A Serious Man
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Sebastian Schlicht7
Sebastian Schlicht7

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4,0
Veröffentlicht am 7. Juni 2026
„Was passiert hier?“ oder auch die Unfähigkeit der Religion

Die Coen Brüder schaffen es immer wieder mich mit einem großen Fragezeichen zurück zu lassen. Einige ihrer Filme enden ganz plötzlich und man fragt sich: „Das war´s?“. Doch was vielleicht zu Beginn willkürlich oder abrupt wirkt, regt dann doch irgendwann zum Nachdenken an. Die schwarze Komödie Burn After Reading“ von 2008 war eines dieser Werke und hat mich wirklich beeindruckt. Nur ein Jahr später drehten die Coens ihre nächste Komödie, „A Serious Man“. Mit diesem Film verarbeiteten beide eine recht persönliche Geschichte ihrer Jugend, formten daraus jedoch etwas ganz Eigenes. „A Serious Man“ ist zwar als Komödie betitelt, doch würde das dem Film unrecht tun. Es ist tatsächlich gar nicht so einfach das Erlebnis gut zu beschreiben, aber ich werde es einfach mal versuchen…

1967, Minnesota: Der Professor Larry Gopnik lebt in einer jüdischen Gemeinschaft und schlägt sich mit ungewöhnlich vielen Problemen und Schicksalsschlägen herum. Da wäre seine Frau, die die Scheidung will, sein Sohn, der Drogenprobleme hat, der Nachbar, der Larrys Rasen verunstaltet und ein Schüler, der ihn mit Geld bestechen will, um eine gute Note zu bekommen. Larry sucht Hilfe bei mehreren Rabbis…

„A Serious Man“ ist einer dieser wundervollen Filme, die man auf unzählige Arten interpretieren kann. Die Coens sind in der Hinsicht wirklich großartig und liefern immer wieder facettenreiche und metaphorische Geschichten ab. In diesem Falle scheint für Larry alles den Bach hinunter zu gehen. Da er in einer gläubigen, jüdischen Welt lebt, sucht er natürlich Hilfe bei seinem Gott bzw. bei seinen Rabbis. Doch die Religion scheint keine Hilfe zu sein, im Gegenteil, sie macht alles irgendwie nur noch schlimmer. Larry selbst ist als Professor ein gebildeter Mann, der komplexe Dinge versteht, doch wenn es darum geht selber Entscheidungen zu treffen, greift er auf einfache „Lösungen“ zurück oder auch eben keine Lösungen.

Eine Tragödie jagt die nächste und Larry und wir als Zuschauer wollen wissen, was passiert und warum es passiert. Aber natürlich wird es uns nicht so einfach gemacht. Wobei die Antwort dann doch irgendwie einfach ist. Wie Larry es im Film selbst beschreibt, anhand von Schroedingers Katze: Etwas kann passieren oder auch nicht. Alles ist möglich und nichts zur selben Zeit. Immer wieder zeigt uns der Film offensichtliche Widersprüche, mal größer, mal kleiner (vor allem der wilde Prolog festigt diese Idee gleich zu Beginn).

„A Serious Man“ ist ein wilder Ritt und wechselt gekonnt zwischen Drama, Komödie und Kunstfilm. Wie Larry in der Geschichte, werden wir immer wieder von den Ereignissen überrascht. Und das ist sehr unterhaltsam. Der Film ist dahingehend jedoch nicht immer perfekt in meinen Augen, da gerade das Tempo der Geschichte manchmal etwas holprig sein kann. Da ich nun jedoch weiß, worauf der Film hinaus läuft, kann es gut sein, dass mir das Ganze beim zweiten Mal deutlich besser gefallen wird. Ich bin mir sogar sicher, dass „A Serious Man“ ein Film ist, der mit der Zeit immer besser werden kann, weil er eben so viel Interpretationsspielraum gibt.

Der Cast ist natürlich sehr toll mit Michael Stuhlbarg (jedoch mit einer schwachen deutschen Synchronstimme…) als neurotischen Larry und Richard Kind als Onkel Arthur. Zudem ist das Ganze großartig gefilmt von Roger Deakins und auch der mysteriöse Klavier-Score von Carter Burwell ist sehr stimmig.

Fazit: Ich bin wirklich beeindruckt von „A Serious Man“ und würde ihn gern besser bewerten, aber irgendwie fehlt mir am Ende dann noch das nötige Etwas zum wirklich großartigen Film. Dennoch haben die Coen Brüder ein wirklich interessantes und wildes Werk geschaffen, welches sich auf viele verschiedene Arten interpretieren lässt. Sehr sehenswert!
Kino:
Anonymer User
3,5
Veröffentlicht am 8. April 2018
Im Kern tragische Persönlichkeitsstudie, die immer dann am stärksten ist, wenn sie eben diese tragischen Handlungsstränge forciert, und sich nicht - wie leider zu oft - damit begnügt, ein paar Gags zur Farce aneinanderzureihen.
Kino:
Anonymer User
4,0
Veröffentlicht am 9. Dezember 2017
...gaaaaaaaaaaanz großes Ding, auch wenn er nicht brandneu ist.
Von mir eine glockenklare Empfehlung!
BrodiesFilmkritiken
BrodiesFilmkritiken

11.854 Follower 5.066 Kritiken User folgen

2,0
Veröffentlicht am 2. September 2017
Wir werden einfach nie Freunde werden, die Coens und ich, leider. Wie eh und je wird auch über diesem, ihrem neuesten Werk ein Eimer Lob ausgeschüttet und jeder jubelt und hebt den Film in den Himmel. Aber, so sehr ich mich damit mal wieder als Banause oute: mir bringt der Film einfach nix. Die Coens verstehen es wieder einmal einen Mikrokosmos aus absolut schrägen und verrückten Charakteren zu kreieren, aber ich werde weder mit den Figuren warm noch kann ich aus der komischen Story einen Sinn, Humor oder einen Unterhaltungswert ablesen. Nein, ich sah einen Film wo ich zwei Stunden auf eine Zugangsmöglichkeit wartete und sie niemals fand. Schade, aber gut: ist nicht der erste Coen Film bei dem es mir so geht. Darum sei er allen gegönnt,erst recht denjenigen die ihn verstehen und toll finden – man möge mich aber bitte nicht mit Steinen bewerfen weil ich ein weiteres Mal die Gedankenwelt der beiden nicht nachvollziehen kann.

