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Tinyghost
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4,5
Veröffentlicht am 6. Juli 2013
Dieser Film ist vermutlich die realistischste "first contact" Verfilmung die jemals gedreht wurde - basierend auf den Aufnahmen der Bordkameras einer Expedition zum Jupitermond Europa (wo die Wahrscheinlichkeit auf ausserirdisches Leben tatsächlich verhältnismässig hoch ist) erlebt man rückblickend die Erlebnisse der internationalen Crew. Dabei gelingt es dem Film das Gleichgewicht zwischen technischer Nüchternheit und menschlicher Anspannung konstant zu halten - die unglaubliche Abhängigkeit der Menschen von der Technik und die extreme Eingeschränktheit ihrer Möglichkeiten wird durch dieses visuelle Spiel fast körperlich spürbar. Und genau diese Grenzen erzeugen auch eine konstant unangehme Atmosphäre, die Fragilität des menschlichen Lebens im All wird von Europa Report deutlich illustriert. Dabei bleibt der Film gänzlich unsentimental. Man könnte sagen, die Technik steht im Mittelpunkt, nicht die Astronauten. Die Crew verhält sich dann auch weitestgehend wissenschaftlich professionell und versucht bis zum "bitteren Ende" das beste draus zu machen. Es ist ein ruhiger Film, nüchtern und klar, und doch vermochte er mich konstant in Spannung zu versetzen. Das mag auch daran liegen, dass mich das Thema des Filmes wahnsinnig fasziniert. Eine grosse Leistung des Regisseurs ist die stilistische Nutzung blosser Überwachungs- und Helmkameraaufnahmen, sowie das Spiel mit den enormen Zeitspannen, die hier überbrückt werden müssen. Es ist zwar im Kern auch ein "found footage" Movie, aber es fühlt sich nicht so an. Vor allem weil auf die ewigen Wackelkamerabilder fast gänzlich verzichtet wird. Alienkillerorgien und Maschinengewehr-bewährte Mondrover darf man hier freilich nicht erwarten. Vielmehr eine zutiefst realistische Vision einer möglichen Zukunft. Man könnte sagen, eine beklemmend realistische Vision.