Alan Rickman war ein großer und begnadeter Schauspieler, der viel zu früh mit 69 Jahren im Jahre 2016 verstarb. Leider war er dafür kein sonderlich herausragender Regisseur… Zwei Jahre vor seinem Tod (2014) drehte er erst seinen zweiten Film (und leider auch seinen letzten): „Die Gärtnerin von Versailles“ (im Original mit dem Namen „A Little Chaos“). Ein eigentlich nettes Kostümdrama mit vielen Kostümen, viel Drama und einigen großen Stars, dem es aber leider an Seele fehlt.
Der Film basiert lose auf echten Ereignissen und spielt im 17. Jahrhundert, zur Zeit von König Louis XIV. In Frankreich. Der wünscht sich nämlich eine hübsche Gartenanlage im noch hübscheren Versailles. Dazu beauftragt er seinen Gärtner André Le Nôtre mit dem Job und der heuert die begabte Witwe Sabine De Barra (ebenfalls Gärtnerin) an. Sie hat laut André das Auge für so etwas. Doch ihre tragische Vergangenheit steht ihr nicht nur bei der Arbeit im Wege, sondern auch in der Liebe…
Was nach purem Liebeskitsch klingt, ist es leider auch! Eine Liebesgeschichte mit einigen schicken, historischen Kostümen. Wer Jane Austen und dergleichen mag, wird hier sicherlich seine Freude haben, mich aber hat das Ganze sehr gelangweilt. Die Story ist einfallslos und gibt nichts her. Und die Figuren sind so blass wie ihre Hautfarbe. Vor allem Sabine und André, die beiden Protagonist*innen des Films, haben kaum Charakter oder Substanz. Das meiste Drama wird nur behauptet oder dem Zuschauer forciert aufgezwungen, wie etwa im Finale, das vor Klischees nur so trieft und dadurch unfreiwillig komisch ist. Die spannendste Figur ist zweifelsohne König Louis, gespielt vom Regisseur Rickman selbst.
Der restliche Cast kann leider nicht so viel zeigen. Klar, Kate Winslet ist eine großartige Schauspielerin und sie macht ihre Sache ordentlich, aber ihre Rolle hier wirkt wie ein Best-Of ihrer vorherigen Figuren. Matthias Schoenaerts (dessen echtes Vorbild eigentlich doppelt so alt war zu der Zeit der Handlung) wirkt leider oftmals so als ob er gleich einschläft. Und Stanley Tucci ist mit seiner ebenfalls spannenden Figur zu selten zu sehen.
Auch im technischen Bereich ist der Film lasch und einfallslos: Die Kameraarbeit wirkt eingeengt und die Sets haben kaum Möglichkeit sich zu entfalten(da war das Budget wahrscheinlich auch nicht ausreichend). Nur der Score von Peter Gregson hat ein paar solide Momente, trägt aber auch eher zum Kitsch des Films bei.
Fazit: Ein lahmes Kostümdrama, das man nach den End Credits schnell wieder vergessen hat. Wieso sich Alan Rickman dazu entschieden hat so eine unspektakuläre Geschichte zu verfilmen, ist mir schleierhaft. Der feministische Aspekt der Geschichte wird eher plump thematisiert und auch sonst bietet der Film nichts, was ihn von anderen unterscheidet. Enttäuschend...
Ich hatte bei dieser Besetzung Großes erwartet, wurde jedoch enttäuscht. Eine klare Intention (der Titel lässt keine Liebesgeschichte erwarten) ist nicht zu erkennen, es erfolgt ein ständiges thematisches Abschweifen in Banales (oftmals Kitschiges) und ließ mich beinahe den roten Knopf der Fernbedienung betätigen. Einzig die drei Hauptdarsteller hielten mich. Schade, der Stoff hätte eine bessere Inszenierung verdient.
Ein sehr berührender und stiller Film. Kate Winslet hat sehr gut gespielt in diesem Drama als Landschaftsarchitektin. Toller Garten den sie erschaffen hat.