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Kinobengel
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3,5
Veröffentlicht am 9. April 2016
Zwei Jahre nach „Blue Ruin“ der nächste Film von Jeremy Saulnier. Die Besucher des Fantasy Filmfests durften vor dem geplanten Kinostart eine Kostprobe in voller Länge genießen.
Die Mitglieder einer Punkband benötigen jeden Cent und schlagen sich von Gig zu Gig durch. Als sie an einem abgelegenen Ort in Oregon nach einem Konzert mit einen Mord in Berührung kommen, gibt es Ärger. Dem Veranstalter Darcy Banker (Patrick Stewart) liegt alles daran, dass niemand davon erfährt und hält die Musiker gefangen.
Jeremy Saulnier bedankt sich im Abspann bei Jim Mickle. Die bedrückende Atmosphäre von „Green Room“ wirkt ähnlich intensiv wie bei Mickle’s „Cold in July“. Und für den Cast konnten neben Sir Patrick Stewart Imogen Poots („Jane Eyre“, „Drecksau“, „Knights of Cups“) und Anton Yelchin („Star Trek - Die Zukunft hat begonnen“, „Star Trek Into Darkness“) gewonnen werden.
Kribbelig ausgestaltet sind alle Situationen an dem Veranstaltungsort mit den vielen düsteren Gängen und Räumen, die von Verhandlungen, Ausbruchsversuchen und bissigen Hunden geprägt sind. Beleuchtung und Aufnahmegeräte werden geschickt verwendet. Dass Saulnier, der als Kameramann für andere Projekten tätig war, darauf Wert gelegt hat, sieht man dem Film an und der Regisseur reißt das Publikum mit. So richtig logisch sind einige Verhaltensweisen seiner Figuren nicht, aber wenn das alles so in Saulnier’s Drehbuch steht und dem Nervenkitzel der Kinogänger dient, soll es recht sein. Der Regisseur hat insbesondere dafür gesorgt, dass die Protagonisten der sich gegenüberstehenden Parteien weder als Helden (wie es vielleicht für Patrick Stewart als Raumschiffkapitän und X-Men-Boss gewohnt erscheint) noch als die Genre-Haudegen erscheinen, welche der Zuschauer in Jim Mickle’s vorgenannten Film erkennen kann (gespielt von Don Johnson und Sam Shepard). „Green Room“ hält einige Zeit das Geheimnis der Kriminellen bewahrt, das dann aber keine Überoffenbarung ist. Im Verlauf der 94 minütigen Spielzeit werden - erwartbar - beide Gruppierungen bis zum ebenfalls nicht so spektakulären Showdown personalmäßig mit viel Gewalt reduziert. So behält Saulnier das Werk auf seiner Linie von Realität.
Jeremy Saulnier hat einen atmosphärisch gelungenen Thriller geschaffen, der bezüglich Originalität an „Blue Ruin“ nicht heranreicht.