Import Export
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      2 - Nicht gut

    Die Stärke des Films: Beim Betrachter stellt sich Beklemmung ein. Und ein starker Impuls á la "Gott, geht´s mir (vergleichsweise) gut!" Und dann auch gleich noch ein zweiter Impuls: "Gott, werde ich im Alter auch so dahinvegetieren? Das ist also unser Ende?". Das ist schon krass, wie wir hier ohne Umschweife in dieser dokumentarischen Weise in tiefste Niederungen (heruntergekommener osteuropäischer Plattenbausiedlungen und geriatrischer Stationen) hinabgezogen werden. Das ist kein Film, der uns etwas erzählen, schon gleich gar nicht unterhalten will. Hier kommt man ins Grübeln. Die Schwächen des Films: für das, was er will, nimmt er sich dann doch zuviel Zeit. Ich habe nichts gegen lange Filme, wenn ich das Vergehen der Zeit nicht merke. Hier ertappte ich mich dann aber schon des öfteren beim Blick auf die Uhr. Und die gelegentlichen komischen Momente - in all der Tragödie sicher gut, dass es sie gab - fand ich auch eher misraten, spielten sie sich doch zu oft auf dem Rücken von handelnden Personen ab. Mein Eindruck ist also eher zwiespältig.

    Hinzugefügt am 25.10.2007 um 22:08 Uhr
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      4 - Sehr gut

    Der Film ist ein drastisches Protokoll randständiger Existenzen, das zu versöhnlichen Gefühlen beim ängstlichen Mittelstandsbürger nicht gerade einlädt. Versöhnliches mag sich dennoch in der einen oder anderen Figur verstecken. So bei Olga (Ekateryna Rak). Objektiv gesehen besitzt sie gegenüber anderen Randexistenzen keinen besonders privilegierten Zugang zur sozialen Realität, es sei denn durch sich selbst, gehalten, sich einen solchen mit viel Kraft abzuringen. Es gelingt ihr immer wieder, ihrer schmutzigen Welt etwas abzugewinnen, um sie tatsächlich als eine von Wert zu durchleben. Ohne sich im klischeeträchtigen Voyeurismus zu verlieren, zeichnet der Film kompromisslos eine Gesellschaft ohne zukunftverheißendes Vernunftzentrum, zirkelschlüssig so in der Art: ach wäre die Welt doch anders, könnten die Menschen es ebenfalls sein: das Gute, sprich: Vernünftige, aus sich heraus gebären, um damit wiederum die Welt zu beschwängern und alles wäre gut. Wesentlich sind dem gegenüber vernunftwidrige Fluchtpunkte der Verheißung selbst dort, wo man sie am allerwenigsten vermutet.

    Hinzugefügt am 26.08.2007 um 11:28 Uhr
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