No Other Choice
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Kinobengel
Kinobengel

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4,0
Veröffentlicht am 7. Februar 2026
SKRUPELLOSIGKEIT FÜR ANFÄNGER


Der arbeitssuchende, einst gut bezahlte Manager Man-su (Lee Byung-hun) bekommt keine adäquate Stelle. Als ihm das Ersparte allmählich ausgeht, plant er, seine potentiellen Konkurrenten aus dem Weg zu räumen, um seiner Familie den Lebensstandard zu erhalten. Leichter gesagt als getan.

„No Other Choice“ basiert auf dem 1997 erschienenen Roman „The Ax“ des US-Amerikaners Donald E. Westlake. Der Erstverfilmung „Die Axt“ (2005 von Costa-Gavras) war in Deutschland nur eine DVD-Erscheinung vergönnt. Nun hat Park Chan-wook als koreanischer Kult-Regisseur mit einem Remake zum wiederholten Male seine unverkennbare Handschrift auf der Leinwand hinterlassen.

Schnell ist klar, worum es der Hauptfigur geht und wie sie tickt. Park gibt dem Publikum die allwissende Position, während er bei seinem vorangegangenen Film „Die Frau im Nebel“ (2022) vieles im Ungewissen belässt.

Man-su ist ein guter Planer, aber kein Killer. Park sitzt in dem Dilemma, eine Steigerung unterbringen zu müssen und erzählt das Learning-by-Doing des von Lee Byung-hun nuancenreich gespielten Versuchsmörders in immerhin 139 Spielminuten etwas zu breit, doch die Einzelszenen sind an schwarzhumorigem Einfallsreichtum kaum auszustechen. Dazu liefert der Südkoreaner zahlreiche kleine Hinweise zur Einschätzung der Charaktere. Die stets passende Musikbegleitung seines Stammkomponisten Cho Young-wuk sowie die Vorliebe fürs Klassische sind ein Markenzeichen von Park, das bei „No Other Choice“ besonders gut funktioniert; die Regel wird durch die Ausnahme bestätigt, unter anderem in einer irrwitzigen Wohnzimmerprügelszene bei einem laut aufgedrehten koreanischen Klagelied, dessen Text wegen weiterer Stimmungsmache lobenswerterweise eingeblendet wird.

Park Chan-wook gelingt eine bissige, mit stimmiger Überzeichnung konstruierte Gesellschaftssatire.
Isabelle D.
Isabelle D.

331 Follower 526 Kritiken User folgen

4,0
Veröffentlicht am 15. Februar 2026
"No Other Choice" von Park Chan-Wook ist gleichzeitig schwarze Komödie, bissige Gesellschaftssatire und berührendes Drama. Das ist eine schräge Mischung, die im Großen und Ganzen sehr gut funktioniert, zwischendurch aber auch Tempo rausnimmt und einem das Lachen im Hals stecken lässt. Einerseits fühlt man mit Man-Su und seiner Familie mit, andererseits tun seine Opfer einem auch leid. Sie sind genauso wie er - und das erkennt Man-Su schnell. Er ist kein kaltblütiger Mörder und er merkt, dass sein Plan, seine potenziellen Mitbewerber auf seinen Wunsch-Job umzubringen, in der Theorie einfach klang, aber in der Realität gar nicht so leicht umzusetzen ist.

Fazit: Insgesamt sehr gelungen, hätte aber noch temporeicher, bissiger und fieser sein können. Trotzdem sehenswert!
Brodie1979 ..
Brodie1979 ..

