Nosferatu - Der Untote
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Die RUHRGESICHTER waren im Kino
Die RUHRGESICHTER waren im Kino

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5,0
Veröffentlicht am 3. Januar 2025
Ein grandioses Meisterwerk!

Möglicherweise liegt es daran, dass wir einen ähnlich ungesunden Schlafrhythmus und immer wieder schmerzhafte Probleme mit dem Kreuz haben, dass wir vom Ruhrgesichter.de - Team Vampire einfach lieben; zumindest auf der Leinwand. Am eigenen Hals will man die Kerlchen ja nicht zwingend haben.

So mussten wir uns "NOSFERATU, der Untote" natürlich im Kino geben. Drehbuch und Regie stammten bei diesem Remake des Murnau-Klassikers von 1922 von Robert Eggers. Witzigerweise hörten wir auf dem Weg ins Kino eine Kritik im Radio, die den Film grundlegend lobte, jedoch wies der Kritiker darauf hin, dass die Art von Eggers, Filme zu machen, ihm jede Freude an jedem Film nimmt. Wir stimmen zu: Nosferatu ist eigen(ständig), pfeift auf hollywoodverseuchte Sehgewohnheiten des Kinopublikums und spinnt ein feines Netz des Grauens mit ultralangen Kameraeinstellungen und beeindruckend durchkomponierten, düsteren Bildern, die von Jarin Blaschke eingefangen wurden. Uns gefällt Nosferatu gerade deshalb.

Sehr werkgetreu am Original, aber mit eigener Handschrift, hat Eggers hier einen Stummfilmklassiker in die heutige Zeit gerettet, ohne ihn zu zerstören. Der Graf ist optisch perfekt gelungen, sowohl in den kontrastreichen Schattenspielen, als auch in seiner nach und nach enthüllten Gestalt. Das hat -Überraschung- einen optischen "Monster-Lächerlichkeitswert" von exakt null.

Die schauspielerische Leistung ist bei allen (!) Akteuren auf allerhöchstem Niveau, vor allem Lily-Rose Depp rockt das psychosexuelle Gothic-Schauerwerk.

Fazit: Wenig Effekthascherei, aber viel Effekt. Wir haben selten einen Film gesehen, in dem sich das Grauen so langsam, und doch niemals langweilig, aufbaut, um sich dann derart bildgewaltig über dem Kinopublikum zu entladen.
Nach langer Zeit mal wieder ein Film, der uns sofort und nachhaltig in seinen Bann gezogen hat. Empfehlung!
challengesbya.d.2k
challengesbya.d.2k

24 Follower 336 Kritiken User folgen

2,5
Veröffentlicht am 3. Januar 2025
Naja, zur einen Hälfte gut, zur anderen Hälfte lau. Die Handlung ist eigentlich spannend, allerdings überzeugt die Umsetzung dieser Handlung nicht so wirklich. Der Film passt ins Genre Horrordrama. Allerdings war nahezu kein einziger Jumpscare oder ein Horrorfaktor vorhanden, was dafür spricht, dass dieser Film nicht wirklich horrormäßig ist. Drama hatte der Film schon, war allerdings nicht wirklich überzeugend. Bei so einer Top Besetzung hätte man mehr erwartet. Im Gesamtpacket schneidet der Film für mich durchschnittlich ab und stößt mich jetzt nicht wirklich vom Hocker.
Cursha
Cursha

