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    Take This Waltz
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    3,6
    47 Wertungen
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    7 User-Kritiken

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    Max H.
    Max H.

    User folgen 77 Follower Lies die 153 Kritiken

    4,0
    Veröffentlicht am 7. März 2013
    Dysfunktionale Charaktere scheinen zurzeit "in" zu sein. Kein geringerer als "Silver Linings" schwimmt zuoberst auf der Welle dieses neuen Trends. Verwunderlich ist das gar nicht so sehr, wie es sich vielleicht zunächst anmutet, denn kaum ein Genre nutzt sich qualitativ so schnell ab, wie die romantische Komödie. Das Fach bietet schließlich kaum Überraschung, mag man zumindest meinen, wenn man die gewaltige Flut an Jennifer Aniston und Co. - Filme jedes Jahr aufs Neue auf sich zustürmen sieht. Und es ist immer wieder schön, so inszenatorisch frische und thematisch interessante Werke zu sehen, wie es "Take this Waltz" ist.

    Schon zu Beginn wird das Augenmerk auf die Figur gelegt mit der der ganze Film steigt und fällt, mit der unnachahmlichen Präsenz von Michelle Williams. Sie verkörpert ein fast völlig unbekanntes Frauenideal, naja zumindest wurde ihr Charakter noch nicht todgefilmt. Sie steht zwischen ihren verschiedenen Einrücken um sich herum und ist selber äußerst labil und schwer zu entschlüsseln. Immer wieder wird mit der Kamera auf ihre Kindlichkeit draufgehalten, ein Charakter, der äußerst vorsichtig zu behandeln ist, vor allem von ihrem Mann. Und den bekommt sie mit Seth Rogen's verkörperter Figur auch zunächst. Er ist geduldig und weiß um die Eigenschaften an seiner Frau, betont aber auch immer wieder, dass es die sind, die ihm an ihr gefallen. Williams's Margot hängt allerdings schon von Anfang des Films an auch zwischen der Figur Daniel und ihrem Mann Lou. Daniel fordert von ihr, aus sich hinauszugehen und ihr Leben zu leben, wenn auch äußerst geduldig und abwartend, somit erscheint es auch lange als sei Daniel der Mann für's obligatorische Happy - End. Dennoch wird immer wieder gekonnt angedeutet, dass vor allem die humoristischen Eigenschaften ihres Mannes Margot gefallen, sie steht zwischen zwei Seiten, die sie schwer gegeneinander abwegen kann und vor allem will. Somit ist es nur logisch, dass sich das Schicksal quasi durch die Postkarte selber fügt.
    Daniel selbst ist erfreulichweise nie platt gezeichnet, er steht zwischen dem obligatorischen Arschloch oder eben klischeeüberladenen Sympathieträger genauso wie Ehemann Lou, ein erfreulicher Kniff des starken Drehbuch. Das liegt auch damit zusammen , dass auch Daniel psychisch nicht einwandfrei ist.
    Dennoch liegt gerade in Sarah Polley's Inszenierung die wahre Stärke des Films. Polley geht bedacht vor, statt irgendetwas zu erzwingen. Sie umschifft locker sämtliche Klischees und spielt in der Leuchtturmszene zeitweise sogar mit ihnen, ehe Margot dann aus ihrem Traum erwacht und den Zuschauer vor den Kopf stößt. Im Übrigen nicht die einzige Szene, die den Zuschauer aufzucken lässt. Immer wieder sind es sehr emotionale und gekonnte Szenen, wie die Fensterszene zwischen Margot und Lou, aber auch deren Blödeleien wirken so lebensecht und formschön, dann aber wieder auch fast schon provokant groteske Szenen, die in einer Kamerafahrt in Daniel's neuer Wohnung gipfelt und den Zuschauer immer wieder aus filmischer Eintönigkeit herausreißt.
    Meisterlich ist schlussendlich dann noch die Performance von Michelle Williams, die für die Rolle der Margot prädestiniert, ja geradezu eine Unerlässlichkeit ist. Denn ihr noch so jugendliches und kindliches Aussehen verschmelzen mit ihrem Charakter in eine perfekte Symbiose. Dagegen können die anderen Darsteller nichts machen, wollen sie aber auch nicht. Die restlichen Darstellungen sind ruhig um Williams herumgesponnen, agieren dann aber überzeugend geradezu auf Knopfdruck. Erfreulich ist vor allem der ungewohnt seriöse Seth Rogen, aber auch Luke Kirby und nochmal besonders erwähntenenswert, Sarah Silvermann, sie alle sowie der eigentlich gesamte Cast ergeben ein großartig stimmiges Gesamtbild ab.

