Neueste Kritiken: Joe - Die Rache ist sein - Seite 2
Joe - Die Rache ist sein
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TheReviewer
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4,0
Veröffentlicht am 28. Oktober 2014
Mit Joe - Die Rache ist sein, hat Nicholas Cage endlich mal wieder was Brauchbares abgeliefert. Der Workaholic, der meiner Meinung nach mit seinen sonstigen Psycho-Rollen keinen Blumentopf gewinnt, zeigt hier endlich mal wieder, dass er sein handwerk doch versteht. Als Joe üräsentiert er sich 100% als Charakterdarsteller. Nicht einmal zeigt er das wahnsinnige Grinsen, dass über die Jahre zu seinem fragwürdigen Markenzeiochen wurde. Auch der Rest der Besetzung kann schauspielern. Es geht um Joe einen skrupellosen Baumfäller, der mit seiner Truppe im Auftrag von Baugesellschaften gesunde Bäume vergiftet um sie danach legitim abholzen zu können. Auch sonst ist Joe nicht gerade der Vorzeige-Typ. Er saß schon im Knast und prügelt sich gerne mal durch die Dorf-Kneipen. Eines Tages heuert der 15 jährige Gary bei ihm an. Auch Gary hat sein Paket zu tragen. Erst vor kurzem ist er mit seiner asozialen White Trash Familie in den Ort gezogen. Der Vater ist schlimmer Alkoholiker und neigt zu Gewalt. Joe wird immer mehr zum Vorbild des Jungen und gerät dabei immer weiter zwischen die Fronten zwischen Vater und Sohn. Das tolle an dem Film ist der hohe Grad an Authentizität und Glaubwürdigkeit mit der das Thema Alkoholismus und häusliche Gewalt dargestellt werden. Der Film lässt wirklich kein Auge trocken. Die Schonungslosigkeit der Thematik lässt erinem auch nach dem Film erstmal nicht mehr los.
„Joe“ (deutscher Titel „Joe - Die Rache ist sein“) ist ein Drama von David Gordon Green („Ananas Express“). Der Film wurde auf dem Münchner Filmfest 2014 gezeigt und kommt nicht in die deutschen Kinos.
Joe (Nicolas Cage) ist ein derangierter Anführer einer Waldarbeitergruppe in den Südstaaten der USA. Der 15-jährige Gary (Tye Sheridan) lebt in einem heruntergekommenen Haus bei seinen Eltern, möchte sich den Waldarbeitern anschließen und etwas Geld verdienen. Joe nimmt ihn an und freut sich über den Fleiß des Jungen. Als Joe dessen gewalttätigen Vater (Gary Poulter) erlebt, ist er vorgewarnt und möchte nicht, dass Gary verroht. Weitere üble Gestalten haben noch eine Rechnung mit Joe offen und die Polizei wird aufmerksam.
Der Film ist hart. Das elendige Verhältnis zwischen Vater Wade und Sohn Gary wird mit bewegenden Momenten charakterisiert und macht das trunksüchtige und gewalttätige Familienoberhaupt zum Hauptfeind des Publikums. Doch nicht nur er, alles ist am niedrigen sozialen Level angegrenzt. Alkohol, Prostituierte und Schmuddel bestimmen den Tagesablauf auch von Joe. Die hervorragend aufgenommenen Bilder tragen die Realität mit sich und erzeugen eine negative Atmosphäre mit Hoffnung für Gary. Anhand der dargestellten, nicht komplizierten Aktionen ist der Plot leicht nachzuvollziehen (das ist auch deswegen gut, weil der Südstaaten-Slang zuweilen anstrengend ist). Eigentlich richtiges Kino. Doch deutsche Leinwände soll der Film nicht erleuchten, der deutsche Verleiher Koch Media hat bereits den DVD-Verkaufsstart mit dem 23.10.2014 angegeben. Das mag an den schlechten Besucherzahlen in den USA liegen. Vielleicht mochten die US-Amerikaner das Darben ihrer Unterschicht nicht annehmen. Auch einige von den vergammelten Tomaten aufgesammelten Topkritiken besagen, dass die Story einen zu negativen Inhalt besäße. Und Holzfäller Joe möchte die Angelegenheit auf seine Art erledigen.
Nicolas Cage spielt eine Paraderolle, war seit „Bad Lieutenant“ (2009, von Werner Herzog) nicht mehr so stark. Joe nimmt er sich sehr zu Herzen. Und das sieht man auch, denn es gehört schon einiges Talent dazu, eine Figur energisch, gewalttätig, nachdenklich und fürsorglich zu verkörpern, ohne dass auch nur ein Zuschauer an Joe zweifelt. Und das gelingt Cage vorzüglich.
Ein kleines Manko ist die Figur des Jungen. Mit 15 ist es in der Regel zu spät, vor der Entgleisung gerettet zu werden, jedenfalls bei so einem Elternhaus. Und wenn es auch nicht so ist, kommt Gary recht brav daher und lässt nur selten Dampf ab, während der skrupellose Vater es immer bunter treibt. So ist eben Wade’s Entscheidung zum Ende der Geschichte eigenartig.
Ein mit kleinen Mängeln versehenes, imposant bebildertes Drama, das den Zuschauer mit der einfachen Story packt und fesselt. Nicolas Cage mit Leidenschaft in der Rolle des Joe sollte man sich nicht entgehen lassen.