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Seine 1 Kritik ansehen
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4.5 - Großartig
Wer auf die Karriere eines Schauspielers zurückblickt assoziiert ihn oft mit einer einzigen Rolle, auch wenn er viele Charaktere dargestellt hat. Bei Vin Diesel dürfte das immer Riddick sein, bei Mel Gibson Mad Max - und bei Kurt Russell ohne Zweifel Snake Plissken, Held wider Willen, Zyniker, Verbrecher und Überlebender in einem apokalyptischen Manhattan. Dabei ist der Film schon beinahe ein Stück Filmgeschichte, anhand derer man seinen Kindern erklären kann, wie Computergrafik früher funktionierte - wenn Snake im Segelflugzeug über Manhattan fliegt und ihm die Umrisse der Hochäuser auf einem winzigen Bildschirm als grüne Linien dargestellt werden - guckt mal, Kinder, genau so sagen früher Computerspiele aus!
Was diesen Film auszeichnet und von so vielen Filmen mit ähnlicher Themathik abhebt, ist einerseits die Athmosphäre - sie ist so dicht, dass man meint, den Müll auf den Strassen riechen zu können und die Schreckmomente treffen den Zuschauer fast immer unvorbereitet. Wichtiger noch ist aber die Glaubwürdigkeit des Films, der einzelnen Charactere (Glanzleistung : Ernest Borgnine als Cabbie, der Taxifahrer!) bis hin zu den Nebenrollen, Lee van Cleef zeigt als Sicherheitschef einmal mehr sein unverwechselbares, markantes Gesicht und kompromisslose Härte, als er Snake zwingt, seinen Auftrag - die Rettung des Präsidenten - anzunehmen. Carpenter schafft es, diese Paralel - Gesellschaft aus Schwerverbrechern, die sich völlig sich selber überlassen, Manhattan unsicher machen, sehr glaubwürdig rüberzubringen - dazu gehört z.B. die Szene im Theater, in der wir das erste Mal auf Cabbie treffen, ebenso, wie der Schaukampf, den der Duke veranstaltet, um Snake vor den Augen seiner Anhänger töten zu lassen. Es erscheint äusserst logisch, dass der Duke durch sein Charisma und durch Gewalt dieses Gefängnis mehr oder minder beherrscht und dass er der einzige ist, der in der Lage ist, zu erkennen, was die Ankunft Snakes bedeutet. Ebenso eine Glanzleistung zeigt Donald Pleasance als Präsident, dessen Ausbruch am Ende des Films - "Du willst der Duke sein??Der Duke von New York??" - für jeden, der mit ihm mitgelitten hat, sehr nachvollziehbar ist. Es sind solche emotionalen Momente - wie auch der Tod Cabbies - die den Film zu etwas Besonderem machen und ihn weit herausheben aus der Masse schlechtgemachter Endzeitfilme, die nach dem Erfolg von Mad Max die Kinos stürmten und alle sang und klanglos untergingen. Die Klapperschlange ist zu Recht heute noch ein Stück Filmgeschichte und mehr als sehenswert - leider ganz im Gegensatz zur Fortsetzung "Flucht aus LA" , dem solche emotionalen Momente völlig fehlen und der dadurch seelenlose, austauschbare Massenware geworden ist. Schade, dass das Potenzial, welches in Plisskens Rolle steckt, in der Fortsetzung derart verschenkt wurde.
Hinzugefügt am 26.02.2009 um 19:16 Uhr
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