Neueste Kritiken: "Wuthering Heights" - Sturmhöhe - Seite 2
"Wuthering Heights" - Sturmhöhe
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Kinobengel
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Veröffentlicht am 13. Februar 2026
TRAUMA BONDING
Heathcliff (Jacob Elordi) wächst auf dem Gut „Wuthering Heights“ in der Familie Earnshaw als Ziehkind auf. Er entwickelt eine tiefe Freundschaft zur ungefähr geichaltrigen Cathy Earnshaw (Margot Robbie), die später den reichen Edgar Linton (Shazad Latif) heiratet. Heathcliff verlässt gedemütigt das Haus, kehrt aber einige Jahre später mit der Absicht zurück, den Earnshaws und Lintons großen Schaden zuzufügen.
Emerald Fennell hat „Promising Young Woman“ (2020) sowie „Saltburn“ (2021) nach eigenen Ideen wie Drehbüchern verwirklicht und damit Aufsehen erregt. Nun greift sie zur Weltliteratur, übernimmt zwar den Titel des 1847 von Emily Brontë veröffentlichten Romans, jedoch nur den vorderen Teil der Geschichte für ihren aktuellen Film. Fennell unternimmt das einzig Richtige: Sie quetscht nicht das gesamte schriftstellerische Werk ihrer Landsfrau auf die Leinwand, denn ihr Fokus ist die seelische Verbindung zwischen den Protagonisten, deren baldige Hassliebe hervorragend nachvollziehbar herausgearbeitet ist. Das Publikum wird mit intensiven emotionalen Wendungen überströmt. Cathy und Heathcliff wissen in ihrer desorganisierten Bindung bald nicht mehr, woran sie sind. Geschickt setzt Fennell die Momente des Nichtgesagten neben unbändigen Provokationen ein, gespickt durch unterschlagene Post. Hier tritt eine dritte Person auf, die entscheidenden Einfluss nimmt. Eines steht fest: An Langeweile ist in den 136 Minuten Spielzeit nicht zu denken.
Die gewählte Optik wirkt durch viele ausladend theatralische, kontrastreich visualisierte Szenenbilder opulent. Regen wie Sturm in beeindruckend felsiger Landschaft geben sich ein Rendezvous mit Filmtitel und der bewegten Handlung. Dazu kommen die starken Nahaufnahmen der schmachtenden oder … OMG, die Robbie gibt der Mimik ihrer Cathy so viel Bosheit. Einiges ist verstörend, nicht zu explizit, bleibt also im FSK12-Rahmen. Beim Soundtrack greift Fennell mehr zur künstlerischen Freiheit, weil da eher modern Technisches aus den Boxen dröhnt, was jede Leidenschaft dennoch kräftig unterstützt. Das klingt schon längst nicht mehr nach einem typischen Kostümfilm.
Emerald Fennell gelingt eine wuchtige, auf den Punkt genau getaktete Teilinszenierung von Brontë’s „Wuthering Heights“, die durch das betonte Spiel von Verschmelzung, zivilisiertem Selbst und Demut zu einem bewegten Kinoerlebnis wird.
Hier bin ich mal wieder der totale Banause, da ich das Buch nicht kenne und nichts über die Handlung wusste. Letztlich sah ich einen verwirrenden Film, der mit seiner eigenartigen Musik eine restlos verstörende Stimmung aufbaut. Zu diesen Klängen sieht man Margot Robbie und Jacob Elordi, die sich im Kern lieben und doch permanent versuchen, einander körperliches und seelisches Leid zuzufügen. Also kein Film fürs romantische Date, sondern ein forderndes Drama