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...you`ll get it! Nicht von ungefähr heisst diese Familie Savage. Brutal, kalt, nur auf das eigene Ich bedacht impliziert dieses englische Wort. Und genauso mitleidlos bebildert dieser kluge Independentfilm den Zustand dieser Familienmitglieder: Bruder, Schwester, Vater - die sich nach Jahren der Entfremdung durch die Krankheit des Vaters gezwungen sind wieder einander anzunähern. Widerwillig - weil man dies ja halt so zu tun hat - müssen sich die Kinder mit den zunehmenden geistigen Aussetzern des Vaters arrangieren. Und dabei tragen beide so nach und nach ihre Schutzmauern die sich in all den Jahren um sich errichtet haben ab. Philip Seymour Hoffmann als Jon, ein Philosophieprofessor dessen Arbeit an einem Buch über Bertolt Brecht mittlerweile dazu geführt hat, daß er genauso durchdringend rational geworden ist, wie sein Vorbild. Und der emotionalen Situationen eher unbeholfen gegenübersteht. Seine Schwester Wendy, deren schriftstellerische Begabung ihrer Emotionalität ein wahrer Klotz am Bein ist - auch sie wird mit der Zeit erfahren, daß ein Mischung aus beiden Extremen allemal gesünder für das eigene Wohlbefinden sein kann. Von dem sonnendurchtränkten Arizona zu Beginn in dem ein artgerechtes Suburbia für Rentner genau so kalt, funktional und steril wirken kann wie ein Altenheim in New York in dem sich zwei Menschen aus Platzgründen ein Zimmer teilen müssen (und nur ein Trennvorhang einen Anflug von Privatsphäre vermittelt) gibt sich dieser Film keine Blösse: er zeigt mitleidlos und vorurteilslos eine Gesellschaft, die bei der Fixierung auf sich selbst den nächsten Angehörigen gerne übersieht. Bis es fast zu spät ist..... ...und in einer der fürchtelichsten Szenen reagiert der Vater (ein ebenfalls komplett uneitel aufspielender Philip Bosco) genauso wie der Ehemann von Kathy Bates in der finalen Szene von "Zeiten des Aufruhrs". Und mit diesem Brückenschlag empfiehlt sich mal wieder ein wundervolles - wenn auch mit Sicherheit nicht leicht verdauliches - Double Feature aus diesen beiden Filmen. Wer hat denn behauptet, daß intellektuelle Filme NICHT weh tun können??? (PS: Den einen Punkt Abzug auf die Höchstwertung gibt es für die Frechheit des Komponisten tatsächlich das Hauptthema von GHOST WORLD komplett geklaut zu haben. Sowas geht leider gar nicht!)
Hinzugefügt am 27.03.2009 um 13:33 Uhr Verstoß melden
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