Flibbo
0 follower |
Seine 64 Kritiken ansehen
|
4 - Sehr gut
„Pulp Fiction“ als Drama. So oder so ähnlich lässt sich dieses grandiose Erstlingswerk beschreiben. Doch so einfach ist es dann doch nicht.
Regisseur Alejandro González Iñárritu setzt Handkameras gekonnt ein, nicht so nervig wie einige Nachahmer. Der realitätsnahe Stil überzeugt und man findet sich in einer ganz eigenen Atmosphäre wieder. Einen wichtigen Beitrag dazu leistet auch die gut gewählte Musik.
Die verschiedenen Handlungsstränge sind nicht ganz so kompliziert verschachtelt wie in „21 Gramm“, die Schauplätze beschränken sich auf Mexico City, nicht auf Länder in der ganzen Welt wie in „Babel“. „Amores Perros“ ist Iñárritus übersichtlichster und bodenständigster Film. Er ist auch sein Debut, noch verhältnismäßig verhalten inszeniert.
Nichtsdestotrotz sind die drei Episoden rund um einen üblen Autounfall clever miteinander verknüpft und überschnitten, und die eher unbekannten Schauspieler liefern eindringliche Leistungen. Besonders die Szenen mit den Hunden gehen an die Nieren. Kein Hund wurde verletzt, wie es im Abspann heißt, daher geht ein besonderes Lob an die tierischen Darsteller und ihre Trainer. Überhaupt ist die Idee, die sich hinter dem Filmtitel verbirgt, sehr erfrischend und interessant. „Hundeliebe“, oder auch „dreckige Liebe“; die Beziehung zwischen Mensch und Vierbeiner dominiert jede der drei Episoden, welche immer durch einen Schicksalsschlag beendet wird.
In Sachen Intensität konnte sich Iñárritu in seinen Nachfolgewerken sogar noch steigern, doch „Amores Perros“ ist und bleibt ein rundum gelungenes Drama.
Hinzugefügt am 21.12.2008 um 23:10 Uhr
Verstoß melden