The Favourite - Intrigen und Irrsinn
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Olaf N.
Olaf N.

15 Follower 61 Kritiken User folgen

1,0
Veröffentlicht am 2. Februar 2019
Keine Ahnung woher hier die positiven Bewertungen kommen? Ich habe mich selten in so ein sinnloses Stück Fimgeschichte verirrt, langweilig und vollkommen ohne Spannung oder Anspruch. Zahlende Gäste sind reihenweise aus dem Kino gelaufen.
Cursha
Cursha

7.500 Follower 1.067 Kritiken User folgen

4,5
Veröffentlicht am 25. Januar 2019
Inzwischen finden sich ja eine Vielzahl von europäischen Regisseuren in Hollywood wieder. Man nehme nur Felix van Groeningen, der gerade aktuell mit "Beautiful Boy" im Kino ist, oder im letzten Jahr erst Martin McDonagh oder Luca Guadagino. Leider finden nicht alle dieser großartigen Filmemacher die Anerkennung die sie verdienen und ebenso wie der zuvor genannte Martin McDonagh, brauchte auch Yorgos Lanthimos den dritten Anlauf um endlich auf sich aufmerksam zu machen. Mit "The Favourite", liefert der Grieche einen Film ab, der auf den ersten Blick ähnlich ist wie seine beiden Vorgänger, sich aber grundlegend von diesen unterscheidet. "The Lobster" und "The Killing Of A Sacred Deer" waren aus meiner Sicht absolute Meisterwerke, die extrem clever geschrieben waren, gespickt mit eiskaltem Humor, tollen Bildern, erstklassigen Schauspielern und vor allem sehr distanziert und kühl inszeniert waren.
Bei "The Favourite" merkt man ganz klar die Handschrift von Lanthimos, allerdings baut er hier erstmals keine große Distanz zu den Figuren auf, sonder lässt diese viel gefühlvoller interagieren, wie in seinen Werken zuvor. Damit kommen wir auch gleich zu den drei Hauptfiguren, die den Kern dieses Films darstellen. Emma Stone und Rachel Weisz spielen hier nämlich zwei rivalisierende am Hofe, die beide um die Gunst ihrer Königin werben. An dieser Stelle sei auch gleich schon angemerkt, das diese Leistungen wirklich erstklassig von den beiden dargestellt wird. Gerade Weisz glänzt in hellstem Licht und sticht Stone sogar aus. Dabei sind diese beiden Figuren deshalb so interessant, weil die beiden nichts aus reiner Bosheit tun, sondern einfach nur um zu Überleben und um eine Stellung zu gewinnen, die für sie den größten Vorteil erbringt. Eine griechische Tragödie. Besonders ist dabei der Rollenwechsel der beiden Figuren innerhalb des Filmes, die beide einen gigantischen charakteristischen Wandel durchlaufen. Gerade bei Stone ist dies am stärksten zu beobachten. Ihre Handlung mündet in einem Ende, welches die ganze Tragödie der Machtrangelei perfekt auf die Spitze treibt. Die Unverdorbenheit, mit der sie am Hofe ankommt verfliegt. Anders bei Rachel Weisz, bei ihr verhält es sich genau umgekehrt. Überragend ist dann aber Olivia Colman als Königin Anne. Ihre Leistung ist überragend und sie verleiht der unfähigen Königin, eine gewisse tragische Komik, ebenso aber auch etwas erhabenes, etwas stolzes, aber auch die ganze Zerbrechlichkeit der Königin verkörpert sie erstklassig. Ihre Figur wächst sofort ans Herz, gerade in Anbetracht, zu welchem Spielball sie wird zwischen den einzelnen Parteien.
Der Film spielt mit diesem moralischen Verfall der Figuren. Er kreiert keine Helden, aber auch keine Schurken, alle befinden sich in einer Grauzone, die alle nur das beste aus ihrer Sicht im Sinn haben. So entstehen Szenen, in der Figuren mit ihrem Charme verzaubern, gleichzeitig widern sie uns eine Szene später an.
Besonders erwähnenswert ist hier noch das gesamte Handwerk. Musikalisch ist der gesamte Film mit klassischer Musik unterlegt, von Bach bis Händel. Diese Stücke passen aber wie die Faust aufs Auge in diesen Film, auch die Eigenkompositionen passen perfekt in den gesamten Kontext. Die Kostüme sind wundervoll anzusehen, ebenso wie das Make-Up.Und dann ist die Ausstattung noch hervorragend. Das Schloss, einfach alles wirkt unglaublich echt und greifbar. Gigantisch, wunderschön, aber auch kalt und leer. Schön sind auch die Szenen anzusehen, in denen vollkommen auf Licht verzichtet wird und die Szene nur bei natürlichem Kerzenlicht gedreht wurde, wie einst in Kubricks "Barry Lyndon". Und vor allem die Kameraarbeit ist wunderbar. Sie ist zu weilen extrem ruhig gehalten und oft auch einfach nur auf die einzelnen Personen zentriert, aber sie fängt auch unsere Sicht auf die Figuren hervorragend ein. So wird die meisten Figuren auf Augenhöhe gehalten, während wir zu Rachel Weisz hinaufschauen, oder sie auf uns herab und bei Emma Stone ist der Fall genau umgekehrt. Später wandelt sich dann auch der Kamerafokus bei den Beiden. Nur bei Olivia Colman ändert sich ständig die Ansicht, je nach dem, in welcher Machtposition sie sich befindet und in wie fern sie Stärke zeigt. Auffällig ist auch, das die Kamera die Räume oft noch viel größer einfängt als sie eigentlich sind und sie zeitgleich mit Biegungen einfängt, die oft interessante, wahnwitzige Bilder kreieren, die oft ein perfekt symmetrisches Bild erzeugen.
Kurz: "The Favourite" ist ein wahres Meisterwerk, eines großartigen Regisseurs, der endlich die Anerkennung bekommt, die er verdient. Yorgos Lanthimos hat ein handwerkliches Meisterwerk abgeliefert, welches zu den optisch interessantesten Filmen gehört, die ich je gesehen habe, gleichzeitig, ist er hervorragend gespielt, allen voran Olivia Colman. Darüber hinaus transportiert der Film eine starke Botschaft und viele Interpretationsansätze.
Christoph K.
Christoph K.