    Fazit: Sarah Polley zeigt mit "Take this Waltz", was alles möglich ist, im so von Heerscharen von Frauen geforderten Premiumgenre. Sehr innovativ, realistisch und lebensecht inszeniert sie ein Werk, das gefühlvoll und romantisch anmutet und doch noch so sehr viel mehr birgt, als es auf den ersten Blick erscheint. Wenn Michelle Williams dann zu "Video kills the Radio Star" in einem Karussel umherfährt, lässt sie alles, aber wirklich alles vergessen, das sich merkwürdig anfühlt, wie die beispielsweise absurden, aber witzigen Einzelszenen, die sich irgendwie doch gut ins Geschehen eingliedern, oder auch die Tatsache, dass man eigentlich garnicht weiß, wie irgendjemand in diesem Film auch nur einen einzigen Penny besitzen kann.
    Jimmy v
    Jimmy v

    User folgen 370 Follower Lies die 506 Kritiken

    3,5
    Veröffentlicht am 28. November 2013
    Etwas enttäuschend, ja, doch keine Bruchlandung: So würde ich meine Empfindung bei "Take This Waltz" beschreiben. Ich sehe die Mängel eher auf manch handwerklicher Ebene. So ist zwar der Konflikt von Margot gut eingefangen, und sie steht zwei sehr interessanten männlichen Charakteren gegenüber, aber manches ist mir dann doch etwas zu repetitiv dargelegt, manches schlicht zu lang. Diese Zeit hätte man aber gerade für Ehemann Lou nutzen können. Natürlich sehen wir alles durch die Augen der weiblichen Hauptfigur, aber irgendwie ergreift der Film damit von Anfang an zu sehr Partei, was ihm auf der interessanten Ebene dann schadet. Aber auch das ist nicht so wichtig, wenn man durchaus das Arbeitsleben von Margot hätte beschreiben können.
    Jedoch: Das mag alles Kniff gewesen sein. Man könnte nun sagen Margot sei schon etwas zu naiv und jugendlich. So wird es ja auch von ihrer Schwägerin gegen Ende hin dargestellt - wo es der Film zum Glück noch einmal schafft die Kurve zu kriegen, denn mit der Entscheidung Lous zuvor bin ich überhaupt nicht einverstanden gewesen! Margot führt sich durchaus nicht so erwachsen auf wie sie sich eigentlich gibt. Sie hängt sehr an ihren festen Vorstellungen über die Liebe fest und wünscht sich einen Ausbruch. Das ist sehr gut eingefangen. Sie ist keine sonderlich reife Person, wie ich finde. Dass Lou dann aber meint er hätte sie nicht verdient, Margot sich am Ende aber auch wieder unglücklich fühlt, lässt den Film böser wirken als er eigentlich ist. Doch auf dem Weg dahin war mir einfaches manches zu nichtssagend.
    Fazit: Ein gutes Liebesdrama, das erwachsene Beziehungen durchleuchtet und gar nicht so sehr mit der Hauptdarstellerin sympathisiert wie man anfangs denken könnte. Eine höhere Bewertung ist also für jeden drinnen, auch für mich. Im Moment bin ich jedoch zu parteiisch!
    Christian Alexander Z.
    Christian Alexander Z.

    User folgen 63 Follower Lies die 486 Kritiken

    3,0
    Veröffentlicht am 18. Oktober 2020
    Ein guter trauriger Liebesfilm. Es sind nur 3*, weil zu viele Ideen von denen einige wenige nicht gut sind den Film zu sehr strecken. So wie im Wohnzimmer der Protagonistin zu viele Bilder an der Wand hängen. Auch wird die Erzählstimmung, die eigentlich weich und freundlich ist, von unnötigen Nacktszenen gestört. Trotz der guten schauspielerischen Leistungen geht dem Film durch ein unruhiges Drehbuch und einer entsprechenden Regie viel verloren. Kann man sich ansehen.
    thunfish90
    thunfish90