170 Follower 618 Kritiken User folgen

3,0
Veröffentlicht am 3. Februar 2026
Ein eigensinniger Film aus Korea weckt natürlich direkt die „Parasite“ Vergleiche. Da nehme ich mich aber direkt raus, in diesen qualitativen Höhen bewegt sich der Film nicht. Trotzdem liefer er eine interessante Mischung aus Drama, Komödie und makaberem Thriller. Mir selber gefällt der Weg und das Vorgehen des Hauptdarstellers gar nicht, daher war ich nur oberflächlich dabei und habe keine emotionale Anteilnahme genommen. Wohl aber muß man sagen, dass die Inszenierung interessant und an vielen Stellen besonders ist. Allerdings rechtfertigt das kein 139 Minuntem

Fazit: Überlanger Genremix mit einigen Highlightmomenten!
beco
beco

84 Follower 451 Kritiken User folgen

3,5
Veröffentlicht am 20. April 2026
So erlebt also der Koreaner den KI - Kapitalismus.
Gekündigt zu werden, ist wie geköpft zu werden. Um den Lebensstandard, den Status aufrechtzuerhalten, ist fast jedes Mittel recht. Dies wird mit Sarkasmus und mit offener Brutalität gezeigt, da muss die Familie schon einiges verdrängen, um zusammenzuhalten.
Interessanter Einblick in die koreanische Gesellschaft und der Kritik daran.
Sehenwert
Davki90
Davki90

49 Follower 357 Kritiken User folgen

3,5
Veröffentlicht am 10. Juli 2026
Wenn man wegen KI den Job verliert. Das ist leider nichts schönes, ist aber leider schon an vielen Orten, Realität. Der Streifen ist sehr bissig, aber auch Clever. Man hat sich hier "Parasite", als Vorbild genommen. Kommt aber nicht ganz heran, weil "Parasite", noch besser und giftiger erzählt wird und auch die deutlich besseren Bilder hat. Lee-Byung-Hun (Squid Game), ist sehr gut in dieser Rolle und wächst über sich hinaus. Park Chan-wook (Oldboy, Die Frau im Nebel), kann es immer noch sehr gut. Habe mit seinen Werken so meine Mühe, weil sie mir zu schwerfällig sind, besonders die am Anfang seines Schaffens. Es ist eine wilde Achterbahnfahrt, die einem manchmal gefällt und manchmal nicht.
Sebastian Schlicht7
Sebastian Schlicht7

11 Follower 398 Kritiken User folgen

4,5
Veröffentlicht am 6. Juli 2026
"Losing your job isn't the problem — it's how you deal with it."

Seit den frühen 2000ern hat Regisseur Park Chan-wook aus Südkorea die Filmwelt ordentlich aufgemischt. Besonders „Oldboy“ von 2003 hat das Publikum aufmerksam auf die koreanische Filmlandschaft gemacht. Seitdem drehte Chan-wook fast jedes Jahr einen neuen Film. Nun bin ich selbst auf ihn aufmerksam geworden, durch „No Other Choice“, eine schwarze Satirekomödie von 2025 über die brutale Arbeitswelt. Das Ganze basiert auf dem Roman „The Ax“ von Donald Westlake (1997) und wurde sogar schon im Jahr 2005 unter selbem Namen verfilmt. Und im Jahre 2025, fast 30 Jahre nach dem Roman, ist die Thematik immer noch relevant und wurde in diesem wilden Ritt von Film unfassbar gut umgesetzt!

Man-su arbeitet in einer Papierfirma in einer guten Position. Dadurch kann er sich und seine Familie ernähren und konnte sogar das Haus kaufen, in dem er damals geboren wurde. Alles scheint perfekt, doch dann wird er plötzlich entlassen. Als Arbeitsloser fehlt Man-su nicht nur das Geld, sondern auch die Rechtfertigung für seine Existenz, denn wer nicht arbeitet, ist nichts wert. Als er sich auf einen neuen Job bewirbt, erkennt er, dass seine Kontrahenten im Bewerbungsverfahren womöglich bessere Chancen haben werden als er. Und so entwickelt sich schnell ein düsterer und blutiger Plan in seinem Kopf…