Fazit: Bizarrer und eigenwilliger Figurenkosmos der sich normalen Sehgewohnheiten entzieht!
Csöpi
Csöpi

14 Follower 48 Kritiken User folgen

4,5
Veröffentlicht am 15. Juni 2017
Skurril, komisch, tragisch, absurd, philosophisch, außergewöhnlich. Die Cohen-Brüder beweisen wieder einmal, dass sie zu den besten Geschichtenerzählern Hollywoods gehören und begeistert mit dieser grandios gespielten, unkonventionell erzählten und vor Kreativität sprühenden Tragikomödie.
schonwer
schonwer

1.387 Follower 728 Kritiken User folgen

2,5
Veröffentlicht am 4. Oktober 2016
"A Serious Man" hat ein Problem, welches das Drehbuch ist. Ein Blockbuster braucht keine Geschichte, doch dies ist kein Bockbuster. Eine Komödie braucht keine tiefgründige Story, sondern muss hauptsächlich zum lachen bringen, dies ist jedoch keine Komödie. Es handelt sich um ein Drama. Ein gutes Drama braucht Tiefe, eine charakterliche Entwicklung und emotionale Momente. "A Serious Man" hatte eine Story die mich nicht wirklich packte, mich emotional nicht berührte, der Charakter entwickelt sich nicht wirklich und am Ende fragte ich mich: Was genau wollen sie mit diesem Film erreichen? Klar es gibt ein paar Nachrichten am Ende des Filmes, doch der Film hat keine wirklich gute Geschichte, die es wert ist erzählt zu werden. Ansonsten überzeugen alle Schauspieler, insbesondere Michael Stuhlbarg und die Inszenierung ist stimmig, sodass der Film auch nicht wirklich langweilig ist, sondern eher Potential zeigt, aber die Story ist das Problem - schade.
Gringo93
Gringo93

357 Follower 446 Kritiken User folgen

5,0
Veröffentlicht am 26. Januar 2016
Fazit: Ein weiterer Geniestreich der Coen-Brüder, dessen unglaublich intelligenter und trockener Humor, gute Darsteller und emotionalen Szenen den Film zu einem Meisterwerk machen.
Zach Braff
Zach Braff

339 Follower 358 Kritiken User folgen

3,0
Veröffentlicht am 9. Januar 2014
Mir hat "A Serious Man" leider nicht so sehr zugesagt. Als großer Fan der Coen-Brüder habe ich mittlerweile fast jeden ihrer Filme gesehen und ich muss sagen, dass "A Serious Man" nicht zu meinen Favoriten gehört. Vielleicht hab ich auch einfach die Komplexität des Films nicht ganz verstanden, aber irgendwie hat mir die Geschichte um den jüdischen Familienvater nicht so sehr gefallen. Natürlich gewohnt gut gemacht, mit einer typischen Brise Humor und tollen Bildern. Das kraftvolle (aber offene) Ende hat nochmal einiges rausgehauen. Am besten selbst ein Bild machen. Allemal sehenswert!
Jimmy v
Jimmy v

519 Follower 506 Kritiken User folgen

4,0
Veröffentlicht am 13. Januar 2012
Ja, nun, die Coens sind ein Garant für Qualität. Selbst deren schwächere Werke wie Ladykillers oder Ein (un)möglicher Härtefall haben mir sehr gut gefallen. A Serious Man nun ist durch und durch komplexer. Das Ende mag erst einmal unbefriedigend wirken, macht aber Sinn. Dennoch wurde ich mir dem Film nur bedingt warm. Vielleicht liegt es eben am Jüdischen, dass einem als Religion doch einfach fremder sein mag. Doch - profanerer Natur - könnte es auch an der Inszenierung liegen, die zwar Coen-typisch ist, doch trotz des sommerlichen Settings immer irgendwie etwas Unterkühltes und Entrücktes hat. Ich weiß auch nicht wieso und kann es auch nicht beschreiben. Bei einem No County For Old Man oder True Grit funktioniert so etwas gut, bei einer Komödie allerdings - hrms! Ich weiß auch nicht. Dennoch definitiv sehenswert. Ich muss ihn mir wohl auf jeden Fall noch irgendwann mal in einem zweiten Durchgang zu Gemüte führen!
thomas2167
thomas2167

707 Follower 582 Kritiken User folgen

2,0
Veröffentlicht am 7. Oktober 2013
Viel gibt's hier nicht zu sagen - ist Geschmackssache. Der Film hat eigentlich fast überall nur gute Kritiken und außerdem ist er von den Coen Bros. = also hab ich ihn mir mal angeschaut. Komische , kauzige Typen , 'ne einigermaßen vernünftige Story , skurriler Humor , n paar gute Szenen - mir gefällt er dennoch nicht soooo doll - finde ihn stellenweise eher langweilig :-( Aber anschauen sollte man ihn sich dennoch mal !
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