NACH 1000 SCHUSS IST SCHLUSS?
Hannes liebt sein Leben, er ist ein erfolgreicher Autor, macht jeden Morgen Frühstück für alle und seine Familie ist ihm das wichtigste… zumindest sieht er das so. Denn seine Kinder sind genervt und seine Frau gelangweilt, daher zieht diese mit der Tochter aus. Hannes ist völlig überfordert, aber irgendwie trotzdem überzeugt, Beständigkeit ist der Schlüssel.
Die Ältern geht ca. 100 Minuten und ist ab 6 Jahren freigegeben. Wir haben hier eine Buchverfilmung mit Eberhofer-Star Sebastian Bezzel in der Hauptrolle und eins vorneweg, ich kenne das Buch nicht, aber ich lag nahezu die komplette Zeit lachend im Kinosessel und ich war nicht allein, der ganze Kinosaal klang stellenweise wie ein Rudel Hyänen.
Gerade wenn Hannes seine Kopfstimme über Situationen, Menschen und Alltag ablaufen lässt, ist das ein wahres Fest. Gags darüber wie Väter riechen, dass Männer wie Avocados sind und dass man beim Inder doch mal auf deutschen Mainstream zurückgreifen sollte, ist das genau die Art Humor, die gleichzeitig bescheuert und erschreckend wahr ist.
Die Story hat ein angenehmes Tempo und alle Figuren sind toll geschrieben. Alleine der Grund, wieso Tochter Clara auszieht, ist fantastisch. Sohn Nick und sein Abi-Finale sind humoristisch klasse. Selbst die kleine Lovestory von Hannes wirkt glaubhaft und nicht wie „jetzt brauchen wir hier schnell Romantik für die Zielgruppe“.
Das eigentliche Schmankerl sind aber die Dialoge, ein wahrer Schmaus für Ohren.
Etwas abfallen tut Ehefrau Sara, die bleibt eher so die klassische „Plot-Schubserin“, aber da die Hauptfigur Hannes ist, muss man halt damit leben.
Das Finale bietet kein klassisches Happy End mit „alle haben sich lieb“, sondern bringt eine erwachsene Version von, manchmal müssen Veränderungen einfach sein.
Unterm Strich bleibt eine deutsche Komödie, die einwandfrei funktioniert. Mit viel Augenzwinkern und Übertriebenheit entstehen amüsante Situationen, Dialoge und jede Figur macht ihre Entwicklung.
8,5/10 Punkten. Die 1000-Schuss-Theorie könnte von Mathelehrern entwickelt wurden sein, damit Teenager sich wenigstens etwas mit Zahlen beschäftigen.