BRUTALES KUNG FU, ABER ÖDE PASTA
Mei sucht ihre große Schwester in Rom, dafür nimmt sie größte Gefahren auf sich. Denn dort angekommen legt sie sich mit der italienischen wie chinesischen Mafia an, so lernt sie denn Koch Marcello kennen, dem Sohn des Mannes der ihre Schwester entführt haben soll. Nach anfänglichen Schwierigkeiten tun sich beide zusammen.
Kung Fu in Rome geht ca. 140 Minuten, ist ab 16 freigegeben und ist ein Film mit zwei völlig verschiedenen Persönlichkeiten.
Persönlichkeit eins: Kung-Fu vom Feinsten.
Persönlichkeit zwei: Story, die dich einschläfert wie lauwarme Milch.
Fangen wir mit dem Guten an, die Martial-Arts-Sequenzen sind fantastisch. Mei kämpft kreativ, brutal und mit allem, was nicht bei drei in Deckung ist. CDs, Käsereiben, Rosen, halbe Rinderhälften. Das ist roh, hart, präzise und macht unfassbar Spaß. Nicht übermäßig blutig, aber schmerzhaft genug, dass man beim Zuschauen die Rippen zusammenzieht.
Die Handlung ist leider ungefähr so spannend wie Gras beim wachsen zu zusehen. Statt sich auf Meis eigentlich hochinteressanten Hintergrund zu konzentrieren, verbotenes Kind der Ein-Kind-Politik, Trauma, Identität, Schuld verliert sich der Film in italienisch-chinesischem Mafia-Gedöns. Viel Gerede, wenig Inhalt. Dazu kommt: Mei spricht nur Chinesisch, viele andere nicht. Bedeutet, Untertitel overkill und Figuren, die sich selten verstehen, emotional wie sprachlich.
Marcello als Love-Interest ist unglaubwürdig. Die Nebenfiguren sind Austauschbar und die Laufzeit ist viel zu lang für das was geboten wird.
Unterm Strich bleibt ein Film, den man wegen der Action schauen sollte und durch alles andere muss man durch. Wer auf kompromisslos gutes Kung-Fu steht, kommt auf seine Kosten. Wer Story, Figuren oder emotionale Tiefe sucht, darf sich innerlich schon mal warm kämpfen.
6/10 Punkten. Elisa Wong spielt ordentlich, keine Frage, aber ihr Gestöhne und Geheule ließ mich eher schmunzelnd die Augen rollen als mitfühlen.