7,50€ FÜR EIN BIER AUS DER DOSE?
Jakob liebt seine Amelia, doch beiden fehlt die Leidenschaft füreinander. Die suchen sie sich lieber bei anderen Menschen, zumindest in Gedanken. Eines Abends begibt sich Jakob auf eine Reise durch Berlin, die ihm Spannung und Knistern verspricht. Was er bekommt, ist ein Albtraum.
Traumnovelle läuft etwa 110 Minuten, ist ab 16 Jahren freigegeben und basiert auf einer Buchvorlage. Es geht um einen Mann, der den Kick sucht, um wieder mit seiner Frau im Bett zu landen. Sie selbst geilt sich auch an anderen auf, also alles ganz normal hier.
Ich gebe zu, ich habe nur wegen Nora Islei eingeschaltet. Sie hat gefühlt nur fünf Minuten Screentime, aber die sind die stärksten des Films. Als Angestellte eines Amüsierbetriebs trifft sie auf Jakob und verkörpert Verletzlichkeit, Unterwerfung und einen inneren Kampf auf eine Weise, die einfach fantastisch ist. Diese Frau ist einfach der Hammer.
Alles andere ist leider ziemlicher Quatsch, allen voran Jakob und der Rest des Casts. Niemand ist sympathisch, niemand zeigt echte Emotionen, und der Text wird emotionslos heruntergerattert. Zwischendurch hat Jakob Tagträume von der Oper, davon, wie er Leute zusammenschlägt oder jemand ihm Blut ins Gesicht hustet, typische Tagträume eben.
Die Story selbst hat wenig zu erzählen, da fast alles in endlosen Dialogen passiert. Und wenn es mal spannend werden könnte, etwa als Jakob einer Geheimgesellschaft auf die Spur kommt die gern Rudelbums mit Anfassen machen, wird daraus nichts gemacht, beziehungsweise gar nichts erklärt. Am Ende erzählt er alles seiner Frau, sie nickt und das war’s.
Unterm Strich bleibt ein Werk, das sich für interessanter hält, als es ist. Die Figuren sind schrecklich und langweilig, die Story hätte Potenzial, aber man macht einfach nichts daraus. Nur Nora Islei ist ein echter Lichtblick.
3 von 10 Punkten.
Und dass man Leipzig zeigt, aber Warschau einblendet, ist eine Frechheit sondergleichen.