ALLEIN AUF HOCHZEITSREISE
Matt hat alles vorbereitet, die Hochzeit in Rom und die Flitterwochen warten. Dumm nur, dass seine Verlobte statt dem Ja-Wort beschließt, lieber Freiraum als Ehering zu wollen. Statt frisch verheiratet sitzt Matt allein in Italien und weiß nicht, ob er heulen, trinken oder den Rückflug nehmen soll. Zum Glück hat der Hotel-Concierge die Idee, mach die Hochzeitsreise trotzdem.
Solo Mio geht ca. 95 Minuten, ist ab 6 Jahren freigegeben und setzt auf den Charme von Kevin James und genau der rettet den Film. Denn seien wir ehrlich, die Handlung überrascht so sehr wie die Sonne im Hochsommer. Nach fünf Minuten weiß man, wo die Reise hingeht. Matt ist traurig, lernt eine sympathische Frau kennen und entdeckt das Leben neu.
Rom-Com-Lehrbuch Seite 1 bis 200.
Trotzdem funktioniert es. Kevin James spielt Matt genau so, wie man ihn sehen möchte. Ein bisschen verloren, überfordert, aber immer sympathisch. Diese Mischung aus Teddybär und leicht verunsichertem Durchschnittstyp nimmt man ihm einfach ab. Man versteht, warum er leidet, aber gönnt ihm gleichzeitig jeden Schritt zurück ins Leben.
Besonders die Italien-Kulisse hilft enorm. Rom, kleine Cafés, die Reisegruppe und die vielen Begegnungen sorgen dafür, dass man selbst dann gerne zuschaut, wenn die Geschichte auf Autopilot läuft.
Die Nebenfiguren bewegen sich zwischen charmant und kompletter Fremdscham. Ausgefallen fand ich die Dynamik der beiden Ehepaare um Matt. Das eine Paar predigt Geduld, Selbstfindung und Heilung. Das andere vertritt die Philosophie, Vergiss die Ex und geh auf Abenteuerjagd. Im Grunde hat Matt Engelchen und Teufelchen auf den Schultern sitzen.
Logisch ist dabei längst nicht alles. Manche Entwicklungen gehen zu schnell und manche Gespräche laufen exakt so, wie sie laufen müssen, damit die Handlung weiterkommt.
Unterm Strich eine vorhersehbare, aber sympathische Rom-Com, die keine großen Risiken eingeht, dafür aber mit Charme, schöner Kulisse und Kevin James punktet.
6/10 Punkten. Der Film stellt nebenbei eine gar nicht so dumme Frage, wie viele Menschen bleiben zusammen, weil sie sich lieben und wie viele, weil sie Angst davor haben, nochmal von vorne anfangen zu müssen?