ThomasEdgar
0 follower |
Seine 34 Kritiken ansehen
|
4 - Sehr gut
Eigentlich ist dieser Film keine richtige Biographie Hildegard Knefs. Er ist eher eine gelungene Darstellung von Heike Makatsch nach dem Motto: Heike trifft Hilde. Das macht sie sehr gut, sogar der Gesang ist autentisch.
Der Film endet frühzeitig mit dem Karrierestart als Sängerin. Er stellt die Identitätsfindung einer Frau, einer Künstlerin, glaubwürdig dar. Endlich findet sie zu ihrer Bestimmung, zur
Sängerin Hildegard Knef. Dies mag nur ein Aspekt der Knef gewesen sein, stellt aber meines Erachtens eine gelungene Reduktion dar.
Auch die ausführliche Schilderung der Kriegsjugend Hildegard Knefs wirkt auf mich sehr informativ. Als sie dann später im Licht stand, haben sie ja alle im Wohlstand gesehen, aber wer denkt schon an das Dunkel der Kriegsvergangenheit?
Der Film ist in sinnvoller Beschränkung auf frühe Lebensabschnitte ein plastisches Zeitzeugnis, das über zwei Stunden gekonnt zu unterhalten versteht. Er dokumentiert zum Teil das Lebensgefühl der Kriegs- bzw. Nachkriegsgeneration, veranschaulicht u.a. die Entnazifizierung oder spricht moralischen Wandel an, nicht nur durch die Sünderin, sondern auch durch Hildes Lebensweise. Eine Ehe ist kein Bund fürs ganze Leben mehr. Solche Dokumente stoßen Gedanken an, was für den Film spricht. Kurzum: gelungen und empfehlenswert.
Hinzugefügt am 23.04.2009 um 14:41 Uhr
Verstoß melden