172 Follower 322 Kritiken User folgen

4,5
Veröffentlicht am 29. Januar 2019
Mich hat der Film doch sehr überrascht. Ein absolut würdiger Film für die Oskars (ist dafür 10x nominiert). Der nervenaufreibende persönliche Krieg zwischen den Personen ist durch die hervorragenden Schauspieler(innen) zum Greifen nah. Allein die absolut-fantatische Darbietung von Olivia Colman als Queen Anne, macht den Film schon sehenswert. Hoffentlich gewinnt sie den Oscar dafür. Auch brilliant fand ich Rachel Weisz als Ränkeschmiedin. Das Drehbuch ist klasse, die Ausstattung des Sets super, eigentlich kann man kaum meckern. Der einzige Grund, was mich von einer 6 Sterne-Bewertung abhält ist, dass der Film zwar 100%ig gut unterhält, aber für den Nachgang doch zu wenig hinterlässt. Es gibt keine Message, man wird nach dem Film "nicht klüger". Trotzdem: Ansehen! und genießen! es lohnt sich sehr.
Kinobengel
Kinobengel

506 Follower 607 Kritiken User folgen

4,5
Veröffentlicht am 31. Januar 2019
Yorgos Lanthimos, bekannt für seinen skurrilen Filme, ist mit „The Favourite - Intrigen und Irrsinn“ in den deutschen Kinos.

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts: Anne, die erste britische Königin, ist von Krankheiten gezeichnet. Die Regierungsgeschäfte überlässt sie ihrer Vertrauten Sarah Duchess of Marlborough (Rachel Weisz). Deren in Ungnade gefallene Cousine Abigail (Emma Stone) erhält am Hofe eine Stelle als Magd, weiß aber, sich in die Nähe der Monarchin zu bringen.

Yorgos Lanthimos hat die Gabe, einen Stoff auf bizarre Weise zu erzählen und zu visualisieren, ohne unverständlich oder zu experimentell zu wirken. Mit Detailvielfalt in der Ausstattung und Hingabe zieht er seine Zuschauer nun ins frühe 18. Jahrhundert. Die Geschichte, welche der griechische Ausnahmeregisseur präsentiert, ist nicht ausufernd, aber sehr eindeutig. Mit einer Groteske, die über zwei Stunden Spielzeit stets mit neuen Ideen angereichert wird und nie das hoch angelegte Niveau verlässt, weist Lanthimos erzählerisch umfangreich und gewaltig auf gar nicht so besondere Eigenschaften hin, zum Kopfschütteln erheiternd. Menschen sind eben intelligent, verlogen, rücksichtslos, dekadent, eifersüchtig und intrigant; hier mit geschliffen britischem Englisch, manchmal ins theaterhafte abgleitend.

Kamerafahrten mit ungewöhnlichen Ansätzen und Blickwinkeln unterstreichen das Komische. Im Fokus der Bilderpracht tummeln sich Olivia Colman und Emma Stone mit brillanter Mimik und Ausdrucksstärke. Als Anne Stuart und Abigail Masham finden sie Zuneigung, Sarah steht zwischen ihnen, will ihren Einfluss nicht verlieren.

