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4.5 - Großartig
Mit „The Untouchables“ ist Brian De Palma ein äußerst unterhaltsamer Gangster-Film gelungen, der aufgrund kleiner Schwächen nicht ganz mit Meisterwerken wie „Der Pate“ oder „Goodfellas“ mithalten kann.
Die Geschichte rund um die Verhaftung Al Capones ist insgesamt sehr gut umgesetzt worden. Der Film ist zu jeder Zeit spannend und bietet einige überraschende Wendungen, auch wenn diese das ein oder andere Mal etwas vorhersehbar sind. Allerdings besitzt der Film kleine Schwächen bei den Charakteren. So wandelt sich der Charakter des Elliot Ness etwas zu schnell vom Good Guy, der sich immer an die Gesetzte hält, zu einem Mann, der alles tut, um Al Capone ins Gefängnis zu bringen. Seine Motivation für diese Wandlung liefert der Film zwar, geht aber nur relativ wenig darauf ein. Kevin Costner schafft es allerdings diesen kleinen Schnitzer weitestgehend auszugleichen. Seine Darstellung ist absolut großartig. Zu jeder Zeit gibt er seinem Charakter genug Glaubwürdigkeit und sympathische Ausstrahlung, damit der Zuschauer mit ihm mitfiebert. Besonders zu Beginn schafft er es deutlich zu machen, wie unsicher und gleichzeitig auch ehrgeizig Ness ist. Doch auch der restliche Cast macht seinen Job mehr als gut. Andy Garcia hat trotz einer relativ kleinen Rolle eine unglaubliche Präsenz. Selbst neben Sean Connery und Kevin Costner schafft er es, sich die Aufmerksamkeit des Zuschauers zu verschaffen. Sean Connerys allerdings enttäuscht ein wenig. Er schafft es zwar, dem griesgrämigen Malone eine Sympathische Seite zu verschaffen, doch hat man die ganze Zeit das Gefühl mehr Sean Connery als Jim Malone zu sehen, da er die Rolle ähnlich auslegt, wie seine Rollen in „Die Wiege der Sonne“ oder „Der Name der Rose“. Robert De Niro macht seinen Job wie immer sehr gut, hat aber durch seine wenigen Szenen kaum Zeit wirklich hervorzustechen. Die restlichen Darsteller machen ihren Job allesamt gut, ohne besonders aufzufallen.
Ein weiterer großer Pluspunkt des Films ist die Inszenierung. De Palma lässt sich immer genug Zeit alles genau zu betrachten. Er verliert sich nie im Schnitt-Gewitter und seine Kameraperspektiven strahlen immer eine gewisse Ruhe aus. Der Film wirkt nie zu schnell oder hektisch. Besonders hervorzuheben ist auch die Schießerei am Bahnhof. Der Dumpfe Sound verstärkt hier die in Zeitlupe dargestellten Bilder und lässt eine unheimliche Spannung entstehen. Auch die Kameraperspektiven aus der Sicht einzelner Charaktere sind immer passend eingesetzt. Besonders die lange Kamerafahrt beim Einbruch in das Haus von Jim Malone ist genial. Abgesehen davon sind auch die Kulissen des Films eine Augenweide. Sie wirken zu jeder Zeit authentisch und man fragt sich immer wieder, wo die Macher des Films das alles herbekommen haben.
Unterm Strich ist „The Untouchables“ ein mehr als gelungener Gangster-Film, der sich leider ein bisschen zu wenig Zeit für die Entwicklung seiner Figuren nimmt.
Hinzugefügt am 23.01.2009 um 14:17 Uhr
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