Was kann es Schlimmeres geben, als das eigene Kind zu verlieren?
Diese furchtbare Vorstellung wird leider immer wieder für viele, viele Eltern wahr, insofern ist das, was uns "Rabbit Hole" zeigt keine außergewöhnliche Geschichte von außergewöhnlichen Leuten, die außergewöhnliches vollbringen. Sondern das, was den beiden da in dem Film widerfährt ist leider, leider etwas ganz Alltägliches. Und dennoch gibt es keine allgemeingültige Antwort. Selbst ein "ich kenne das" - ein Satz, der im Film mehr als einmal gesagt wird - verkommt angesichts einer solchen
Tragödie zur lächerlichen Floskel. Denn niemand kennt das und niemand kann nachvollziehen, was so ein Erlebnis mit dem einzelnen Menschen anstellt.
Genau davon handelt "Rabbit Hole", wir sehen mehrere Menschen, die ein Kind verloren haben und wir sehen ganz unterschiedliche Strategien, wie die Menschen damit umgehen. Im Fokus stehen natürlich Howie (stark: Aaron Eckhardt) und Becca (überragend: Nicole Kidman), die sich in der Folge ihres Verlusts immer weiter voneinander entfernen, bis sie zwei völlig unterschiedliche Sprachen sprechen und am Ende gar nicht mehr miteinander kommunizieren können.
Und beide finden dann auch ihren eigenen Weg wieder heraus aus diesem Abgrund, das ist eigentlich von vornherein klar, da die Musik, die wir hören immer (!) sehr freundlich und positiv, ja geradezu fröhlich ist. Das scheint zu Beginn ein krasser Widerspruch zu sein, fühlt sich aber - letztlich auch aufgrund der starken Inszenierung von Regisseur John Cameron Mitchell - zu keinem Zeitpunkt so an. Und daher ist "Rabbit Hole" auch kein depressiver Trauerfilm, sondern vielmehr ein positiver, in die Zukunft gerichteter Film, der uns zeigt, dass auch der größte Verlust und die schlimmste Trauer überwunden werden kann.
FAZIT: Ein ebenso schrecklicher wie schöner Film, der uns anhand eines furchtbaren Einzelfalls zeigt, wie unterschiedliche Menschen mit Trauer und Verlust umgehen und welche unterschiedlichen Möglichkeiten sie dazu haben. Intensiv inszeniert, von zwei herausragenden Schauspielern getragen und dennoch jederzeit positiv und lebensbejahend. Ein starkes Stück Kino! Sehenswert!