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beco
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3,0
Veröffentlicht am 22. Oktober 2025
Ein intensiver und komplexer Film, der die Me-Too-Problematik in einer schnellen Abfolge von Ereignissen zeigt, die dem Zuschauer kaum Zeit lassen, sich eine klare Vorstellung über das Geschehen zu machen. Man muss schon ziemlich konzentriert aufpassen, um alle Volten mitzubekommen. Sympathien für die Protagonisten werden nicht erzeugt, wer hätte sie auch verdient. Die eigenartige Szene auf der Toilette, in der Maggie ein von Alma versteckten Brief findet, ist ziemlich unglaubwürdig, aber nun gut, dadurch weiß Maggie von Almas Trauma. Ob das eine entscheidende Bedeutung hat, ist nicht ganz klar. Insgesamt wird die Zeit nicht lang, da auch Julia Roberts und ihr Film-Ehemann Frederik (Michael Stuhlbarg) für schauspielerische Höhepunkte sorgen.
Sie steht ganz kurz davor, eine Professur auf Lebenszeit zu bekommen. Alma Olsson (Julia Roberts) arbeitet als Philosophieprofessorin an der Eliteuniversität Yale. Sie hat einen guten Stand bei ihren Studenten und Kollegen. Aber dann erzählt ihr ihre Doktorandin Maggie (Ayo Edebiri), dass ihr Kollege Hank Gibson (Andrew Garfield) ihr gegenüber sexuell übergriffig geworden ist. Für Alma ist das eine schwierige Lage: Sie ist mit Hank befreundet, zeitweise war es offenbar eine Art Freundschaft plus. Hinzu kommt, dass Alma ihrer Doktorandin nicht so richtig glaubt. Denn sie erkennt vielmehr ein Muster bei der Studentin, mit dem auch sie selbst einst ihre Karriere begann. Die ganze Lage scheint außer Kontrolle zu geraten, und auch ihre Professur steht auf dem Spiel.
Das muss man gleich zu Beginn gleich mal festhalten: Julia Roberts ist in „After the Hunt“ einfach nur wahnsinnig gut. Man hängt ihr quasi an den Lippen, mehr als zwei Stunden lang. Sie spielt Alma, eine Frau, die durchaus von sich eingenommen ist, die Stellung bezieht, ihr Ding durchzieht und einen Groll gegenüber der verweichlichten Gesellschaft hegt. Denn auch davon handelt dieser Film: Er wirft ein Schlaglicht auf die junge Gesellschaft, die alles besser machen möchte, die Zumutungen nicht mehr ertragen kann, die Debatten nicht mehr so richtig führen will und Probleme mit Zurückweisung hat. Alma stellt das in Frage, manchmal auch auf arrogante Weise. Längst nicht alle Zuschauer werden Alma sympathisch finden – aber so oder so zieht Julia Roberts sie in ihren Bann. „Challengers“-Regisseur Luca Guadagnino will die Zuschauer durchaus fordern, denn sein Film stellt eigentlich mehr Fragen, als dass er Antworten liefert. Er lädt dazu ein, nach dem film gesellschaftliche Zustände zu diskutieren.
'After the hunt' spielt in der Eliteuniversität Yale in Amerika ab, wo die Schicksals von einer Professorin, einem Professor und einer Doktorandin miteinander spielen / kollidieren/gegenseitig demolieren und irgendwie teils von einander Versöhnung finden. Die Hauptdarstellern sind überzeugend in der Intensität der Rolle nur die Ergebnisse des Ganzen (wie - 'After') finde ich schwer zu definieren. Wem / was wurde gejagt und wem /was wurde gefangen /erreicht bleibt für mich rätselhaft. Schnitt und Form der Film ist künstlerische sehr ansprechend.
An „Call me by your name“ kann man wohl nicht rütteln, aber das restliche Filmwerk von Luca Guadagnino wird immer daran angelegt. Der Mann macht in der Tat interessante Werke, aber ob die sich immer in die qualitativen Höhen begeben, die ihnen nachgesagt werden, bezweifele ich. Zumindest bei mir ist oftmals Ernücherung angesagt. So auch bei diesem Collegethriller, der zwar eindeutig eine großartige Darstelleriege auffährt, aber in seinen Figuren mich kalt lässt. Es geht um eine dialoglastige Konfrontation an einer Uni, um Verdächtigungen und die Konsequenzen Leider berührt mich nicht eine Figur und schreckt mich de Film geradezu ab. Schade.
Ein ausgesprochen unangenehmer Film. Weit und breit keine Identifikationsfigur an der philosophischen Fakultät von Yale. Jeder trägt seinen Intellekt meterweit vor sich her, "normale" Kommunikation findet eigentlich gar nicht statt. Und dann geschieht das Unfassbare: eine ganz und gar profane Vergewaltigung, möglicherweise. Der Umgang mit diesem "Vorfall" könnte menschenverachtender nicht sein. Alles wirkt kalt, unpersönlich, distanziert und auf eine gewisse Art auch verlogen. Das wird bis zum Finale gnadenlos durchgezogen und einige Fragen bleiben auch schlicht unbeantwortet. Natürlich ist das beabsichtigt und verfehlt auch nicht seine Wirkung. Die 4,5 Sterne von Chefredakteur Petersen kann ich dem Film nicht geben, aber die schauspielerische Leistung von Julia Roberts ist absolut outstanding und hätte einen weiteren Oscar verdient.
Gute Kunst darf weh tun. Der Film tut weh. Was in diesem Fall mutig ist. Er zeigt die verlogene und hysterische Seite der Woke und PC-Ideologie. Das wird vielen nicht gefallen, die ihr Ego in der Gut-Mensch-Blase aufgebläht haben. Darum ein guter und wichtiger Film. Die Musik tut auch weh, aber nervig.
Also, sorry, ich habe den Film nicht ganz verstanden. Worum ging es jetzt? Es nützt mir auch nichts, dass so tolle Schauspieler dabeiwaren. Julia Robert hat Magengeschwüre und trinkt fast bei jeder zweiten Szene Hochprozentigen. Ihr Ehemann will Sex mit ihr, aber sie flirtet lieber mit ihrem Kollegen vor den Augen des Ehemannes. Außerdem schmachtet sie ihrer alten Lieber hinterher. Und am Ende hat sie sich von ihrem Mann getrennt und lebt mit dem Kollegen zusammen, mit dem sie ihren Mann betrogen hat. Am Ende ist sie Dekanin der Universität, obwohl sie kurz davor war rausgeschmissen zu werden. Soviele Logikfehler, das es unerträglich war. Ich wundere mich ernsthaft, wie Filmstarts diesem Film 4,5 Sterne geben konnte. Soviele sinnlose Nebenschauplätze, das man die Übersicht verliert.
Gute Schauspieler machen noch keinen guten Film. Viel zu lang und akustisch sehr schwer zu verstehen. Am allerschlimmsten aber ist die furchtbar nervige Musik. Filmmusik ist nur gut, wenn man sie im Prinzip nicht hört. (Außer sie ist von Hans Zimmer. ;-)) Schwierig ist auch, dass alle Personen unsympathisch sind und das intellektuelle Gerede das noch verschärft. Für wen wurde dieser Film gemacht? Zur Diskussion regt er jedenfalls nicht an, er regt mehr auf. Schade, Thema verfehlt.