Hackler
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2 - Nicht gut
„Unthinkable“ repräsentiert leider genau jenen – zumindes vordergründigen Mainstream- – Zeitgeist, für den der Staat USA während der letzten Dekade weltweit Verachtung erfährt. Und es darf angenommen werden, daß sich die Macher dieses Films dessen nicht einmal bewußt sind. Vordergründig tut der Film so, als ob er Verantwortung, sowie die Menschlichkeit an sich zum Thema hat. Noch das erste Drittel des Filmes will man glauben, daß die Hauptprotagonistin – eine lokale FBI-Chefin –, die mit den Methoden der Militärs der CIA und privater Zulieferer im Kriegsgeschäft konfrontiert wird, tatsächlich die Foltermethoden nachhaltig in Frage stellen möchte, welche angewendet werden, um einen Mann, der DAS „Terrorismus-Szenario“ selbsthin verschuldet hat – versteckte Atombomben in US-Metropolen –, zu entlocken wo sich die Sprengsätze befinden.
Die Anfängliche Berufung auf die Genfer Konvention, die US-Verfassung und (Selbst-)Zweifel, schwinden dann aber allzu flott, um in einem klassischen Guter-Cop, Böser-Cop Spielchen der Bundespolizistin und des Folterknechtes zu enden. Gespickt mit Platitüden wie „ Yusuf dem Bombenbauer“ und der Liebe zum Land – den USA.
Dargestellt wird das Alles mit immer härteren, aber unwirklichen Bildern. Waterboarding ist nur das Zwischendurchprogramm im Hintergrund. Der Terrorist kann 30 Sekunden nachdem die Folterknechte das Bohren an seinen Zahnnerven beendet haben schon wieder intrigieren, uvm. Das menschliche Leid während einer Folter wird nicht annähernd realistisch dargestellt. Die Sprunghaftigkeiten der Figuren in ihrer Einstellung zur Folter sind derart unglaubwürdig, daß sie kein Hadern mit dem eigenen Gewissen darstellen können.
Die Frage ob der Zweck die Mittel heiligt, wird nicht mehr in den Raum gestellt, sondern vom Plot beantwortet – waren doch alle Methoden im Endeffekt nicht „genug“, wie sich in der Abblende herausstellt. Alle Rollen haben zwar irgendwann im Film 'mal Bedenken angemeldet, aber Alle haben die 3 Tage Folter, die der Film zum Inhalt hat, irgendwann gutgeheißen – zumindest jedoch als das kleinere Übel angesehen – geht es doch gleich um drohende 10 Millionen Tote.
Vollends unglaubwürdig wird es mit dem Abgang des Terroristen. Gibt diese Handlung den Filmemachern doch die Möglichkeit, keinerlei Beschäftigung mit dem Geschehenen, Konsequenzen oder Konklusio andeuten zu müssen.
Nach den 97 Minuten bleibt leider nur ein bekanntes schaales Gefühl. Es wird so getan als ob Folter abgelehnt wird, jedoch wird sie in Wahrheit relativiert, legetimiert und verharmlosend dargestellt.
Hinzugefügt am 09.02.2011 um 03:53 Uhr
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