Was nach einem bekannten Szenario klingt (Mann wird zum skrupellosen Killer, um sich und seine Familie zu retten), wird von Regisseur Chan-wook äußerst fesselnd umgesetzt. Da wäre vor allem die Grundidee des Films, die aktueller nicht sein könnte: Wer nicht arbeitet, hat keinen Wert. So oder so ähnlich werden wir tagtäglich erzogen: Arbeitslose sind faul und haben automatisch weniger Menschenrechte. Dieser Druck ist zu jeder Sekunde bei Man-su zu spüren. Er geht zu Selbsthilfegruppen, die ihm allerhand Techniken an die Hand geben, um sich selbst einzureden, dass man es schon schaffen wird. Während seine Frau ihm sagt, dass er doch auch als Gärtner arbeiten könnte, hört Man-su nicht auf sie und hält an der Idee einer Papierfirma fest. Dabei zeigt Regisseur Chan-wook eindrucksvoll, wie überflüssig diese Branche für Menschen wird. In einer Zeit, in der alles digital wird und Künstliche Intelligenz jetzt schon die ersten Arbeitslosenwellen auslöst, ist die Idee weiter in einer Papierfirma zu arbeiten fast schon selbstzerstörerisch. Und wir als Zuschauer sehen im Film, wie automatisiert das Ganze bereits funktioniert und wie unwahrscheinlich es ist, dass dort noch lange Arbeitskräfte gebraucht werden. Doch das hält den Protagonisten nicht davon ab sich auf eine brutale Reise zum Weg der Einstellung zu machen.

Die Kritik von „No Other Choice“ an der ebenso brutalen Arbeitswelt, ist eindeutig: Fressen oder Gefressen werden. Der Film verpackt diese deprimierende Realität miterstaunlich viel Humor und Charme. So ist Man-su nicht plötzlich ein eiskalter Killer: Seine Menschlichkeit ist ihm dabei stets im Weg und immer wieder hat er die Möglichkeit sich zurück zu ziehen und einen anderen Weg zu finden. Dass er dabei natürlich auch seine Frau und seine beiden Kinder verletzt, ist unausweichlich, aber auch hier umgeht der Film bekannte Klischees. Stattdessen wird die Rolle als Mann als der Alleinversorger hart kritisiert: Lee Mi-ri, die Frau von Man-su, sagt ständig, dass sie alles zusammen schaffen werden. Sie ist unterstützend, empathisch und auch bereit wegzuschauen, wenn es drauf ankommt. Doch der gesellschaftliche Druck zwingt Man-su sich als Ehemann selbst um das Problem zu kümmern. Der Schein der perfekten Familie muss um jeden Preis bewahrt werden.

Schauspielerisch geben alle Darsteller*innen eine fantastische Performance ab, allen voran Son Ye-jin als Lee Mi-ri und Lee Byung-hun als Yoo Man-su (ihn kennen die meisten sicherlich aus „Squid Game“). Ich mag besonders die Beziehung der beiden zueinander, da sie das Herz des Films für mich sind.

Ein großes Highlight von „No Othr Choice“, ist die großartige filmische Umsetzung! Nicht nur die innovative Kameraarbeit von Kim Woo-hyung macht den Film einzigartig, auch der rasante Schnitt von Kim Sang-beom und der unterhaltsame Score von Cho Young-wuk ergeben eine bunte und technisch meisterhafte Symbiose. Dabei schwebt „No Other Choice“ ständig gekonnt zwischen Humor und Drama, schreckt zudem auch nicht vor surrealen Momenten zurück.

Fazit: „No Other Choice“ ist ein wildes, unterhaltsames und eindrucksvoll gefilmtes Werk über die Abgründe der Arbeitswelt. Ein südkoreanischer Hit, der bei den Oscars leider keine Beachtung fand, aber wer braucht schon die Oscars? Einer der besten Filme von 2025!
aufder LAUer_11
aufder LAUer_11

6 Follower 120 Kritiken User folgen

4,0
Veröffentlicht am 26. Mai 2026
No Other Choice ist ein sehr unterhaltsamer Film, der die Themen Existenzangst, Überlebenskampf und Arbeitslosigkeit auf die Spitze treibt.
Lemmiblog
Lemmiblog

3 Follower 377 Kritiken User folgen

3,0
Veröffentlicht am 9. Februar 2026
SCHENK DER EHEFRAU NIEMALS SCHUHE

Man-soo hat alles was man sich wünschen kann, ein tolles Haus, eine liebende Familie und Aal auf dem Grill. Allerdings wird er nach über 20 Jahren aus der Papierfabrik entlassen und einen neuen Job zu finden gestaltet sich schwierig. Bis er den perfekten Job vor die Nase gehalten bekommt, Problem jedoch, es gibt viele Bewerber für einen Job.