Das Werk läuft geschmeidig, sehr geschmeidig, keine Chance zum Einschlafen. Hier passt wirklich eine Szene ohne Bruch an die nächste. Lanthimos hat den Editorplatz Yorgos Mavropsaridis anvertraut. Der erfahrene Mann durfte auch für alle anderen Filme des Regisseurs, u.a. „Dogtooth“ (2009), „The Lobster“ (2015) und „The Killing of a Sacred Deer“ (2017) das Material schneiden. Offensichtlich hat die Filmwelt ein Dreamteam bekommen. Entgegen der drei vorgenannten Filme hat Lanthimos das Fantastische weggelassen und bedient sich einfach der naturgegebenen Fähigkeiten des Menschen.

„The Favourite - Intrigen und Irrsinn“ hat einen selbsterklärenden Titel und ist ein amüsanter Volltreffer.
Thomas Z.
Thomas Z.

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4,0
Veröffentlicht am 28. Januar 2025
Tatsächlich war ich mehr als skeptisch. Obwohl ich Yorgos Lanthimos sehr mag, kann ich mit der Zeit, in der sein Historiendrama "The Favourite" spielt, dem Hochbarock, so gar nichts anfangen. Furchtbare Kunst und Architektur, grausige Musik, überladene, üppige Mode, ausufernde Dekadenz am englischen Hof... ein schrecklich unsympathisches Zeitalter.
Lanthimos gelingt es aber trotz der augenscheinlichen Detailversessenheit, den historischen Kontext durch die ihm eigene perspektivisch häufig verzerrte Darstellung, wie durch ein Brennglas abzubilden und sich auf das essentiell Wesentliche zu fokussieren: das intrigante Machtgerangel um politischen Einfluss hinter einer manipulationsanfälligen, kränklichen Königin.
Was Emma Stone und Rachel Weisz an Boshaftigkeit in ihre Figuren fließen lassen, ist bemerkenswert und wird nur noch durch die großartige Performance von Olivia Colman als Königin Anne Stuart übertroffen.
Das ist überraschend kurzweilig und bietet jede Menge Ansätze, Bezüge zu aktuelleren Machtstrukturen (bspw. Bush - Cheney, Trump - Bannon, Trump - Musk) zu ziehen.
Fazit: Abgründig, zeitlos und sehenswert!
Rüdiger Wolff
Rüdiger Wolff

14 Follower 62 Kritiken User folgen

5,0
Veröffentlicht am 28. Januar 2019
Bizarr und skurril und teilweise pervers
Schon interessant zu sehen, was sich am Hof der englischen Königin Anne (1665 – 1714) in der bemerkenswerten Fantasie und Realisierung von Yorgos Lanthimos abgespielt haben könnte. Dichtung und Wahrheit – würde Goethe sagen. Gleichwohl ein sehenswertes Spektakel, wenn man von Anfang an die Charaktere der drei Damen, die sich hier gegenseitig immer wieder das Regierungszepter aus der Hand schlagen, kennt, d.h. sich vorher in Kritiken informiert, und dann ihre Aktionen genießen kann. Fazit: teils vergnügliche – teils bitterböse Unterhaltung.
Bizarr und skurril und teilweise pervers
Schon interessant zu sehen, was sich am Hof der englischen Königin Anne (1665 – 1714) in der bemerkenswerten Fantasie und Realisierung von Yorgos Lanthimos abgespielt haben könnte. Dichtung und Wahrheit – würde Goethe sagen. Gleichwohl ein sehenswertes Spektakel, wenn man von Anfang an die Charaktere der drei Damen, die sich hier gegenseitig immer wieder das Regierungszepter aus der Hand schlagen, kennt, d.h. sich vorher in Kritiken informiert, und dann ihre Aktionen genießen kann. Fazit: teils vergnügliche – teils bitterböse Unterhaltung.
Davki90
Davki90

49 Follower 340 Kritiken User folgen

4,0
Veröffentlicht am 27. Januar 2019
Mit Dogtooth wurde der Grieche Yorgos Lanthimos bekannt. Seine zwei Letzen Filme The Lobster und Killing of a Sacred Deer gingen etwas unter. Aber man sieht seinen sehr künstlerischen Stil schon deutlich. Mit seinem jetzigen Film The Favourite ist er sogar im Oscarrennen und das zurecht. Besonders die Frauenfiguren stechen in diesem Drama/Tragikomödie heraus. Alle sind für einen oscar nominiert. Es geht um Intrigen am Königshof. Stark gespielt, tolle Kameraarbeit und ein raffiniertes und innovatives Drehbuch. Ich mag Filme generell, die versuchen etwas anderes zu sein und Yorgos Lanthimos ist genau so ein Regisseur. Sollte man sich mal ansehen.
BrodiesFilmkritiken
BrodiesFilmkritiken

