Woman Knight
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4,0
Veröffentlicht am 10. August 2026
„Woman Knight“ ist kein Martial Arts-Film, selbst wenn es einige durchaus spektakuläre Kampfszenen gibt. In erster Linie ist das aber ein emotionales und dramatisches Biopic über eine Ikone der chinesischen Frauen- und Freiheitsbewegung: Qiū Jǐn. Auch heute noch wird sie in China verehrt, sie gilt teilweise gar als Märtyrerin, bei Wikipedia führt sie gar als „chinesische Jeanne d’Arc“.

Der Film nutzt als Rahmenhandlung den Aufstand in Anqing 1907, der letztlich blutig niedergeschlagen wurde. Während der Kampfhandlungen werden immer wieder Rückblenden eingestreut, die die wichtigsten Stationen im Leben von Qiū Jǐn zeigen. Dabei hält sich der Film schon im Wesentlichen an die historischen Gegebenheiten, nimmt sich aber hier und da einige künstlerische Freiheiten, die man gut finden kann oder nicht, die aber allesamt letztlich zur Steigerung der dramatischen Wirkung und der emotionalen Wucht verändert wurden. So wird im Film . gezeigt, wie sie sich schon im Kindesalter der barbarischen Tradition des Füßebindens verweigerte. Tatsächlich bekam die echte Qiū Jǐn aber doch als Kind einer wohlhabenden Familie ihre Füße abgebunden, um sie eben auf eine „gute Ehe“ vorzubereiten. Erst später, im Erwachsenenalter, als sie sich der revolutionären Bewegung anschloss, entband sie ihre Füße wieder (was extrem schmerzhaft war, da die Füße ja schon deformiert waren).

Ebenso wird ihr Ehemann bei ihrer Rückkehr nach Chiana als sehr fürsorglich, verständnisvoll und wohlwollend dargestellt. Die Wahrheit dürfte aber auch komplett anders ausgesehen haben, ihre Ehe war alles andere als harmonisch und ihr Mann verkörperte ja gerade all das, wogegen sie zeitlebens ankämpfte. Wie auch immer, diese streckenweise Verklärung mag man dem Film verzeihen, im Kern bleibt ihre Geschichte ja doch recht nahe an der Wahrheit. Und dieser Film versteht es dann doch, ihre Geschichte spannend und zugleich emotional berührend zu inszenieren. Die Actionszenen, die ja die Rahmenhandlung für die eigentliche Geschichte dienen, wirken da irgendwie wie ein Fremdkörper. Sie sind zwar knackig und aufregend inszeniert, passen aber nicht so recht zum restlichen, eher ruhig erzählten Film.

Etwas genervt hat mich die deutsche Synchronisation, die eigentlich auf sehr gutem Niveau ist, aber bei den Stimmen der Kinder schwächelt. Wie oft bei schlechten Synchronstudios werden die Kinder von Erwachsenen gesprochen, was sich eigentlich immer ziemlich blöde anhört – so eben auch hier. Leider hat meine Bluray keine Untertitel (nicht mal englische). Außerdem kann man sich fragen, wozu eine 3D-Version (auch auf meiner Bluray) exisitiert. Der Film ist nicht in nativem 3D gedreht, sondern wurde im Nachhinein konvertiert. Das sieht an sich schonmal nicht so toll aus, aber insgesamt bietet das 3D hier überhaupt keinen Mehrwert, ganz im Gegenteil, viele Szene wirken dadurch nur furchtbar verwaschen und dunkel.

Der etwas sperrige Name „Woman Knight“ erklärt sich übrigens durch den von Qui Jin gewählten Beinamen, Jian hu nu xia Qiu Jin (so auch der Originaltitel des Films), was übersetzt etwa „Ritterin vom Jian-See“ oder englisch eben „Woman Knight of Mirror Lake“ bedeutet. Das wird im Film nicht erklärt, ich habe mich das aber gefragt und im Nachhinein recherchiert.

FAZIT: „Woman Knight“ ist ein aufregendes und emotional berührendes Biopic über eine Frau, die in China als Heldin weitreichend bekannt ist hierzulande aber wahrscheinlich nur die wenigsten kennen. Als Kämpferin für die Frauenrechte ging sie vor allem gegen die barbarische Praxis des Füßebindens vor, setzte sich aber auch generell für die Freiheit ihres Heimatlandes ein. Das langsam erzählte, aber durchaus spannende Biopic bietet aber auch imposante und aufregende Kampfszenen. Unbedingt sehenswert.
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