No Other Choice geht ca. 140 Minuten und ist ab 16 Jahren freigegeben. Wir haben hier das neuste Werk von Meister Regisseur Park Chan-Wook und ich muss, leider sagen, ich bin zwiegespalten. Auf der einen Seite mag ich den Humor und den satirischen Ansatz, alles für einen neuen Job zu tun aber es muss schon in die Qualifikation passen, man will sich ja nicht unter Wert verkaufen. Auf der anderen Seite ist die Story langgezogen, viele Figuren sind mir schlichtweg egal und die Handlung verliert in der Mitte völlig den Faden. Manches mag man als frech interpretieren, ich fand es eher schräg.
Was ohne Frage meisterhaft ist, ist die Kamera. Es gibt so viele bemerkenswerte Einstellungen, da staunt man nur. Die Musik ist ebenfalls toll gewählt und schauspielerisch geht das ebenfalls klar. Park Chan-Wook kann halt sogar einen Mann beim Treppensteigen so inszenieren, als würde gleich die Apokalypse kommen.
Dass unsere Hauptfigur jedoch zum Mörder wird wegen einem Job und dies keinerlei innere Konflikte nach sich zieht die länger als fünf Minuten halten, damit kam ich nicht klar.
Es ist wirklich schwierig, weil ich den Streifen mögen möchte, weil er Timing, tolle Ideen und Kreativität hat. Dann wieder passiert mal 20 Minuten nix oder es gäbe einfachere Lösungen. Mit Logik sollte man eh nicht an dieses Werk gehen.
Unterm Strich bleibt ein Werk das mir gefällt und gleichzeitig nicht gefällt. Kamera, Musik und Ideen funktionieren, jedoch mochte ich die Figuren, die Längen und das sich einiges im Sand verläuft nicht.

6,5/10 Punkten. In einer Szene erinnert mich Man-soo an Tim Taylor aus Hör mal wer da Hämmert, in dem er etwas gesagt bekommt und es maximal unglücklich wieder gibt, wie dass Frauen Schmieröl benötigen.
David Willson
David Willson

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3,5
Veröffentlicht am 18. Februar 2026
Wenn der zuverlässige Mitarbeiter und Familienvater seine langjährige Arbeit verliert, zeigt sich der Arbeitsmarkt gnadenlos und die Demütigung der Arbeitslos kann er nicht ertragen.
Sein aber sehr abgefahrener Plan, wortwörtlich mögliche Bewerberkonkurrenten auszulöschen.
Seine Wege dazu sind schwer vorzustellen und er ist definitiv nicht dafür geeignet.
Die musikalische Begleitung des Films ist einfach magisch und die Intensität des Film bewundernswert, in dem man gefesselt fühlt obwohl man öfter die Fäden der Geschichte etwas verliert.
Die Besetzung ist sehr gut gecastet.
Was man als Fazit von dem Moral der Geschichte finde ich aber unglaubwürdig.
White Tiger
White Tiger

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2,0
Veröffentlicht am 3. Februar 2026
Sneak-Preview - ich habe die Botschaft des Films schon verstanden (unmenschiche Arbeitsbedingungen, Druck und Existenzängste). Die Umsetzung war für mich nicht gelungen (unnötig eklig und trotzdem oft langatmig). Eine halbe Stunde kürzer wäre kein Problem gewesen.

Es sind Leute aus der Vorstellung raus, ich habe es mir auch überlegt, dann aber durchgehalten. Es hat sich leider nicht gelohnt.

Wenn ich es mit "Parasite" vergleiche: da hatte ich deutlich mehr Kinospaß!
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