7.500 Follower 1.067 Kritiken User folgen

5,0
Veröffentlicht am 2. Januar 2025
Robert Eggers gehört seit Jahren zu den vielversprechendsten Regisseuren, die Hollywood gegenwärtig zu bieten hat. Bereits seit seinem Indiehorrrormeisterwerk „The Witch“ bewies er, dass er ein ausgesprochen großes Talent dafür besitzt klassische Elemente des Folkhorror, mit einzigartigen Bildern zu paaren, historisch korrekt zu arbeiten, dabei grausige Stimmungen zu erzeugen und sich in Details zu verlieben. Diese Art des Handwerks lassen viele Filmemacher, gerade in Eggers Alter, häufig vermissen. Mit seinem Nachfolgefilm „Der Leuchtturm“ schuf er dann sogar für mich in jeder Faser sein Meisterwerk, der damals sogar die Spitzenposition am Jahresabschluss 2019 inne hatte. Mit „The Northman“ schloss er vorerst diese Klammer und setzte endgültig ein Ausrufezeichen als eines der großen Gesichter des modernen Kino.
Mit „Nosferatu – Der Untote“ hat er sich nun einen Stoff auserkoren, der auf Bram Stokers „Dracula“ basiert, aber sich inhaltlich und stilistisch an Friedrich Wilhelm Murnaus Klassiker von 1922 orientiert, welches im Jahr 1979 von Werner Herzog ein erstes Remake erhielt. Natürlich war ich im Vorfeld extrem gespannt auf Eggers neues Werk und die Erwartungen waren sehr hoch.
Die Handlung des Filmes setzt wieder zu Beginn des 19. Jahrhunderts in Deutschland an und erzählt die Geschichte von Thomas und Ellen Hutter. Thomas soll in die Karpaten reisen um dort dem Grafen Orlok eine Immobilie in Wisborg zu verkaufen. Doch unheimliches passiert im Schloss und scheint auch seine Frau Ellen in Deutschland zu befallen, die auf eine sonderbare Art mit dem Grafen verbunden ist.
Inhaltlich weicht Eggers kaum vom bisherigen Stoff ab. Die Handlung verlauft sehr ähnlich zu dem was wir aus den klassischen Geschichten kennen. Allerdings kann er von Beginn an, das Grundgerüst für den Film exzellent aufbauen. Die Atmosphäre ist wieder auf den Punkt gebracht und die Stimmung ist durchgehend erdrückend und bedrohlich.
Es zeigt sich, dass Eggers genau der richte war für ein Remake des Filmes. Die Kulissen sehen großartig aus und durch die echten Bauten und den geringen Einsatz von CGI immer greifbar. Auch der Einsatz des Lichtes, welches sehr häufig durch echte Beleuchtung entsteht und damit mit dem Film verschmelzt, trägt viel zur Stimmung bei. Auch durch die Farbgebung, die oft sehr sehr entsättigt wirkt oder durch die Primärfarben Blau und Grau zu tragen unterstützt die kalte Stimmung, während zumindest zwischen Ellen und Anna warme Farben gewählt werden. Das Spiel mit den Schatten und Umrissen beweist dann seine Genialität, wenn der Graf in Erscheinung tritt, der selten in seiner ganzen Bracht zu sehen ist, sondern langsam aufgebaut wird und so nie entzaubert wird. Die Kostüme und das Make-Up sind ebenfalls bestens gelungen. Besonders das Aussehen des Grafen ist treffend, zitiert den Alten, wirkt aber dennoch neu und anders. Ebenfalls hervorragend ist die Musik von Robin Carolan, sowie die wirklich herausragende Kameraarbeit von Jarin Blaschke. Eggers Stammkameramann zaubert hier an einer Reihe hervorragende Bilder, die man sich gerne einrahmen möchte.
Alleine durch die visuelle Gestaltung sticht der Film raus und rechtfertigt die Neuauflage des Klassikers, der für mich eine Besonderheit darstellt, da ich noch nie drei Verfilmungen, des gleichen Stoffes so großartig umgesetzt gesehen habe.
Und auch die Darsteller muss man durchgehend loben. Emma Corrin, Aaron Taylor-Johnson, Willem Dafoe und Ralph Ineson sind perfekt gecastet und machen einen tollen Job. Auch Nicholas Hoult als Thomas Hutter spielt wieder hervorragend, wird aber von Lily-Rose Depp nochmal überboten, die eine Glanzleitung hinlegt und den Film trägt. Sie kann jede Phase ihrer Figur glaubhaft spielen und wechselt in den Szenen hervorragend ihr Spiel. Das bildet ihre beste Leistung und ist eine willkommene Abwechslung, dass Eggers genau ihre Rolle, im Vergleich zu den anderen Verfilmungen deutlich ausbaut. Bill Skarsgård als Graf ist hingegen nicht zu erkennen. Er spielt das gewohnt gut und der Einsatz der Untertitel macht das ganze greifbar. Auch sein Look, der in den Trailern nie gezeigt wurde, ist klassisch und modern, dabei grausig und abschreckend.
Eggers verbindet das ganze dann noch zusätzlich mit einer psychosexuellen Ebene, paart Begehren und Abscheu, mit einem feministischen Unterton und stellt den Untoten als Metapher für die Depression dar. Das ist hervorragend verbunden und ein exzellenter Start ins neue Jahr.
Kurz: Robert Eggers Interpretation des Klassikers setzt diesem neue Elemente hinzu, bleibt aber der Geschichte treu. Das Schauspiel ist ebenso hervorragend wie das perfekte Handwerk, in dessen Zentrum Kameraarbeit, Belichtung, Musik, Make-Up oder Kostüme auf dem Punkt sind. Das Spiel mit Farben, Licht und Schatten, beherrscht er mit Bravur, wodurch das Gesamtwerk des Vampiren hervorragend in die Moderne geführt wird, wie ein Blockbuster wirkt, aber nie dessen Konventionen übernimmt und auf Effekthascherei setzt. Eggers vierter Film ist wieder herausragendes Kino geworden.
Maximilian Beutler
Maximilian Beutler

2 Kritiken User folgen

1,0
Veröffentlicht am 3. Dezember 2024
Ich glaube 5%-10% der Gesamtbevölkerung finden den Film gut. Ich war heute auf der Weltpremiere in Berlin und habe den Film OmU geguckt. Ich PERSÖNLICH würde es mit einem Theaterstück mit übertriebenem Geschauspiel vergleichen. Die Story hat mich nicht abgeholt und hat keinen, wirklich nicht einen, Höhepunkt geboten. Die Hälfte des Casts war wirklich, wirklich sehr gut. Die Jump-Scares, oder wie man das auch schreibt, waren für mich eher mau und vorhersehbar.

Leider, leider von mir keine Empfehleung. Ich hatte mehr Erwartungen.
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