    User folgen 1 Follower Lies die 10 Kritiken

    4,0
    Veröffentlicht am 21. Januar 2016
    Ein klasse gespielter, gekonnt inszenierter Film über die (mögliche) Endlichkeit der Liebe. Durch und durch authentisch sowie schonungslos ehrlich. Hat mich für mehr als 4 Sterne nicht genügend mitgerissen, stimmt mich jedoch auf persönlicher Ebene nachdenklich.
    Kino:
    Anonymer User
    1,5
    Veröffentlicht am 8. März 2013
    Einige (!) durchaus gelungene und wunderbare Momente und originelle Sichtweisen des Alltags dieses Ehepaares; jedoch ist der Film insgesamt zu lang geraten, und die Handlung sowie das dramatische Konfliktpotential sind zu dünn, um langfristig zu interessieren. Ich finde, dass die Rollen viel zu eindimensional angelegt sind, das macht die Figuren auf Dauer uninteressant. Man kann (zu) schnell verstehen und nachvollziehen, dass sich die weibliche Darstellerin bei diesem langweiligen und immer nur mit Hühnerrezepten beschäftigten Ehemann für einen anderen, etwas differenzierteren und geheimnisvolleren Mann interessiert. Viele Kritiker schwärmen in höchsten Lobestönen von diesem Film, allerdings verließen zahlreiche Besucher schon während der ersten 30 Minuten das Kino (in Berlin).
    Kino:
    Anonymer User
    0,5
    Veröffentlicht am 29. März 2013
    Enttäuschend!!!
    Flache Charaktere, leicht durchschaubare Handlung (nach 5 Minuten ist das Ende eigentlich schon klar) und eine Sexorgie zur Abrundung.
    Der Film ist bei weitem der schlechteste Film den ich je gesehen habe und meiner Meinung nach sollte er nicht ab 12 freigegeben sein, denn ich glaube es wäre für 12 jährige sehr verstörend, mal eben so im Café ausführlich geschildert zu bekommen wie einer sich den Sex mit jemand anderen wünscht oder sehr offen, ohne irgendeinen Sichtschutz neben "einfachem" Sex einen Dreier mit sonst im Film nicht auftauchenden Personen zu sehen, zumal dies nicht angekündigt wurde und auch dem Trailer nicht zu entnehmen war.
    Außerdem kritisiere ich das Verschiedenes einmal angeschnitten wurde, jedoch kein zweites Mal mehr erwähnt wurde. So sagt Margot z.B. am Anfang sie wolle Schriftstellerin werden, was nie wieder kommt, ebenso wenig wie Daniels Liebe zum Malen.
    Bereits der Anfang liefert weitere Fragen, denn Margot saß am Flughafen im Rollstuhl. Auf Daniels Frage warum, antwortete sie ausweichend sie hätte Angst, Angst zu bekommen. Auch diese Aussage wird nicht wieder aufgegriffen.
    Neben Lous und Margots seltsame, etwas verstörende Vorliebe was Liebesbeweise angeht (sie versuchen sich in Ekel und Grausamkeit zu übertreffen → ich liebe dich so, dass ich deine Milz im ekeligen, dreckigen Fleischwolf zerteilen würde und ähnlich schöne „Liebesbekundungen“), ist die Reaktion Lous auf Margots Geständnis für ihre Liebe mit Daniel sehr merkwürdig und etwas verwirrend. So werden einem ca.10 verschiedene Reaktionsmöglichkeiten, die von „das wusste ich schon“ und Freude über Wut zu Trauer gehen, geboten, von denen man sich nun eine aussuchen darf. Dies mögen einige Leute schätzen, da es „etwas anderes“ ist und einem Interpretationsraum und die Möglichkeit zur Auswahl des Lieblingsansatzes lässt. Ich persönlich finde dies eher lästig.
    Des weiteren habe ich bisher in keinem Film Personen beim „auf Toilette sein“ zusehen oder zuhören müssen und ich war auch noch in keinem Film Zeuge davon, dass ältere, etwas beleibtere Damen im Schwimmbad nackt geduscht haben, was ich auch gerne noch länger von mir geschoben hätte.
    Abschließend lässt sich sagen, der Film war reine Zeit- und Geldverschwendung, wobei ich bei letzterem Glück hatte, denn eine Freundin hatte mich eingeladen. Sie fand den Film ebenso schlecht wie ich, zumal sie auf mindestens einen „Waltz“ gehofft hatte. „Take This Waltz“ tauchte jedoch nur einmal als Titel des Liedes auf, welches die etwas entartete Bettszene einläutete. Getanzt wurde nicht einen einzigen Schritt.
    Kino:
    Anonymer User
    3,0
    Veröffentlicht am 17. April 2013
    Der Film hat viele und große Stärken. Allen voran das großartig differenzierte Spiel von Michelle Williams, der man jede Regung vom Gesicht ablesen kann, von dem man sich nicht losreißen möchte. Damit spielt sie die anderen Figuren (selbst den glaubhaften Seth Rogen) an die Wand.

