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    Control
    Durchschnitts-Wertung
    3,8
    49 Wertungen - 14 Kritiken
    Verteilung von 14 Kritiken per note
    2 Kritiken
    6 Kritiken
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    14 User-Kritiken

    Fundamentalontologe
    Fundamentalontologe

    User folgen 2 Follower Lies die 29 Kritiken

    3,5
    Veröffentlicht am 25. Februar 2010
    Der Film zeigt nichts wirklich neues. Die Beweggründe, weshalb sich der Sänger umbringt sind diejenigen, weshalb sich hunderte anderer Menschen selbst suizidieren. Verzweiflung, Übertreibung, keine Frustrationstoleranz, kein Durchhaltevermögen etc. pp. Man könnte fast meinen, das dieser "sensible Künstler" nicht den Arsch in der Hose gehabt hat, um sich endlich für ein Leben und eine Frau zu entscheiden. Unweigerlich fragt sich der Zuschauer: Liebt Ian nun tatsächlich zwei Frauen? Das könnte ja auch sein und es ist sicherlich schwer damit umzugehen, aber es gibt gewiss Lösungen für dieses Problem. Und zur Not muss man sich eben entscheiden, seinen Mann stehen und aufrecht und aufrichtig mit dieser Entscheidung leben. Das sind ganz schlicht und ergreifend psychologische Entwicklungsaufgaben, an denen Ian scheitert. Karriere und Familie sind nun einmal nicht gut miteinander vereinbar und unter einen Hut zu bringen, was jedermann schon mit 20 Jahren weiss heutzutage. Erstaunlich ist, das Ian wirklich gar keine Beziehung zu seinem Kind hat. Nicht nur, das er sich nicht um es kümmert, nein, er gibt auch noch die Verantwortung ab, indem er die Löffel abgibt - und dabei stand er nicht mal unter Drogen! Wie kann man da nur so irrational entscheiden? Für jemanden, der schon Lebenserfahrung hat wirkt der Film etwas übertrieben gekünstelt und aufgesetzt. Es mag sein, das es angeblich "introvertierte" Typen (Er war nicht introvertiert, sonst hätte er sich wohl kaum so mutig auf die Bühne und in die Öffentlichkeit gewagt!) gibt, die man aber auch schlicht und ergreifend als Weicheier abstempeln kann. Einige Hinweise findet der Zuschauer auch noch im Film, weshalb es der geplagten Seele Ian so schlecht geht und er an Depressionen leidet, obwohl er ein Star ist und gute Freunde in der Band haben könnte oder hatte, was im Film nicht so heraus gestellt wird: Zum einen ist da die gestörte und kaputte Beziehung zu seinen Eltern, sein Vater redet kein Wort mit ihm, als er sie nach jahrelanger Abstinenz mal wieder besuchen kommt. An einem Mangel an Anerkennung ist Ian jedenfalls nicht gestorben, die hat er ja gehabt, das was wonach sich tausende und millionen Menschen dort draußen in der Welt sehnen, das wonach wir alle streben und wofür wir diese ganze menschliche Komödie als Spektakel auf der sozialen Bühne der Welt inszenieren. Woran litt er also noch? Der dritte Faktor, neben dem ersten, das er zwei Frauen liebt und dem zweiten, das er ein vollkommen gestörtes Verhältnis zu seiner Kernfamilie hat ist der, das er unter Epilepsie leidet. Dieses Krankheitsbild ist mysteriös und es ist sicherlich sehr schwer nachvollziehbar für jemanden, der nicht darunter leidet, wie sich der Leidende fühlt und was er durchlebt. Ein vierter Grund könnte der chronische Geldmangel gewesen sein, ständig scheint er blank zu sein. Ein fünfter Grund wäre, das er niemanden richtig zum reden hatte und ein sechster, das er eben das Gefühl der Kontrollosigkeit über sein Leben hatte. Dennoch beweist sein früher Selbstmord mit 23 Jahren, das er weder Durchhaltevermögen, noch Frustrationstoleranz gelernt hat. Dieses schmerzhafte Erwachsenwerden, das müssen wir nunmal alle durchmachen und die Probleme die Ian im Film hat, haben tausende und millionen andere ebenso. Aber die kämpfen und bringen sich nicht um die Ecke, die halten durch und es zahlt sich auch meistens für sie aus. Also kann man es so sehen, das Ian eigentlich ein Versager ist, der dieses Musikerleben selbst gewählt hat und an sich selbst zu Grunde gegangen ist. Da gibt es kaum Schuld, die anderen in die Schuhe zu schieben wäre. Auch die Handlungen seiner Frau Debbie sind vollkommen nachvollziehbar und legitim. Sie macht sich bestimmt Vorwürfe, an seinem Tod Schuld zu sein, was aber laut des Filmes wirklich nicht der Fall sein kann. Ian hat den Kampf gegen und mit sich selbst verloren, den Kampf, den wir alle zu kämpfen haben...
    Inglourious Filmgeeks
    Inglourious Filmgeeks

