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Anonymer User
0,5
Veröffentlicht am 20. Dezember 2020
Eine bittere Enttäuschung für Freunde der gepflegten Unterhaltung.
Luftschiffe und Nazi-Deutschland ? Das klang für mich zunächst unwiderstehlich. Doch weit gefehlt; die Story (frei erfunden) ist lächerlich, langweilig und voller Logikfehler. Außerdem sind viele Details nicht historisch korrekt dargestellt worden. Die Schauspieler überzeugen in keiner Weise und auch die Dialoge sind teilweise beinahe fremdschämend, genau wie so mancher Charakter. Alles in allem also einfach nur schade für all die Leute, die sich auf ein spannendes hochwertiges technisch-historische Drama gefreut haben.
Hindenburg ist ein aufwendig produziertes deutsches Katastrophendrama, das die berühmte Tragödie rund um das Luftschiff LZ 129 Hindenburg mit einer fiktiven Verschwörungsgeschichte verbindet. Der Film beziehungsweise Zweiteiler von Regisseur Philipp Kadelbach setzt stark auf Spannung, große Bilder und emotionales Drama – und liefert dabei solide Unterhaltung, auch wenn nicht alles vollkommen überzeugt.
Die Handlung begleitet den Ingenieur Merten Kröger, gespielt von Maximilian Simonischek, der Hinweise auf einen möglichen Sabotageakt an Bord der Hindenburg entdeckt. Während politische Interessen, persönliche Konflikte und eine Liebesgeschichte ineinandergreifen, steuert die Geschichte unaufhaltsam auf die bekannte Katastrophe zu.
Visuell beeindruckt der Film besonders durch die detailreiche Darstellung des gigantischen Luftschiffs. Ausstattung, Kostüme und Effekte erzeugen glaubwürdig das Gefühl der 1930er-Jahre. Vor allem die Szenen an Bord wirken atmosphärisch dicht und vermitteln den Luxus und die technische Faszination der damaligen Luftfahrt. Auch die Katastrophenszenen sind eindrucksvoll umgesetzt und emotional packend.
Allerdings schwankt die Handlung gelegentlich zwischen historischem Drama, Thriller und Liebesgeschichte, ohne immer die richtige Balance zu finden. Einige Figuren bleiben etwas eindimensional, und die fiktive Verschwörungsgeschichte wirkt stellenweise konstruiert. Dennoch gelingt es dem Film, die Spannung bis zum bekannten Ende aufrechtzuerhalten.
Schauspielerisch überzeugt besonders Lauren Lee Smith als Jennifer van Zandt, während Maximilian Simonischek die Rolle des idealistischen Ingenieurs glaubwürdig spielt.
Fazit: Hindenburg ist ein sehenswertes deutsches Katastrophendrama mit starken Bildern, guter Atmosphäre und spannender Inszenierung. Zwar nicht immer historisch präzise oder dramaturgisch perfekt, aber insgesamt ein packender Film über eine der bekanntesten Katastrophen des 20. Jahrhunderts.