The North
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Kinobengel
Kinobengel

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3,5
Veröffentlicht am 24. Mai 2026
AM ZIEL VERMISST MAN DEN WEG


Die Freunde Chris und Lluis (Bart Harder, Carlos Pulido) haben sich 10 Jahre nicht gesehen. Sie beginnen eine für 28 Tage geplante Wanderung durch die schottischen Highlands.

Ich habe „The North“ in München zum regulären Filmstart gesehen, begleitet von einer erfahrenen Highlands-Wandrerin.

Bart Schrijver hat seinen 2. Langfilm nach eigenem Drehbuch inszeniert. Sein erstes Werk, „Human Nature“ (2022), beschreibt eine Frau, die in der Natur Norwegens zu sich selbst finden möchte.

Schrijver zeigt Beobachtungskino, eine als Drama ausgelegte Story bleibt weitgehend aus. Zur Vergangenheit von Chris und Lluis, die als unterschiedliche Muttersprachler auf Englisch miteinander sprechen, erfährt das Publikum so gut wie nichts. So lässt der niederländische Regisseur die beiden ab dem ersten Wiedersehen am Startpunkt in Schottland nicht aus dem Auge der Kamera. Dass sie über das Zusammenfinden hinaus mit unterschiedlichen Beweggründen auf diese immerhin 600 km lange Tour gehen, wird recht schnell und deutlich herausgearbeitet. Geschickt lässt Schrijver bei Ungereimtheiten oder kleineren Konflikten die Figuren agieren, selten überreagieren, kleine Veränderungen der Körpersprache stehen hervorragend neben der verbalen Kommunikation. Allmählich gibt der Filmemacher zu erkennen, wie jeder der Wanderer auf unterschiedliche Weise mit seinem Ich beschäftigt ist und die gemeinsame Unternehmung belastet. Die wenigen Begegnungen mit anderen Personen (Einheimische, Touristen) ergeben weitere Blickpunkte auf die unterschiedlichen Charaktere, deren Verhalten äußerst natürlich erscheint.

Schrijvers Film ist nicht zwingend eine Werbung für Schottlandreisen. Regen dominiert die beeindruckende Landschaft, drückt jedoch die Stimmung der Wanderer nicht ausufernd. Die Bilder aus der Totalen zeigen auch, dass die Freunde nicht ständig eng zusammen gehen, was - wie die vielen anderen Aufnahmen - den Willen zum Realismus unterfüttert. Wegen einiger Wiederholungen, die vielleicht die immense Strecke hervorheben möchten, schleichen sich in 131 Minuten Spielzeit kleinere Längen ein.

„The North“ besticht als ruhiges sowie wirklichkeitsgetreues Kinoerlebnis.
Jochen
Jochen

3 Kritiken User folgen

2,5
Veröffentlicht am 2. Juni 2026
Eine gewisse Affinität zum wandern ist schon Voraussetzung um sich für diesen Film zu entscheiden. Auch wenn die Geschichte der beiden Wanderer sehr an der Oberfläche bleibt, wird man durch schöne Bilder entlohnt. Und wie beim wandern lohnt es sich auch im Kino den Blick mal in die Ferne schweifen zu lassen.
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