Telefonmann
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3.5 - Gut
Momentan überrumpeln uns die Franzosen ja gerade zu mit harten Splatterfilmen. Mit "High Tension" ging das, für mich zumindest, los, und der Film hat mir damals nicht gefallen. Deshalb habe ich mir die weiteren Horrorfilme aus dem Lande Frankreich auch nicht angesehen. Sowieso mag ich französische Filme, bis auf wenige Ausnahmen, irgendwie nicht. Trotzdem habe ich mir nun mal "Frontier(s)" angesehen, denn ich hatte viel gehört über diesen Film und das machte mich neugierig. Am Ende war ich positiv überrascht, denn "Frontier(s)" ist wirklich kein übler Film und auch recht hart.
Der Film fängt gleich im Chaos an. Am Anfang sieht das noch eher nach einem Thriller über Kleinkriminelle aus. Doch nachdem man sich in das Hotel begeben hat, beginnt der Horror recht schnell. Sowieso bekommt man als Zuschauer kaum Pausen. Alles geht Schlag auf Schlag. Großartige Story darf man nicht erwarten, aber dies ist für eine solche Art von Film auch nicht weiter wichtig. Trotzdem versucht Xavier Gens eine politische Ader mit in den Film zu bringen, was meines Erachtens nicht so ganz gelungen ist und mit der Nazifamilie irgendwie einen Tick zu absurd ist.
Was den Härtegrad betrifft, so kann man eigentlich nicht meckern. Anfangs gibt es noch nicht soviel zu sehen, doch es steigert sich stetig und das Finale ist wirklich brutal. Dass sich der Film sehr ernst nimmt und die Effekte alle recht gut geworden sind, steigert die Brutalität noch um einiges. Der Grundton ist pessimistisch und morbide. Den Verlauf der Handlung kann man erahnen.
"Frontier(s)" klaut sich aus so einigen Filmen etwas zusammen. Am größten stand natürlich "Texas Chainsaw Massacre" Pate, trotzdem kann man nicht von einer billigen Kopie sprechen. Die Inszenierung ist soweit ganz gut geworden. Einige Kamerafahrten sind sehr gelungen. Die Szene in der das weiße Kleid blutrot wird hat einige inszenatorische Stärken. Französische Filme haben meist eine besondere Atmosphäre, welche ich manchmal auch etwas seltsam finde. Das ist auch hier der Fall. Alles hat mir nicht gefallen. Die deutsche Synchronisation ist recht gelungen, dennoch klingen manche Dialoge etwas plump.
Die Darsteller können sich allesamt sehen lassen. Die meisten sind sowieso nur Kanonenfutter das irgendwann draufgehen muss. Aber die Hauptdarstellerin Karina Testa spielt wirklich verdammt gut. Ihre Darstellung des immer labiler werdenden Opfers ist perfekt. Dazu kommt, dass ihre Rolle nicht auf cool getrimmt ist. Samuel Le Bihan und Patrick Ligardes haben mir ansonsten mit am besten gefallen.
Fazit: Insgesamt ist "Frontier(s) durchaus sehenswert. Zwar gibt es keine innovative Story und das meiste hat man so auch schon mal gesehen, doch trotzdem hat dieser Film was. Gute Schauspieler und eine famose Hauptdarstellerin, viel Gewalt, eine pessimistische Atmosphäre und eine insgesamt recht gute Inszenierung entschädigen für einige Logikfehler und der vorhersehbaren Handlung. Fans des Terrorkinos sollten auf jeden Fall einen Blick wagen. Besser als erwartet!
Hinzugefügt am 02.08.2010 um 21:25 Uhr
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