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Anonymer User
4,0
Veröffentlicht am 16. Juli 2010
A new star is born! Ich denke, dieses Statement ist keinesfalls übertrieben in Anbetracht der explosionsartigen Karriere, die Florian David Fitz innerhalb der letzten 2 Jahre hingelegt hat und welche jetzt mit mit "Vincent will Meer" seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht. Mit Betonung auf "vorläufig"... Ich bin hundertprozentig überzeugt, dass wenn Fitz es richtig anstellt und sich in seiner Rollenwahl nicht nur auf den Charakter des Frauenschwarms oder des klassischen Helden beschränkt, ein wirklich großer, heller Stern am deutschen Film- und Fernsehhimmles aufgegangen ist. Dass mich seine Leistung als Tourette-Erkrankter mehr als überzeugt hat, dürfte angesichts der vorangegangenen Lobeshymne auf sein weiteres Karrierepotential nicht sonderlich überraschen, doch auch die übrigen Darsteller meistern ihre Parts ganz hervorragend. Die Charaktere bleiben insgesamt natürlich relativ flach, was sicher dem Genre geschuldet ist, dennoch finde ich, dass der Film - trotz aller Situationskomik - sehr respektvoll mit den dargestellten Erkrankungen umgeht und die Figuren niemals der allgemeinen Schadenfreude preisgibt. Das macht den Film ungemein sympathisch und deshalb freue ich mich, dass der Film an den Kinokassen so überraschend gut reüssiert, war er doch eher ein Anwärter auf 200-300.000 Zuschauer statt der bislang kolportierten 650.000. Einziges Manko: Kleine Drehbuchschwächen ab der Mitte des Films, leider hängt er in der zweiten Hälfte doch das ein oder andere Mal etwas durch. Der Schluss ist auch nicht überragend, aber akzeptabel. Jedenfalls würde ich Florian David Fitz gerne einmal in einer abgründigen Rolle sehen, vielleicht schrteibt er sich diese - wie auch Vincent - selbst auf den Leib! W ho knows...
Toller Film, super Drehbuch und sehr gefühlvoll gespielt. Unerwartete Wendungen im Geschehen fordern Konzentration und erhöhen den Spaß am Schauen, während die Charaktere den Zuschauer einfühsam Einblick in ihre Probleme und Gefühle gewähren! -> Volle Punktzahl!
Darum, Menschen mit Behinderungen in Hauptrollen zu zeigen, drückt sich das Medium Film ja größtenteils herum. Wenn es dann vorkommt, wie etwa bei "Wo ist Fred?" oder eben "Vincent will meer", schwingt jedes Mal die Frage "darf man über Behinderungen lachen?" mit. "Vincent" gibt darauf eine recht eindeutige Antwort: Es geht manchmal kaum anders, denn gerade im Falle des Tourette-Syndroms führt die Behinderung zu absurden Situationen, auf die das Lachen eben - aller politischer Korrektheit zum Trotz - eine menschliche Reaktion ist. Der Film schlachtet die für Betroffene vermutlich ungemein niederschmetternde Krankheit aber nicht über Gebühr als Gag-Lieferant aus, sondern lässt am Leiden seines von Florian David Fitz (der auch das Drehbuch schrieb) glänzend verkörperten Vincent keine Zweifel. Dasselbe gilt für den Sauberkeitsfanatiker Alexander (Johannes Allmeyer) und die Magersüchtige Marie (Karoline Herfurth), mit denen Vincent aus dem Heim ausbricht und sich auf den Weg zur italienischen Mittelmeerküste macht. Unterwegs geraten die drei in ebenso komische wie traurige Situationen und entfalten dabei mehr und mehr ihre Persönlichkeiten. Da diese durchaus ambivalent sind, kann der Film hier seine Stärke voll ausspielen: Der Zuschauer akzeptiert das Ausbrecher-Trio als Menschen mit Ecken und Kanten, ohne sie auf ihre Behinderungen zu reduzieren (weder als Opfer, noch als Witz-Vorlage). Da "Vinzent will meer" aber nicht nur toll gespielt und geschrieben ist, sondern dank Heino Ferch als autoritärer Vater und Katharina Müller-Elmau als strenge, aber gutherzige Psychaterin auch in den Nebenrollen zu gefallen und den Road-Trip in stellenweise wunderschöne Bilder einzufangen weiß, gilt die Tragikomödie für mich als bisheriges Kinohighlight 2010.
Guter Film, der unter anderem die Problematik um den Ausschluss von Menschen mit Behinderungen in unserer Gesellschaft sehr gut transportiert.
Gute Situationskomik, Herz und Freundschaft werden auch thematisiert. Mir persönlich fehlt teilweise etwas der Tiefgang und das Schlüsselerlebnis im Film. Am Ende fragt man sich, was der Film eigentlich aussagen möchte. Jedoch hat ein "offenes" Ende auch etwas, dass strengt den Verstand an.
Endlich mal wieder ein Film, von dem man sagen kann: Da hat sich jeder Cent gelohnt! Witzige Dialoge, gute Schauspieler, gute Geschichte und sogar das Ende ist schlüssig und passt. Tipp: unbedingt anschauen!