Die Stadt der Blinden
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2,0
Veröffentlicht am 25. Februar 2010
Mal eines vorweg: Ich liebe anspruchsvolle Filme, über deren Thematik man auch Tage danach noch reden kann, Filme wie "The Sixth Sense", "Vanilla Sky" oder "Dead Man Walking", um nur mal ein paar zu nennen.

Die Story von "Stadt der Blinden" hat mich daher sehr interessiert, da man aus dieser Thematik ansich einiges machen kann, doch das Ergebnis ist leider nicht einmal zufriedenstellend. Es liegt nicht an den Schauspielern: Jeder spielt seine Rolle sehr authentisch, es liegt auch nicht an der Atmosphäre, welche stellenweise sehr bedrückend ist. Es liegt an der Unentschlossenheit, die der Regisseur bei seinem Werk an den Tag gelegt hat. Die erste halbe Stunde des Filmes ist vollkommen überflüssig. Der Anfang mag zwar noch gefallen, als der junge Chinese auf einmal blind wird und hilflos durch die Gegend stolziert und man mit ansehen muss, wie seine Hilflosigkeit gleich ausgenutzt wird. Darauffolgend wirken die Szenen größtenteils unauthentisch: Man sieht kein Trauern, keine Panik, keine Hilflosigkeit, die sicherlich jede verspüren würde, wenn ihn ein solches Schicksal ereilt. Daher fehlt es dem Film an den meisten Stellen an Seele, an Aussagekraft, für den Zuschauer fehlt das Gefühl in eine reale Gegebenheit zu schlüpfen und so plätschert alles so vor sich hin. Das Interesse, den Film weiterzuschauen ließ immens nach, trotzdem biss ich mich durch. Darauffolgend schlägt der Film dann das andere Extrem ein: Frauen werden von den Männern vergewaltigt, damit sie etwas zu essen bekommen, im Krankenhaus bricht ein regelrechter Krieg aus. Diese Szenen sind vielleicht noch zu verantworten, jedoch nicht unter den Gesichtspunkten, dass davor die Thematik so inobjektiv angegangen wurde. So kommt es einem vor, als würde aus einer völlig harmlosen Situation plötzlich das Chaos ausbrechen - kein geschickter Übergang.



Die Blindheitsthematik wurde leider auch nicht ausreichend verarbeitet. Gut, eindrucksvoll ist es schon, als man die Blinden durch die Stadt laufen sieht, in der mittlerweile Chaos und Verwüstung herrscht, da kommt man für kurze Zeit schon mal ins Grübeln. Das wars dann aber auch schon! Ansonsten hat man stetig den Eindruck, die Menschen würden den plötzlichen Verlust des Augenlichtes gut verkraften. Wo sind also die Dinge, die mich zum Nachdenken anregen, über die ich auch nach dem Film diskutieren kann? Wo ist das Mitfühlen mit den Charakteren? Ich habe zu keinem Zeitpunkt Mitleid für eine Person empfunden, ganz einfach weil viele Szenen (wie angesprochen) unauthentisch sind und die Charakterzeichnung einfach zu inkonsequent ist.



Der Film hat ästhetische Stärken. Man merkt schon am Anfang, dass hier jemand am Werk war, der es versteht, bildgewaltige Filme zu produzieren. Das reicht jedoch nicht für einen guten Film! Deshalb: Kurz nach dem Gang aus dem Kino ist der Streifen schon längst vergessen - für ein Drama viel zu wenig!
Kino:
Anonymer User
4,5
Veröffentlicht am 19. März 2010
Also zunächst einmal sollte allen klar sein, dass die Situation in diesem Film fiktiv ist. Darum geht es aber auch überhaupt nicht. Die Leute könnten auch auf einer einsamen Insel sein, jedoch wäre die Wirkung nicht so stark wie es hier gelöst wurde, auch durch die Blindheit. Es geht vielmehr um das Verhalten der Menschen untereinander in einer solchen Ausnahme Situation.



Ich fühle mich leider gezwungen einige Worte über manche Gastkritiken (nicht Gastkritiker wohlgemerkt) zu verlieren. Hier wird bemängelt, dass "Frau Moore" die einzige ist die nicht erblindet. Das ist doch nun wirklich egal. Bei Action Filmen fragt auch niemand, warum die Helden eigentlich nie von gefühlten 1000 Kugeln getroffen werden, das ist auch egal in solchen Genres! Man fragt auch nicht warum Neo der Auserwählte der Matrix ist, er ist es einfach. Die Soldaten sind auf einmal weg, na weil sie auch erblinden?! "Frau Moore" verzeiht ihrem Mann der fremd geht, ja auch sowas soll es geben, Leute die verzeihen. Weitere Sache, es kommt nach einer Zeit keiner mehr in die Anstalt, weil ALLE blind sind, dann braucht auch keiner mehr isoliert werden. Zum Punkt, dass keine Untersuchungen unternommen werden, nun ja würde man selbst Leute untersuchen, wenn man keinen Schimmer hat, wie die Krankheit (wenn es eine ist?) übertragen wird, ich Rede nicht von Luftübertragung.



Ich muss dazu sagen, dass ich das Buch gelesen habe, was einige hier scheinbar nicht haben. Daher kann ich nur empfehlen das gleichnamige Buch zu lesen, welches auch einfach durch seine Details deutlich besser ist, vom Nobelpreisträger Jose Saramago. Ähnliche Probleme wie bei "The Da Vinci Code", den man meiner Meinung nach aber wesentlich schlechter verstehen konnte wenn man das Buch nicht gelesen hat.



Wer Action sucht, für den ist der Film natürlich garnichts. Wer allerdings ein bisschen nachdenken möchte und gespannt ist wie die Menschheit auf solch ein Ereignis reagiert, der sollte sich den Film definitiv angucken. Dabei kann man sich selbst auch fragen wie man reagieren würde. Mir ist völlig klar, dass der Film nicht allen Gefallen kann und muss.



Es ist ein sozialkritischer Film mit Denkanstoß der gut die Situation der sogenannten Zivilisation wiederspiegelt. Jeder der sich damit nicht befassen möchte, sollte die Finger vom Film lassen.



Ich möchte hiermit auch nochmal klarstellen, dass ich mit meiner Kritik keinen persönlich angreife, ehrlich. :-)
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