Eine Geschichte von Liebe und Finsternis: Kritiken
Eine Geschichte von Liebe und Finsternis
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Frank B.
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4,0
Veröffentlicht am 4. Juli 2017
Romanverfilmungen, nie leicht, immer gescholten, doch bei dem Stoff und dem Werk, hier allemal gelungen. Nicht immer einfach für den Zuschauer, wie auch für den Film, so wird auch hier an manchen Stellen einfach zu viel gewollt und kommt dadurch erst recht zu kurz. Die Jahre in denen Buch und Film spielen, sind keine leichten Jahre für die Welt an sich gewesen und es gelingt wirklich gut, hier die Nachkriegszeit zu verkörpern und näher zu bringen. Der Konflikt gerade im Nahen Osten, der Aufbau des Staates Israel bietet auch heute noch genug Konfliktpotenzial ohne Lösungen. Schön, dass der Film sich nicht daran versucht, oder sich gar in Schuldzuweisungen verliert. So bleibt er sehenswert und etwas Besonderes.
Sehr menschliche und eindringliche Geschichte, die sich vielschichtig auf mehreren Ebenen bewegt. Es ist die Geschichte eines alten Mannes, seiner Mutter, die er verlor, als er noch ein kleiner Junge war, die Geschichte Jerusalems in den 40er Jahren und auch die Geschichte von Träumen, Verständnis, Hoffnung. In diesem Film prallen dabei Gegensätze aufeinander, die teilweise krasser nicht sein könnten. Eine sensible Mutter, die großartige Träume und Hoffnungen hegt, die sich aber nach und nach zerschlagen. Als Gegensatz dazu ein Vater, der pragmatisch und wissenschaftlich an so ziemlich alles herangeht, einschließlich der Träume seiner Frau. Dann sind da die Geschichten der Mutter, die der Sohn teilweise erzählt bekommt, teilweise erlauscht und teilweise sogar mitgestaltet. Diese Geschichten bilden das Herzstück des Films, durch das wir die Protagonisten, die Stadt, aber auch die Geschehnisse selbst kennen lernen und die in sich viele Gegensätzlichkeiten vereinen. Einerseits geht es um heroische Taten, die vom Sohn als noch viel heroischer und erstrebenswerter ausgelegt werden, als die Mutter es beschreibt. Daneben wird man das Gefühl nicht los, dass in den Geschichten auch ein deutlicher, aber irgendwie von kaum jemandem in seiner Bedeutung vernommener Hilferuf der Mutter steckt. Ein Film, der auf seine Weise zum Nachdenken anregt, ohne zu werten oder eine Meinung vorzudiktieren.
Gute Buch-Adaption beim Regie-Erstling von Natalie Portman. Leider mit etwas zuviel Distanz zur Vorlage, die ruhig hätte mehr eigene Ideen gebraucht hätte. Wirkt dadurch etwas bieder und brav. Ansonsten aber nah an der Biographie und technisch ok. Miss Portman hat sich zumindest an interessanten Stoff gewagt. das geht ok!
Gut, ich gebe zu, ich hatte Rückenschmerzen. Was mit ein Grund war, dass ich dem Ende sehnlichst entgegensah. "Hoffentlich stirbt die Dame endlich, dann hat das Elend ein Ende...", so meine Gedanken. An diesem Film ist nichts, was sich irgendwie von dem tristen, flachen Grau in Grau und Braun in Braun abhebt. Bezeichnend ist die Szene von der Annahme der Unoresolution bezüglich der Staatsgründung: Dunkelheit und suizidfördernde Musik im freudigsten Moment der Jüdischen Geschichte. (Ja, sicher, der Filmtitel trägt die Finsternis in sich, aber ein guter Regisseur hätte diese Finsternis im Kopf der Mutter inszeniert.) Der junge Amos bleibt blass und langweilig, der Vater ist so dermaßen stereotyp gezeichnet, dass es den Verantwortlichen eigentlich peinlich sein müsste. Am meisten gibt noch die Mutter her: die geht einem so dermaßen auf den Senkel mit ihrem pseudointellektuellen Nichtstun und mit ihrem Gehabe um ihren Sohn, dass man ihr den Tod richtiggehend wünscht . Die Ratschläge und Weisheiten, die sie dem Jungen gibt, haben zwar durchaus ihren inneren Sinn, sind aber bei einem etwa zehnjährigen Kind völlig unangebracht. Ganz zu schweigen davon, dass sie sich Nachts zu ihm ins Bett legt. Und auch wenn rein gar keine sexuelle Motivation dahintersteckt - völlig gaga ist es trotzdem. Dem kundigen Leser ist natürlich bekannt, dass die Frau an der Kluft von einstiger Eleganz und jetziger Armut zerbricht. Aber im Film spinnt sie einfach unmotiviert vor sich hin, was kein Verständnis oder Mitleid sondern nur Aggressionen weckt. Alles in Allem: Kauft Euch lieber das Buch, ist billiger, Ihr habt länger davon und könnt Eure Bilder im Kopf mit etwas mehr Farbe und Sonne ablaufen lassen, als es dieser Film tut
Mir war bis eben gar nicht klar, dass Natalie Portman Jüdin ist, dieser Film war dann dementsprechend auch ihr Herzensprojekt, in dem sie dann erstmals auch die Regie übernommen hatte. Das merkt man dem Film auch an, ganz offensichtlich hat sie da viel Energie und Liebe reingesteckt. Allerdings verzettelt sie sich dann auch immer mehr in kleinen, mehr oder weniger seltsamen Einzelepisoden, ohne dass die Handlung merklich vorangeht. So fehlt es dem Film dann auch an entsprechender emotionaler Tiefe und Spannung.
Das ist eigentlich ziemlich schade, denn die Geschichte liest sich auf dem Papier als sehr interessant und unterhaltsam. Nur ist es der fertige Film dann eben nicht. Dennoch mag ich Natalie Portman weiterhin sehr und durch ihr Engagement für diesen wichtigen Film ist sie in meinem Ansehen nochmal deutlich gestiegen.