    User folgen 3 Follower Lies die 134 Kritiken

    4,0
    Veröffentlicht am 27. Februar 2017
    [...] Es ist kein Vergnügen Control zu sehen. Aufgrund der teilnahmslosen Beobachtung lässt selbst der Zuschauer das passive Individuum alleine, dessen einzige Kontrolle es über die Kunst hatte. Dank dem beeindruckenden Sam Riley ist die entscheidende Identifikation mit dem Protagonisten erst möglich und gewährt der wertungsfreien Reflexion von Ian Curtis’/Joy Divisions Biographie die nötige Entfaltung der ohnehin schon herausragenden Bildern. Welch eine Symbolik diese Verfilmung zum Leben von Curtis darstellt, zeigt sich an dem kompetenten Umgang mit ihren Songs, deren tiefgreigende Intro-Line aus „Disorder“ passender Weise nicht von Riley selbst performt wird.
    feli1x
    feli1x

    User folgen Lies die 32 Kritiken

    4,5
    Veröffentlicht am 25. September 2011
    Das mit den Biopics is schon so ne Sache. Vorallem bei einer Person wie Ian Curtis, der Selbstmordbegangen hat , und auch sonst eine sehr tragischer Charakter war( das kann man aus den Texten klar erkennen. Also wie geht man das an? Versucht man es zu erklären? Zeichnet man sein leben einfach Detail getreu nach und überlässt den Rest dem zuschauer? Anton Gorbjin hat hier genau die richtige Lösung gefunden und beide möglichkeiten gekonnt gemixt. Einen Grund für Ians Suizid bietet der Film nicht aber wenigstens versucht er es gar nicht erst da das eine unmögliche Aufgabe gewesen wäre. Ians leben wird auf das wichtigste reduziert. Was Corbjin anstatt eines normalen Biopic macht ist etwas wie ein 90 minütiges Musikvideo. Er untermahlt die wunderschöne, düstere Musik Joy Divisions mit ebenso düsteren gleichzeitig aber poetischen und schönen Bildern. Das Ergebnis ist ein Film der Ian Curtis potraetiert ohne viel von ihm Preis zu geben sondern es schafft nur durch Bilder einen aufmerksamen Zuschauer in die Seele des Sängers blicken zu lassen wo ein Fantasie voller und noch aufmerksamerer Zuschauer den Grund für Ians Freitot erfährt. Fazit: Der Film verlangt viel von zuschauer ab. Wer also weniger auf die Offensichtliche und Klassische seite des Films schaut wird sich schnell langweilen. Alles anderen erwartet ein düsterer Trip in die Seele eines gespaltenen Individuums. So oder so kommt man garantiert, dank Gorbjin, als Joy Division Fan aus dem Kino.
    Kino:
    Anonymer User
    4,5
    Veröffentlicht am 19. März 2010
    Ian Curtis ist ohne Frage eine schwierige Persönlichkeit, deren Handeln man nicht versuchen sollte nachzuvollziehen. Denn das ist es nicht. Ian gibt sich zu großen Teilen völlig irrational, was ja genau die Faszination und Einzigartigkeit an dieser Person ausmacht. Sicher kann man es sich einfach machen und ihn als Schwächling, Weichei oder Versager hinstellen, da er Selbstmord begeht. Das wird einem tiefergehenden Blick auf einen Menschen aber nicht gerecht. So sind es doch seltsamer Weise oft die großen Künstler, die Probleme mit ihrem Leben haben, früh sterben oder den Freitod wählen. Das liegt sicherlich daran, dass viel Kreativität aus viel Genialität entsteht. Und Genialität liegt bekanntlich nah am Wahnsinn. Ein solcher Mensch empfindet alles viel intensiver, als ein größtenteils rational denkender Mensch. Sein Innenleben ist deutlich sensibler gestrickt. Nur so kann es zu den oftmals großen Kunstwerken kommen, in denen sich intensive Gefühle spiegeln. Diese Übersensibilität führt oftmals eben zu manischen Depressionen an denen so viele besondere Menschen, besondere Künstler schon zugrunde gegangen sind. Faszinierend sind diese Menschen dennoch. Gerade da sie nicht gelernt haben, abgeklärter mit ihren Gefühlen umgehen zu können, sondern sich ganz dem Sturm und Drang hingeben oder vielleicht hingeben müssen. So ist das zusammenwirken von Genie und Wahnsinn in einem Menschen immer zutiefst berührend. Und genau das zeigt der Film in einigen Szenen eindrucksvoll. Es sind im Film oft die subtilen Mimiken und Gesten, die eine schwankende, leidende Seele deutlich machen, eben unter der Oberfläche der eigentlichen Handlung. Atmosphärisch beeindruckt der Film, bildet oftmals eine grandiose Symbiose zwischen der Optik, der Musik und der Gefühlswelt. Ob es dabei genau die Zeit der 70er widerspiegelt oder nicht, der Film berührt letztlich tief und das ist das größte was ein Film leisten kann.
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