The Last House
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FILMGENUSS
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2,0
Veröffentlicht am 13. August 2026
ICH GEH' MAL VOR DIE TÜR
von Michael Grünwald /

Die Textzeile „Am Tag, als der Regen kam“ klingelt wohl mitsamt geschmetterter Melodie von Dalida in den Ohren sämtlicher Boomer, allerdings klingelt sie auch bei mir, und ich bin Generation X. Doch keine andere trifft wohl das schicksalhafte Setting im Film The Last House so zielgenau wie diese.

An Familien beißen sich Monster ihre Zähne aus

Denn Netflix hat uns nach langer Durststrecke endlich wieder mal einen exklusiven Blockbuster vor die Tür geworfen, einen mit zwei Shootingstars und angesiedelt in einem Subgenre, das ich gerne als „Familie gegen Monster“ bezeichne. Dazu zählen moderne Klassiker wie A Quiet Place oder auch rustikal Analoges aus den Achtzigern wie Tobe Hoopers Poltergeist. Damit wären wir wohl eher in der paranormalen Ecke, während es in The Last House deutlich diesseitiger zugeht – obwohl man nicht weiß, was zu „diesseitig“ alles zählt. Schließlich peilt in den ersten Sekunden des Films das Zitat von Arthur C Clarke (2001 – Odyssee im Weltraum) schon die richtige Richtung an: „How inappropriate to call this planet Earth when it is clearly Ocean.“

Eins und eins ist zwei: Der Ozean ist nur geringfügig erforscht, keine Ahnung, was da drin noch alles wohnt. Vielleicht gar intelligente Völker, wie in Aquaman? Außerirdische, wie in The Abyss von James Cameron? Wie sieht es bei H. P. Lovecraft aus, an dessen Visionen sich die Filmwelt ja mittlerweile ausgiebigst bedient? Bei ihm wohnen die „Alten“ in den Tiefen der Meere, krakenähnliche Kreaturen, die unsere Menschenwelt dank der Fähigkeit des Gestaltwandelns längst infiltriert haben.

Alternativprogramm bei Regenwetter

Familie also, gegen Monster. Zumindest kämpft diese vierköpfige Gesellschaft nicht gegen Dürre, Trockenheit und vernichtender Hitze – sondern gegen den Regen. Als der nämlich kommt, verändert sich alles. Vor allem aber eins: Der Bewegungsradius. Greta Lee (Past Lives) und Wagner Moura (The Secret Agent) sitzen wie in einem verordneten Lockdown während der Corona-Krise zu Hause fest, ihre beiden Kinder ebenso. Nichts lässt sich öffnen, keine Türen, keine Fenster. Der Regen macht es, dass dieses „Last House“ mehr oder weniger als hermetisch abgeschlossenes Gefängnis funktioniert, die zumindest noch Luft von außen beziehen kann, sonst wäre der Film frühzeitig zu Ende.

So sitzen, liegen und stehen diese Vier langmächtig daheim herum und improvisieren. Machen das Beste draus. Kommen auf wirklich großartige Ideen, denn die Kreativität des Menschen ist womöglich das letzte wirklich nützliche Gut, das wir haben. Ansonsten wären wir sowieso nicht dort, wo wir jetzt sind, wobei uns, zugegeben, die Ideen momentan doch etwas ausgehen.

Wie man im Lockdown auch ohne Bananenbrot den Tag füllt

Im Film von Louis Leterrier allerdings nicht. Zum Glück ist Wagner Moura Ingenieur, er kann basteln und gibt sich als MacGyver. Das alles ist ganz nett anzusehen, doch es zieht sich. Es ziehen sich die Jahre, und dann stellt man sich doch die Frage: Zu mehr hat es nicht gereicht? Wie in einer apokalyptischen Sitcom schauen wir einer Familie beim Überleben zu. Das hat Höhen, aber weitestgehend träge Tiefen. Zwischendurch begeistert das Außen durch rätselhafte Schatten und physikalische Anomalien. Jetzt geht es richtig los, denkt man sich da. Und immer noch nichts.

Anders als in A Quiet Place von John Krasinski, der wusste, welche Tonalität er anschlagen muss, um die Story zu halten, bleibt Leterrier orientierungslos und kann sich mit sich selbst auf kein stringentes Vokabular einigen. Familienabenteuer ist das eine, Suspense-Horror rund um nicht-menschliche Aggressoren das andere. Für einen Familienfilm ist es manchmal zu heftig, für einen Horrorfilm zu lahm. The Last House weiß nicht, was es sein will. Science-Fiction vielleicht? Dazu ist es zu sehr Mystery, vieles bleibt vage – und macht es sich auch viel zu einfach.

Wie man das Ende einer Geschichte herunterbiegt

Wie glücklich das Überleben, wenn, sobald die Fallen aufgestellt sind, so manches wilde Tier schnurstracks darauf zugeht. Lediglich Sekunden verstreichen, bis das Mittagessen gesichert ist. Es nach fünf Jahren nicht geschafft zu haben, das Haus zu verlassen, zeugt nach den gegebenen Parametern von laxem Einsatz. Am Ende biedert sich The Last House, nachdem das Abenteuer nochmal ordentlich den Wasserhahn aufdreht, einer Konklusio an, die man improvisiert, wenn die Gutenachtgeschichte vor dem Einschlafen zu lange dauert. Damit sind wir genauso ratlos wie der zuhörende Filius und die von höheren Mächten schadlos gehaltene Familie, die in psychischer Resilienz und gänzlich ohne Lagerkoller den Biosphären-Elchtest macht. Was für starke Naturen das sind – angesichts einer starken, aber unbeholfen konzeptlosen Natur!


