Die damals 17-jährige Jennifer Lawrence liefert eine durchaus beeindruckende Performance hier ab, das steht sicher außer Frage, ob das aber tatsächlich Oscar-reif ist, da bin ich mir nicht so sicher. Naja, wie auch immer, in dem Film “Winter’s Bone” nimmt sie uns mit auf eine ziemlich düstere und finstere Milieustudie, hinein in das winterliche Missouri. Die Leute dort leben in eher ärmlichen Verhältnissen, jeder kennt jeden, zudem sind viele auch irgendwie miteinander verwandt. In diesem Szenario geht Ree, gespielt von Jennifer Lawrence, auf die Suche nach ihrem Vater, der verschwunden ist, um das Haus, in dem sie mit ihren beiden kleinen Geschwistern und ihrer psychisch kranken Mutter lebt.
Dabei ist es sehr beeindruckend, wie hartnäckig Ree dabei ist und sich auch von den ihr entgegengebrachen Aggressionen und auch konkreten Gewaltandrohungen nicht abschrecken lässt. Gleichzeitig fühlt sie sich auch verantwortlich für ihre beiden Geschwister, ihre Mutter ist offenbar nicht in der Lage, sich um sie zu kümmern. Gleichzeitig will sie aber auch endlich aus diesen schrecklichen Verhältnissen, in denen sie so feststeckt, entfliehen, diese Zerrissenheit spielt Jennifer Lawrence wirklich stark und sehr überzeugend. Die Stimmung in dem Film ist geprägt von finsterer Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit, nahezu alle anderen Figuren begegnen Bree mit Aggressivität, das Wetter ist winterlich, es ist kalt, nass und rauh. Eben so, wie die Menschen, die dort leben, und denen Bree begegnet. Die Auflösung am Ende ist dann auch nur konsequent und passt zum Grundtenor des Films, gerät dann aber doch (zumindest für mich) in dieser Heftigkeit überraschend.
FAZIT: Eine düstere Milieustudie mit einer fantastischen Jennifer Lawrence. Kein Wohlfühl-Film im engeren Sinne, auf seine Art und in seiner gnadenlosen Konsequenz aber auf jeden Fall sehenswert!