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    Netflix nur für Kult: Zum Start von Spamflix gibt's einen Film gratis!
    Von Christoph Petersen — 09.05.2020 um 17:00
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    Der 2018 gegründete VoD-Anbieter Spamflix bietet Kultfilme, die nicht eh schon jeder kennt. Nun gibt es die Streaming-App, die sich an Hardcore-Cinephile richtet, auch in Deutschland – mit einem kostenlosen Film für alle, die sich neu registrieren.

    Der 2018 gegründete VoD-Anbieter Spamflix bietet Kultfilme, die nicht eh schon jeder kennt. Nun gibt es die Streaming-App, die sich an Hardcore-Cinephile richtet, auch in Deutschland – mit einem kostenlosen Film für alle, die sich neu registrieren.

    Von „The Rocky Horror Picture Show“ bis „Pulp Fiction“ – wenn man über „Kult“ spricht, dann fallen einem auf Anhieb ein paar Dutzend Filme ein, die ohnehin schon jeder gesehen hat. Aber auf der VoD-Plattform Spamflix, die jetzt mit etwa 50 Filmen auch in Deutschland an den Start geht (als App für iOS, Android und Chromecast), ist das anders: Spamflix bietet Kult für Fortgeschrittene!

    Hitoshi Matsumotos grandiose surreale Satire „Symbol“ und Eiji Uchidas rabenschwarze Komödie „Love And Other Cults“, aus der das Bild über diesem Artikel stammt, fallen da schon fast in die Abteilung „Mainstream“. Beim Austesten des Portals musste ich jedenfalls bei fast jedem Film erst mal nachschauen, was das überhaupt ist – das passiert mir sonst bei keinem Streaming-Portal. Ein Traum für Cinephile mit Entdeckergeist!

    Was zum Teufel habe ich da gerade gesehen?

    Das Stöbern macht dabei schon allein wegen der Namen der Kategorien Spaß (wobei die einzelnen Unterthemen oft nur eine Handvoll Filme umfassen, weshalb „Stöbern“ dann vielleicht doch ein wenig hochgegriffen ist): Jedenfalls gibt es bei Spamflix nicht nur wie sonst überall „Thriller“ oder „Komödien“, sondern auch „WTF Did I Just Watch?“ oder ganz simpel „Nonsens“.

    Von den 50 Filmen sind dann auch direkt ein Dutzend auf meiner Watchlist gelandet – ebenfalls eine weit überdurchschnittliche Quote. Und einige davon habe ich auch schon direkt weggeschaut: Wie es sich für eine kuratierte Plattform gehört, gibt es bei Spamflix auch Retrospektiven – zum Deutschlandstart etwa für den kanadischen Regisseur Denis Côté, der mit seinem elegischen Geisterfilm „Ghost Town Anthology“ 2019 im Wettbewerb der Berlinale vertreten war.

    Die FILMSTARTS-Kritik "Ghost Town Anthology"

    Und auch hier gilt – Spamflix ist eine Plattform für Fortgeschrittene: Obwohl Denis Côté ohnehin nicht zu den allerbekanntesten Festival-Regisseuren zählt, hat Spamflix obendrein speziell seine ersten sechs Filme im Programm, die noch weniger Kinofans bereits kennen dürften. Ich habe jetzt auf jeden Fall erst mal sein Debüt „Drifting States“ (lief beim Filmfestival in Locarno) nachgeholt – und war erneut so begeistert von seiner Fähigkeit, Einsamkeit in Kino-Energie umzuwandeln, dass ich mir die nächsten fünf auf jeden Fall auch noch ansehen werde. Zumal man sonst an die Filme ja auch praktisch nicht herankommt.

    Garstige Gesellschaftskritik aus Japan

    Als nächstes habe ich mir „Red Line Crossing“ vorgenommen: Der nicht nur hierzulande quasi unbekannte japanische Regisseur Shugo Fujii mischt in seinen Filmen regelmäßig irre inszenatorische Einfälle mit einer abgründigen Gesellschaftskritik und Horror-Einschüben. „Red Line Crossing“ spielt dabei fast ausschließlich in einem einzelnen Klassenraum, in dem vier Lehrer nach einem Vorfall mit einem perversen Kollegen während des Sportunterrichts die zurückgelassenen Schulranzen durchsuchen – und dabei immer mehr Abgründe offenlegen. Und ja, dabei wird auch viel mit spezifischen japanischen Fetischen gearbeitet: 

    Shugo Fujiis „Mimicry Freaks“, ein surrealer Slasher, in dem offenbar ein japanisches Monster, eine Hochzeitsgesellschaft und eine Gruppe Kinderschänder in einem Wald blutig miteinander kollidieren, habe ich noch für die nächsten Tage auf meiner Liste.

    Vor den lesbischen Werwölfen

    2018 lief der brasilianische Film „Gute Manieren“ in den deutschen Kinos. Der lesbische Werwolf-Horrorfilm war ein absoluter Festivalfavorit – und auch wenn Spamflix leider in Deutschland die Rechte nicht besitzt, so laufen dort doch vier der Werke, die das Filmemacher-Kollektiv „Caixote“ vor „Gute Manieren“ gedreht hat (und die wie etwa „Hard Labor“, der 2011 in Cannes lief, ebenfalls schon hochkarätige Festivallorbeeren eingesammelt haben).

    Ähnliches gilt für „Kill Me Please“, das Regiedebüt der argentinischen Regisseurin Anita Rocha da Silveira, das 2015 beim Filmfestival in Venedig für einiges Aufsehen gesorgt hat, dann jedoch viel zu schnell wieder verschwunden ist: In einer der reicheren Hochhaus-Vorstadtsiedlungen von Rio de Janeiro geht ein brutaler Serienmörder um – ein Umstand, der die vier Highschool-Schülerinnen im Zentrum des Films in Angst und Schrecken versetzt, aber sie zugleich auch sexuell stimuliert. Ein Coming-of-Age-Film der provokanteren Sorte.

    Weitere Schwerpunkte

    Ansonsten gibt es aktuell noch eine kleine Retro zum britischen Kultfilmer Alex Cox (u. a. „Tombstone Rashomon“) sowie jede Menge schwarze Komödien besonders aus Osteuropa und Südamerika, in die ich mich jetzt noch nicht so sehr reingefuchst habe. Zudem gibt es speziell für Kurzfilmfans Kooperationen mit Genrefilmfestivals aus aller Welt, deren Kurzfilmauswahl anschließend dann auch bei Spamflix relativ zeitnah zum Streamen angeboten wird.

    Spamflix: Kosten und Download

    Den ersten Film bekommt ihr wie gesagt umsonst. Anschließend kosten Einzelfilme in der Regel 4 Euro – wenn sich eure Watchlist aber ähnlich schnell füllt wie meine, dann gibt es für die nächsten Wochen noch das Angebot, 20 Filme für 20 Euro zu leihen (die 20 Codes kann man dann auch später einlösen) – und das sollte das Ausbuddeln solcher kultigen Raritäten doch wirklich wert sein.

    Falls ihr nun also neugierig geworden seid, könnt ihr euch die Spamflix-App unter den folgenden Links für eure Geräte downloaden:

    die Spamflix-App
    Spamflix im Google Play Store
    Spamflix im Apple Store

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