    Dann ist Sarah Polley hoch anzurechnen, dass sie die meisten Klischees locker umschifft (wo sie nicht mit leisem Humor damit spielt). Weder ist der Ehemann ein Langweiler noch der Verführer ein Traumprinz oder (wahlweise) Arschloch. Michelle Williams ist weder Opfer noch Täterin, sondern ein realer, zerrissener Mensch. Der leicht skurrile Humor zwischen den Eheleuten trägt ebenso zur „Erdung“ der Geschichte bei wie die duschenden älteren Damen im Aquafitness und ihre Lebensklugheit oder die in ihrer Knappheit eindringliche Nebenfigur der alkoholkranken Schwägerin. Und wer die Kamerafahrt durch Daniels und Margots Beziehungsversuch gegen Ende nur als Sexorgie sieht, hat nichts verstanden: hier werden alle Stadien einer (möglichen) Beziehung im Zeitraffer quasi „durchfahren“. Und doch bleibt das Ende offen… das ist stark.

    Schließlich der großartige Einsatz filmischer Mittel und die Originalität der Bilder. Die Liebe zum Detail: Pfannen, Teppiche, Kühlschränke, Füße, Knie, Gesichter. Die rauschhaften Kamerafahrten im Karussell und in der neuen Wohnung von Daniel und Margot – samt ernüchterten Ausstiegen. Die Schnitte quer durch alle Stadien von Lous Reaktion, als er endlich die Wahrheit erfährt: der erschütternde Wechsel von Unglauben, bemühter Gefasstheit, Zorn, Verzweiflung, leiser Trauer… Der rein verbale Sexakt im Café ist ebenfalls ein hübscher Kniff, wenn auch textlich eher konventionell – und schade, dass Margot hier so passiv bleibt. Da war „When Harry met Sally“ mutiger.

    Und doch, und doch… mir ist es seltsam schwer gefallen, mich von der Geschichte berühren zu lassen. Vielleicht liegt es an der eigenartigen Substanzlosigkeit von Margots Leben ebenso wie der Alternative, die Daniel ihr (scheinbar) bietet. Ihr Leben kreist im Wesentlichen um das häusliche Dasein mit ihrem Mann, das wiederum hauptsächlich aus immerwährendem Flirt und gegenseitigen Neckereien zu bestehen scheint. Ihr Beruf ebenso wie ihre schriftstellerischen Ambitionen werden nur am Rande nachlässig gestreift. Es gibt keine Kinder und auch sonst keine echte Verantwortung, keine Herausforderung, nichts, wofür sie sich begeistern könnte oder anstrengen müsste. Sie unterstützt die Familie ihrer Schwägerin, aber nur gelegentlich und eher verbal als tatkräftig. Umgekehrt ist aber auch nicht klar, was Daniel ihr bieten könnte. Er hat Sex-Appeal und trifft ein paar Mal beim Erraten ihrer Gefühle ins Schwarze. Ansonsten ähnelt er erstaunlich ihrem Ehemann, bleibt nur noch etwas blasser. Sein angedeutetes Künstlersein versandet in der weiteren Handlung ebenso wie ihre Schriftstellerei.
    Vielleicht will der Film ja genau das zeigen: dass Margot vor der Leere ihres Daseins in eine andere Leere flüchten will, was nicht wirklich funktioniert… aber eben diese Leere machte es mir schwierig, mich für die Figuren zu erwärmen. Der Konflikt erscheint mehr oder weniger als spätpubertäre Kopfgeburt von Margot. Als hätte diese 28jährige das Stadium der Teenieliebe nie ganz hinter sich gelassen. Paradoxerweise war es schließlich eine Nebenfigur, mit der ich am meisten gefühlt habe: die starke Sarah Silverman als Alkoholikerin Geraldine.
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