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Seine 1 Kritik ansehen
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4.5 - Großartig
Shooting Dogs war eine Überraschung, vor allem nach der Rezession hier. Ich hatte dann wirklich mit „Hotel-Ruanda-light“ gerechnet, aber es kam anders.
Unter den vielen Filmen, die Afrika thematisieren, sticht dieser besonders hervor, weil er unglaublich real ist. Mag der Anfang ruhig sein, nicht mit Brutalitäten auftrumpfen, so beklemmt die Stimmung, da man weis was da kommen wird. Auch mich stört der Rahmen, eine katholische Mission, nicht (und ich bin bei diesem Thema empfindlich). Er bleibt einzig und allein Rahmen, aus der christlichen Komponente ergeben sich keine Moralpredigten oder eine verlogene Färbung des Geschehens. Nachdem sich die Lage zugespitzt hat, macht der Film nahezu alles richtig. Es gibt keinen Pathos, es gibt keinen Helden der obsiegen wird. Was das Bild dominiert ist menschliches Scheitern. Ich kann nicht nachvollziehen, dem Film eine Intensität abzusprechen. Auf in Zeitlupe rotierende Körperteile kann ich gut verzichten. Viel tiefer geht das Wissen um das nicht gezeigte. Ich kann nicht die Augen schließen um nicht sehen zu müssen, das Geschehen sitzt bereits im Kopf. Es ist wohl unmöglich ein solch grausames Geschehen auch nur in irgendeiner Form angemessen wieder zu geben, aber als Zuschauer bei diesem Film bekommt man eine leise Ahnung von Verzweiflung, Ausweglosigkeit und dem puren Horror. Die Charaktere handeln so nachvollziehbar und sind so ohnmächtig. Zynisch wendete die Welt ihren Blick ab und ich als Zuschauer starre auf den Bildschirm, mit einem Bruchstück der ganzen Katastrophe konfrontiert, wissend wie vielen Menschen es auch heute ähnlich geht (Sudan, Dafur, Irak…). Sieht man dann, nachdem Totenstille eingekehrt ist, wie sich die Politiker der Welt über Wörter streiten (ist es ein Genozid), merkt man erst, wie widerwärtig und unmenschlich das ist.
Das handwerkliche des Films ist in Ordnung. Keine besonderen Bilder oder Techniken. Das ist allerdings auch irrelevant, hier zählt die Geschichte und diese wirkt.
„When evil is unleashed, the man who does the most will always feel the worst, just as the man who feels the worst often stands the best chance of doing the most. Samantha Power (aus dem Vorwort zu “Romeo Dallaire – Shake hands with the devil, das Buch des ehemaligen UN Kommandeurs in Ruanda)
Sehenswert!
Hinzugefügt am 10.04.2007 um 16:24 Uhr
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