A Useful Ghost
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Kinobengel
Kinobengel

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3,5
Veröffentlicht am 30. März 2026
DER TRICK MIT DEM DRECK


Die an Staubverschmutzung verstorbene Nat (Davika Hoorne) hatte keinen guten Stand in der Familie des Witwers March (Witsarut Himmarat). Nachdem sie sich als Geist in einem Staubsauger materialisiert, hält sie erst recht den Schwarzen Peter in der Hand, denn in der Fabrik von Marchs Mutter (Apasiri Nitibhon) wütet der Geist eines dort gestorbenen Arbeiters, was zur Schließung des Betriebs durch die Behörden führt. Nat versucht zu helfen.

Umweltverschmutzung (insbesondere die Feinstaubbelastung) ist in Thailand ein hochpolitisches Thema. Regisseur Ratchapoom Boonbunchachoke, der an der Entstehung des Drehbuchs beteiligt ist, nutzt die in den letzten Jahren eingetretene Lockerung der staatlichen Zensur und packt die Sache für sein Langfilmdebüt in eine Satire mit leichten Horrorelementen. Im Nebenplot wird eine homosexuelle Beziehung betrachtet. Bei der Premiere in Cannes sowie auf weiteren Filmfestivals hat der ungewöhnliche Genre-Film einige Nominierungen und Preise einstreichen können.

Der thailändische Filmemacher prangert das Staatsversagen in der Umweltpolitik recht deutlich an, differenziert jedoch auch durch die Ermittlung der Todesursache des oben genannten Arbeiters. Er verwendet eine humorige Erzählweise, die aber nicht allein schon deswegen absurd anmutet, weil die mehr oder weniger beliebten Geister in der Welt von „A Useful Ghost“ zur Bevölkerung gehören. Der Film zieht seine Energie zweifelfrei aus den zahlreichen verrückten, auch mal romantischen Situationen um alle Erscheinungsformen und sieht im Übrigen trotz des durchgreifenden Stils eher günstig produziert aus. Yorgos Lanthimos hat mit „Killing of a Sacred Deer“ (2017) gezeigt, dass die Ohnmacht in einer Über- und Unterordnungssituation bestenfalls durch metaphysische Kräfte zu besiegen ist; völlig humorlos legt der Grieche den Schwerpunkt straight auf das Entsetzen der scheinbar Mächtigeren. Dagegen wirkt das Werk des thailändischen Filmemachers etwas durcheinander. In einer Art Showdown fließt dann einiges Blut mit weiterem Augenzwinkern, ohne visuell drastisch zu werden. Der Fan von Psycho- oder Slasher-Horror bekommt also eindeutig zu wenig.

Ratchapoom Boonbunchachoke setzt eine Marke für das thailändische Kino. Seine unkonventionell geschaffene Satire hat durchaus Anspruch, Einfallsreichtum, Charme und kann das Publikum begeistern.
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