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4 - Sehr gut
...diese "Anmassung" einen Western in Korea gedreht zu haben. Die Verbeugung vor Leones "The good, the bad and the ugly" ist weitestgehend so gelungen, daß man sich schon die Hände reibt, dieses Teil seiner DVD-Sammlung einverleiben zu können.
Action und entfesselte Kamerafahrten zuhauf, wie im Original geht`s um drei Figuren die einen Schatz haben wollen. Unser Baddie - als Posterboy für die Emo-Generation hergerichtet - ist ein hervorragender Anatogist, seine ausgelebte Eitelkeit gepaart mit seiner Rücksichtslosigkeit und seiner Coolness ergeben ein Bild, welches Lee van Cleef (für die Nichtwisser unter den Lesern: der gab damals den "BAD" im Leone-Meisterwerk) vermutlich sogar gefallen hätte, der "Weird"-Charakter (halt nicht so "ugly" wie einst Eli Wallach) steht sowohl optisch wie auch vom Gebahren eher der Kultikone John Belushi (BLUES BROTHERS/1941 - WO,BITTE, GEHT`S NACH HOLLYWOOD?) sehr nahe - und ist eigentlich die erklärte Lieblingsfigur des Publikums. Das bringt uns zum "Good" - und da kann Clint Eastwood vermutlich nur lachen. Zwar seufzten einige koreanische Mädels in der Reihe hinter mir immer im Kollektiv auf, wenn er erschien (was ihre männlichen Begleiter im Kollektiv genauso aufstöhnen liess - schön zu sehen, daß das Gebahren unter den Geschlechtern nationunabhängig IMMER gleich zu sein scheint ;-) ) doch ist seine Perfektion so dermaßen glatt, daß er somit zur langweiligsten Figur von allen dreien wird. Dies scheinen auch die Macher geahnt zu haben - somit hat er auch die geringste Screentime.
Die Bilder und Bauten sind allerdings gewaltig und bei der letzten Schlacht bei der neben den drei genannten Parteien auch das Militär und eine rivalisierende Gangsterbande mitmischt, beginnt ein Massaker, für das auch Michael Ciminos HEAVENS GATE Schlusskampf Pate gestanden haben könnte. Unterlegt mit Santa Esmeraldas "Don`t let me be missunderstood"-Intro (in Maxifassung) (was beweist daß selbst einem so talentierten Dieb wie Tarantino noch Ideen gemopst werden können) beissen hier ein ganzes Regiment, massenweise Pferde (Pferdehasser könnten den Streifen allein hierfür zu ihrem persönlichen Liebling wählen) und unzählige Ganoven.
Daß dabei der Film an derselben Gigantomanie zu ersticken droht, wie einst schon erwähnte BLUES BROTHERS und 1941 erscheint da fast schon zwingend. Trotz dieses Schönheitsfehlers - und der Tatsache, daß das Script zu diesem Zeitpunkt Handlungslöcher auf diese Weise LAUTSTARK zu überspielen weiss - ein herrlich überkandidelter Spass. Westernfans sollten unbedingt ein Auge riskieren - und alle die soetwas wie KUNG FU HUSTLE mochten (auch wenn es hier keine Martial Arts weit und breit gibt).
Und abschließend: JEDE Möglichkeit dieses Teil auf einer anständigen Leinwand zu erleben, sollte unbedingt wahrgenommen werden. Selten wurde das Scope-Vormat so gewinnbrigend eingesezt wie hier.
Hinzugefügt am 23.03.2009 um 00:10 Uhr
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