RUCKZUCK HÄNGT DER KIEFER TIEFER
Lucy kehrt mit ihren Freunden auf ihre Heimatinsel und zur Familie zurück, die idyllische Paradieszeit kann beginnen.
Tja denkste, denn Familienaffe Ben wird von einem tollwütigen Tier gebissen und entwickelt schäumend schlechte Laune.
Primate geht ca. 90 Minuten, ist ab 16 Jahren freigegeben und klingt wie herrlicher B-Movie-Trash, durchdrehender Killer-Schimpanse gegen Menschen. Eigentlich kann man kaum was falsch machen, eigentlich. Denn das erste Viertel besteht daraus, dass sich alle kennenlernen. Das zweite Viertel verbringen gefühlt sämtliche Figuren im Pool, weil Schimpansen nicht schwimmen können. Wobei der wahre Horror eher der Pool selbst ist. Wer baut bitte einen Pool direkt am Abhang, der aussieht, als könne er bei nächsten stark Regen Richtung Hölle abrutschen? Im dritten Abschnitt tauchen zwei Halbaffen in Menschengestalt auf, damit ein paar Kills passieren und im Finale geht’s darum, Ben aufzuhalten, bevor er die Primaten-Schlachtplatte fertig serviert.
Das größte Problem sind die Figuren. Die sind so egal, dass ich spätestens bei der dritten Poolszene nicht mehr wusste, wer jetzt wer ist. Dazu benehmen sich die Leute regelmäßig so, als hätten sie ihre QuickTime-Events verkackt, damit ja was dummes passiert.
Dennoch, ganz schlecht ist der Film nicht.
Die Atmosphäre funktioniert stellenweise, manche Spannungsmomente sitzen und die Kills sind solide. Problem ist nur, dass der Film als Slowburner einfach zu oft vor sich hin dümpelt und Ben selbst ist teils echt seltsam inszeniert. Der wirkt nicht wie ein instinktgetriebenes Tier, sondern eher wie ein Serienkiller mit Fellkostüm. Wenn der sich auf Leute setzt, deren Arme fixiert und ihnen die Finger in den Mund steckt, driftet das Ganze in eine Richtung ab, bei der man denkt: „Äh… was gabt ihr dem Affen bitte zu schauen?“
Unterm Strich ein durchschnittlicher Horror-Affenfilm, der mal gute Spannung erzeugt und dann wieder herum dümpelt wie ne Poolnudel im Wasser. Nicht katastrophal, aber auch nichts, was man verpasst.
5/10 Punkten. Am meisten überrascht hat mich ehrlich gesagt, dass die nervige Bratze vom Anfang, die einzige Figur mit funktionierendem Hirn ist.