Paterson
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Kinobengel
Kinobengel

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5,0
Veröffentlicht am 23. November 2016
Kultregisseur und Drehbuchautor Jim Jarmush, bekannt für Filme weit ab vom Mainstream, präsentiert „Paterson“.

Von Montag bis Montag eine Woche Alltag in der Großstadt Paterson (New Jersey): Der Busfahrer Paterson (Adam Driver) und Laura (Golshifteh Farahani) leben mit der englischen Bulldogge Marvin (Nellie) in einem kleinen Häuschen. Paterson ist Verehrer des Dichters William Carlos Williams, der die Stadt berühmt machte. Täglich dichtet er selbst, bestreitet seine Touren mit dem Linienbus und besucht mit Marvin seine Stammkneipe, während Hausfrau Laura ihrem künstlerischen schwarz-weiß-Tick nachgeht. Paterson ist der Nachgeber-Typ, Laura die Träumerin mit Herz, die sich Zwillinge wünscht und noch einiges mehr.

Jim Jarmush ist bekannt für außergewöhnliche Filme. „Paterson“ ist zweifellos einer davon, eine Charakterstudie, die nicht einmal ernst zu nehmen ist und sich hauptsächlich von Poesie ernährt. Die beinahe unerträgliche Harmonie der perfekten Pendents (...ok, man kommt in acht Tagen ohne Streit aus) und der unumstürzbare Trott gibt dem Zuschauer die Aufgabe, auf die (auch gestaltbaren) Feinheiten zu achten und zur Intuition zu nutzen, z.B. die sporadisch auftauchenden Zwillinge verschiedener Altersklassen, wechselnde Fotos von Laura in der Lunchbox, Busgespräche, und weitere Ereignisse, die jedoch nie fähig sind, die Balance des Tagesablaufs zu stören.

So nervig der Gleichlauf des Einerleis sein kann, so unglaublich herrlich ist der Erzählrhythmus von „Paterson“. Jarmush hat ohne Story, mit dezenten Synthie-Klängen, charmantem Humor und interessanter Dichtkunst eine Hommage an den Gleichklang geschaffen. Auch Seelenverwandtschaft wird zelebriert. Darum sind Paterson und Paterson die wichtigsten Zwillinge dieses Films.

Ein Vergleich mit „Und täglich grüßt das Murmeltier“ (1993, von Harold Ramis) wäre fast böswillig: Phil Connors (Bill Murray, auch gerne von Jarmush gebucht), der in einer Zeitschleife festhängt, möchte in unzähligen zweifelhaften Versuchen Rita (Andie MacDowell) für sich gewinnen und wird darüber zu einem anderen Menschen. Busfahrer Paterson möchte an seinem Leben nichts ändern.

„Paterson“ ist eine fantastische Filmkomposition.
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