tobe78
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5 - Spitzenklasse
"I have a competition in me. I want no one else to succeed. I hate most people."
Zur Zeit der Jahrhundertwende in Kalifornien befindet sich der Ingenieur Daniel Plainview (Daniel Day-Lewis) auf der Suche Gold oder Erz.
Gleich zu Beginn adoptiert er den Sohn eines verunglückten Kollegen, der ebenfalls mit ihm auf der Suche nach Öl ist. Und als Plainview wider erwarten Öl findet, wendet er sich konsequenterweise dem Ölgeschäft zu. Nach und nach wird ein fähiger Geschäftsmann und Kapitalist aus ihm. Er gründet eine kleine Firma, die über Nacht floriert und sich im nachinein zu einem erfolgreichen Unternehmen auswächst. Der Protagonist Fletcher (Ciarán Hinds) wird zu seiner rechten Hand.
Es kommt wie es kommen muß: Ein Farmersjunge der Sunday Familie berichtet ihm von einer Ölquelle, die sich unter der Erde des Grundbesitzes der Eltern befinden soll. Zu diesem Zweck reist Plainview an den Ort der Quelle, kauft Grundstück um Grundstück zu den günstigsten Preisen auf und beginnt mit sogleich mit den Öl-Bohrungen. Als hartnäckigster Gegner von Plainview erweist sich im nachhinein der zweite Sohn der Familie Sunday, der fanatische Prediger Eli Sunday (Paul Dano). Dieser versucht nach und nach auch etwas Kapital für sich aus den Geschäften Plainviews zu schlagen, und erweist als ebenso unerbittlich wie Plainview. Es entsteht ein bitterer Kampf, der erstmal in einer erstmal klassig montierten Sequenz gipfelt, in der Sunday den Kürzeren zieht.
Nachdem Plainview der Gemeinde, der Sunday angehört, einige Zugeständnisse in Bezug auf den Aufbau der Infrastruktur macht und auf noch mehr Öl stößt, geschieht ein folgendenschweres Unglück. Adoptivsohn H.W. (Dillon Freasier) wird von der ausgelösten Explosion durch die Luft geschleudert, sein Trommelfell platzt, und er bleibt für immer taub. Plainview im Gegenzug erliegt gleich der Faszination des schwarzen Goldes und der Gier nach Reichtum, die dieses mitsichbringt. Die persönliche Katastrophe ist vorprogrammiert und unausweichlich.
Seinen fortan behinderten Adoptivsohn schiebt er rücksichts- und kompromisslos in eine Gehörlosenschule ab und die Störfeuer aus der Gemeinde vermehren sich immer weiter zwecks des Abbaus des Öls. Plainview hat keine andere Wahl als sich den Fundamentalisten des Glaubens in einer erniedrigenden Geste zu unterwerfen, um diese zu besänftigen. Plainview unterwirft sich also dem Glauben und wird von Sunday erniedrigt. Plainview wird fortan noch skrupelloser. Im späteren Verlaufe der Handlung erscheint dessen Bruders Henry (Kevin J. O'Connor), Plainview ist diesem zuerst wohlgesonnen, nimmt diesen auf, aber dieser erweist sich als Betrüger. Plainview erliegt aus diesem Grunde der eigenen brutalen Gewalt und wirft den zweitletzten Funken Menschlichkeit und Moral über Bord. Kontrastiert wird das mit dem größten Geschäftserfolg Plainviews , als er eine Pipeline ans Meer verlegen läßt und so die Konkurrenz in Form von Mobiloil aussticht. Sein weiterer Aufstieg zum steinreichen Ölmagnaten ist damit nicht mehr aufzuhalten, die menschliche Abwärtsspirale aber auch nicht mehr.
Es folgt ein Schnitt: Einige Jahre später erhält Plainview als schmieriges, versoffenes, zynisches und egomanisches Subjekt in seiner luxuriösen Villa überraschend Besuch: sein mittlerweile erwachsener Adoptiv-Sohn möchte sich mit ihm aussöhnen und ein Gespräch mit ihm führen. Plainview reagiert darauf sarkastisch, zynisch, ausfallend und abweisend. (Scharfzüngige Dialoge sind hierbei an der Tagesordnung, die sich ins Gedächtnis des Betrachters brennen). Sein Adoptivsohn nimmt auf Grund der Zurückweisung sein Schicksal in die eigene Hand.
Und am nächsten Tag folgt eine absolute Tragödie: der aufgelöste Prediger Eli Sunday steht als Hilfesuchender für seine Gemeinde vor Plainviews Tür. In einem beispiellosen Disput und einer harten Auseinandersetzung erschlägt Plainview Sunday, da dieser ihm einen mentalen Spiegel vor das Gesicht hält. Die Menschlichkeit geht Plainview in letzter Konsequenz endgültig verloren.
Im Grunde genommen basiert "There will be blood" auf der Vorlage des Upton Sinclair-Romans "Öl". Paul Thomas Anderson zeichnete in erster Linie ein absolut brillantes Psychogramm und eine bemerkenswerte Charakterstudie / Parabel eines gestörten / auf ein gestörtetes / Individuum(s) (oder auch mehrerer Individuen?), welches aufgrund eines Phänomens, also des ausufernden Kapitalismus, der Faszination, die durch Öl, Geld, Macht und Reichtum ausgeübt wird, seinen letzten Funken Seele verliert. Im Hinblick auf den zeitlichen Kontext.
Man kann die zerstörerische Kraft von zuviel Kapital und der Wirkung, die dieses auf die menschliche Psyche hat, meistens schwer in Worte fassen. Dieses Phänomen ist aber immer gegenwärtig, es existiert nicht nur in der Vergangenheit, sondern ist auch Bestandteil unserer modernen Gesellschaft und wird auch in Zukunft nicht aufhören zu existieren.
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Hinzugefügt am 31.03.2011 um 15:31 Uhr
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