visionäres Stück Filmgeschichte, welches am Ende recht fade schmeckt, aber dessen Wirkung für die Entwicklung des Science-Fiction-Genres unbestritten ist. Dem epischen Perfektionismus Langs´ haben wir schließlich indirekt weitere Meisterwerke wie "Blade Runner" oder "Brazil" zu verdanken - und dafür gebührt dem Film der Titel "Klassiker".
Hinzugefügt am 13.02.2010 um 16:06 Uhr
Verstoß melden