Mehr Reviews und Analysen gibt’s auf !
Brodie1979 ..
Brodie1979 ..

170 Follower 628 Kritiken User folgen

2,0
Veröffentlicht am 9. August 2026
Netflix Content as usual: eine Familie wird durch nicht erläuterte Umstände in ihrem Haus eingesperrt und muß überleben. Der Film lässt dabei die Zeit durchlaufen, ohne dass viel Handlung oder nennenswerte Dinge geschehen. Erst in der zweiten Hälfte wird es dann konkreter und durchaus auch actionlastiger. Für den kurzweiligen Filmeabend taugt das bestens, da man aber an den Figuren keinen emotionalen Anteil nimmt, hat man die Nummer nach dem Ausschalten auch gleich wieder vergessen.

Fazit: Solide Kurzweil zum direkt wieder vergessen!
Casey 08
Casey 08

14 Follower 1.128 Kritiken User folgen

2,0
Veröffentlicht am 15. August 2026
Das ist wieder so ein Film wo einem wirklich alles erklärt wird also wenn man nicht hinsieht, weiß man trotzdem was die Figuren machen. Der Mann hält einen kleinen Fisch in der Hand und natürlich muss er sagen, dass er zu klein ist oder wenn die Fenster verschlossen sind und die Fassaden immer wieder zusammenwachsen muss man sagen, dass man nicht rauskommt. Die Familie selber hat null Chemie und schauspielerisch ist das echt schlecht. DIe Logik macht auch probleme wie die Szene wo die Mutter sagt, dass sie Strom sparen müssen also lassen sie die ganze Nacht das Licht an. In den letzten 45 Minuten passiert auch mal was, denn dann kommen Monster und die Familie muss sich verteidigen und optisch ist das hier alles wirklich gut. Die letzten 45 Minuten retten den Film sehr, denn sonst muss man einer unechten Familie die ganze Zeit zusehen wie sie nichts nennenswertes machen. Heutzutage wird in einem Film hatl alles erklärt damit man nebenbei am Handy spielen kann (zumindest bei den Streaming-Filmen). Schade denn der Regisseur hat eigentlich was drauf zumindest früher.

Insgesamt ist es ein schwacher Film der alles erklären muss, eine Familie mit null Chemie und kaum nennenswerte Dinge bietet.
Karsten N.
Karsten N.

1 Follower 65 Kritiken User folgen

3,0
Veröffentlicht am 8. August 2026
"The Last House" ist am überzeugendsten als ein geradliniges häusliches Drama, mit zunehmend behafteter Familiendynamik, die den Verfahren eine Grundlage für Glaubwürdigkeit verleiht, auch wenn alles, was außerhalb des Hauses passiert, weitgehend unergründlich bleibt. Netflix Versuch erneut ein mysteriös apokalyptisches Sci-Fi Abenteuer zu erzeugen, nutzt dabei allerdings die schauspielerischen Talente nicht voll aus. Ein solider Thriller der unterhält, zwar nicht ganz Perfekt ist, aber auch ohne die offensichtlichen realen Parallelen funktioniert.
hylby
hylby

33 Kritiken User folgen

3,5
Veröffentlicht am 17. August 2026
Ein am Anfang myteriöses Familiendrama, daß sich allmählich zu einem Sci-fi Horror entwickelt. Nicht gerade glaubwürdig, aber doch unterhaltsam, spannend und originell erzählt.
Toni “ths_pictures” Hempe
Toni “ths_pictures” Hempe

6 Kritiken User folgen

3,5
Veröffentlicht am 8. August 2026
Kopf aus, Film an! 
​Ganz ohne Spoiler vorweg: Ich habe ehrlicherweise Schlimmeres erwartet, aber The Last House entpuppt sich als echter, klassischer Popcorn-Film. Die Story ist herrlich abgedreht, verliert dabei aber glücklicherweise nie den roten Faden. Dank kaum vorhandener Längen bleibt das Ganze durchweg kurzweilig und unterhaltsam.
​Warum dann „nur“ 3,5 Sterne?
​Ganz fehlerfrei ist der Film natürlich nicht. Die schauspielerischen Leistungen pendeln sich irgendwo zwischen stark und ausbaufähig ein, und manche Dialoge sind schon extrem überzeichnet. Auch mit zeitlichen Angaben (Tage, Monate, Jahre) wird recht willkürlich umgegangen. Zudem hätte man das Potenzial rund um die Nachbarschaft noch etwas tiefer ausschöpfen können.
​Fazit:
Unterm Strich ist der Film absolut in Ordnung. Wer einen unkomplizierten, unterhaltsamen Abend verbringen möchte, kann hier definitiv einen Blick riskieren.
Andreas Bert
Andreas Bert

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2,0
Veröffentlicht am 9. August 2026
Zieht sich am Anfang ewig ,dann kommen Octopus- Aliens und es macht den Film nicht besser! Dem Film fehlt es an Abwechslung und trägt leider nicht zur Unterhaltung bei.
Seidlmarlene38
Seidlmarlene38

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5,0
Veröffentlicht am 20. August 2026
Ich fand den Film sehr aufschlussreich. Er bringt einen zum Denken und macht auch klar, dass wir offener mit der Natur umgehen sollen und nicht gegen sie arbeiten.
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