Die hilfreichsten KritikenNeueste KritikenUser mit den meisten KritikenUser mit den meisten Followern
Filtern nach:
Alle
Kinobengel
506 Follower
621 Kritiken
User folgen
3,5
Veröffentlicht am 23. Dezember 2016
Nach dem meisterlichen „A Single Man“ (2009) präsentiert Modedesigner Tom Ford mit „Nocturnal Animals“ seine zweite Regiearbeit. Das Drehbuch hat Ford nach dem Roman „Tony & Susan“ des Autors Austin Wright selbst geschrieben.
Susan Morrow (Amy Adams) ist Galeristin, lebt in einer Welt voller Schein und Sein mit ihrem Ehemann Hutton (Armie Hammer), der oft auf Geschäftsreise ist. Sie erhält ein Manuskript des Romans „Nocturnal Animals“ von ihrem kreativen und sensiblen Ex-Mann Edward (Jake Gyllenhaal), von dem sie sich fast zwei Jahrzehnte zuvor getrennt hat. Der Inhalt des Romans ist eine Parabel, der Susan den Spiegel vorhält.
Ford’s Film spielt überwiegend in der von Edward verfassten Romanhandlung, die von einem brutalen Überfall und den Folgen handelt. Der Plot der Geschichte im Film ist einfach. Diverse brutale Szenen verbreiten Schrecken. Langeweile kommt in keiner Minute auf, gilt es doch für den Zuschauer (und Susan), die Parallelen zum tatsächlichen Leben der Susan Morrow zu entdecken und mitzufühlen. Ford entwickelt einen Psycho-Thriller, der sich sehen lassen kann. Die Performance von Amy Adams und Jake Gyllenhaal in ihren tiefgehenden Charakteren ist gewaltig. In vielen Nahaufnahmen besticht das Ensemble mit vielseitiger Mimik. Auch Michael Shannon als knorriger texanischer Polizist Andes ist lobend zu erwähnen. Das rettet den Film, der nicht so sehr mitreißen kann, wie es erwartet werden könnte. Zu überschaubar ist das Gleichnis angebracht, bis auf ein kleines Detail zum Thema Familienplanung. Dieses wird spät eingestreut, somit dem Publikum vorenthalten, während es im Kopf der Susan Morrow längst als wichtiges Element emotionalen Terror veranstalten muss. Sicherlich ein kleiner Geniestreich der Unregelmäßigkeit und der letzte Stein im simplen Bausatz eines Sinnbilds, das im Leben der Susan Morrow mit Konsequenz auf einen Schlussstrich deutet.
„Nocturnal Animals“ ist ein beachtenswerter Film mit einem begeisternd aufspielenden Cast.
Meiner Meinung nach ein Meisterwerk! Es hat mich richtig gepackt und bis zum Ende nicht losgelassen. Ich habe schon viele Filme gesehen, doch selten kam es vor, dass ich durchgehend mit dabei war und letzendlich vollkommen sprachlos dagesessen bin. Es wird viel mit Metaphern, vor allem Antithesen, gearbeitet. Der Regisseur ist ein Designer und das merkt man. Jeder, der auf düstere Themen, auf das Anspruchsvolle und Künstlerische steht, sollte diesem Film eine Chance geben. (Halber Punkt Abzug, da man einige Stellen noch besser hätte machen können.)