"Der Krieg macht die Menschen nicht besser - er macht sie zu Hunden, vergiftet die Seele". -
Terrence Malik gilt als einer der wohl visionärsten Regisseure unserer Zeit, den man ohne Probleme in die Nähe eines Gaspar Noé oder David Lynch rücken kann, denn er hält in Punkto handwerklicher Qualität und unentwegtem philosophischem Überbau dem Vergleich mit ähnlich methodisch vorgehenden Regisseuren der Branche stets ohne Probleme stand. Als Dichter, Poet und Künstler erschafft er ebenso stets das, was man im Medium Film wohl als "Magie" wahrnimmt / bezeichnen würde. Dabei macht es Terrence Malik dem Betrachter, ähnlich wie im aktuellen "Tree Of Life", zu Beginn von "Der schmale Grat" keineswegs leicht, einen vernünftigen Einstieg in "Der schmale Grat" zu finden." Vor allem sind Geduld, Sitzfleisch, das ändern der Erwartungshaltung und Aufmerksamkeit gefordert, um einen Zugang zum philosophischen, 3stündigen Meisterwerk "Der schmale Grat" zu erhalten.
Alle Schöpfungen der Natur sind in ihrem Wesen wie Raubtiere, die stets nur auf das eigene Überleben bedacht sind. Die Gewalt gehört einfach zur Natur dazu, sie ist wesensimmanent, ein Phänomen, das sich in seinem Ursprung nur sehr schwer erfassen lässt, aber im Zuge des Lebens und überlebens der Menschen unsere Welt schon seit Jahrhunderten prägte und für immer verändert hat. Eine paradisische Welt, wie wir sie uns immer vorgestellt haben existiert im Grunde genommen nicht. Aber wie würde diese mit samt ihrer Harmonie und ohne Gewalt eigentlich aussehen? Wie würde man sich fühlen, wenn man zu ihr zurückfinden würde? Zu Beginn findet Terrence Malik die passenden Bilder samt philosophischen Off Screen Kommentaren und zurückhaltendem, aber trotzdem emotionalem Score von Hans Zimmer, wenn er Private Witt (Jim Caviezel) fernab der technisierten, menschlichen und gewaltbereiten Zivilisation an einen Ort versetzt, der scheinbar wie der letzte unberührte Flecken der Natur wirkt, an dem die Menschen noch ihre Unschuld behalten haben und das Leben in vollen Zügen genießen, aber Angst vor der Gewalt, dem Tod und den Soldaten haben, die diese Dinge verkörpern. Es ist es stets ein schmaler Grat zwischen dem Leben und der sich ankündigen Gewalt, dem Tod und dem Leid vorhanden, den man nicht in alle Ewigkeit weitergehen kann, vor allem wenn sich First Sergeant Edward Welsh und seine Männer besagtem, unberührtem Eiland nähern, um Private Witt für den Dienst an der Waffe und für eine unmögliche Mission zurückzuholen / zu rekrutieren... "Warum herrscht dieser Krieg im Herzen der Natur? Warum bekriegt die Natur sich selbst, warum kämpft das Land gegen die See? Gibt es eine rechnende Kraft in der Natur, nicht nur eine Kraft, sondern zwei?" -
Wenn man als Soldat Zeuge von viel Elend und Leid geworden ist, sich tausende Kilometer entfernt von Zuhause aufhält, aus etwas gerissen wird, was man als sich als Familie und Schutz vor der restlichen Welt geschaffen hat, erschafft sich jeder früher oder später seinen eigenen Zufluchtsort, egal ob ehemals im Paradies oder später in der Hölle des Krieges direkt vor Ort am Schlachtfeld, wo man mit den Kameraden zusammenhält: "The Brotherhood Of War" ist mehr denn je in "Der schmale Grat" ein sehr wichtiger und dehnbarer Begriff... mehr unter: http://blockbusterandmore.blog.de/2011/11/16/schmale-grat-kritik-12175410/