11.853 Follower 5.015 Kritiken User folgen

4,0
Veröffentlicht am 19. Juni 2019
Die Inhaltsangabe könnte auch in eine ganz andere Richtung Film gehen: es geht um zwei Frauen die sich einen Konkurrenzkampf liefern, nicht um einen Mann sondern um die priviligierte Position an der Seite der englischen Königin. Wunderbar ist dabei die Besetzung: Rachel Weisz und insbesondere Emma Stone sind eigentlich Darstellerinnen die eher auf die sympathischen und herzlichen Figuren gesetzt werden, dürfen aber hier zwei bösartige Gestalten spielen die hinter höflicher Fassade die Intrigen und Gemeinheiten am laufenden Band anzetteln. Über die historische Genauigkeit kann ich nichts sagen, denke aber schon da dies hier für Schulunterricht und ähnliches taugt, da es das dekadente und oftmals absurde Leben am Hof ganz nett Zeigt. Zumal mit einer manchmal überraschenden Optik (Fischaugeneinsatz) und funkensprühenden Dialogen auch für Auge und Hirn einiges geliefert wird. Daher: keine Gefahr eines lauen Kostümschinkens, sondern flotte und hintersinnige Unterhaltung.
 
Fazit: Witzig und bissig in der Wirkung und großartig gespielt!
Jan J.
Jan J.

75 Follower 268 Kritiken User folgen

0,5
Veröffentlicht am 16. November 2020
Extrem seichte Unterhaltung & sowas hat bei den Oscars so gut abgeschnitten.
Da muss man doch die Meinung der Kritiker sehr in Frage stellen.
FILMGENUSS
FILMGENUSS

998 Follower 942 Kritiken User folgen

3,5
Veröffentlicht am 29. April 2019
A SHAME OF THRONES

Endlich, mein erster Film von Giorgos Lanthimos, dem exzentrischen Griechen, der mit seinen eigenwilligen Gesellschaftstableaus die Grenzen zum Surrealen sprengt. Dessen Filme man als Cineast eigentlich gesehen haben muss, oder nicht? Wenn, dann spätestens nach dem medialen Wind um das Historiendrama The Favourite, auch selbiger bei den Oscars 2019. Und Sprungbrett für die Britin Olivia Colman in den Olymp der Goldjungen, wo sie nun Platz nimmt neben Rami Malek, der bald James Bond-Bösewicht sein wird. Und Colman? Vielleicht die neue M? Wer weiß.

Lanthimos, der ist, zumindest seiner jüngsten Arbeit nach zu schließen, auch nicht exzentrischer als der gute alte Theaterbrite Peter Greenaway. Und ja, The Favourite erinnert stark an die Opulenz der Filme wie Das Wunder von Macon oder Der Kontrakt des Zeichners. Greenaway liebäugelte ja stets mit dem orgiastisch Dekorativen des Barock. Das macht Lanthimos auch. Und noch etwas macht Lanthimos, was aber Greenaway nie getan hat – er lässt die Kamera nicht dem Publikum gleich auf eine Bühne blicken, die maximal ausladende horizontale Schwenks erlaubt. In The Favourite orientiert sich Kamerafrau Robbie Ryan erstens an der zeitgeistigen Spielerei von Google Maps – nämlich am 380° Rundumblick, um mittendrin statt nur dabei zu sein. Und zweitens an der altniederländischen wie manieristischen Malkunst. Dieser Bildstil beschreibt nun ein sehr breites Spektrum – von der Gotik bis an die Schwelle des Barock. Dabei meine ich hier nicht den Stil an sich – vielmehr das Experiment mit dem erweiterten Blickwinkel – der Integration konvexer kleiner Spiegel. Der Flame Jan van Eyck hat sich hier erstmals, in manchen Details seiner Bilder, der Brennweite eines – wie wir heute sagen würden – „Fisheye“ bedient. Später dann, im besagten Manierismus, hat der Italiener Parmagianino mit seinem berühmten Selbstportrait in gewölbter Reflexion Kunstgeschichte geschrieben. Diese Wahl der Mittel, um in die Tiefe eines Bildes einzutauchen, die wählt auch Lanthimos. Und schafft damit eine aufgeblasene, kathedralenhohe, isolierte Sphäre elitärer Gesellschaften, die zwar wissen, dass Erbfolgekrieg herrscht, sich selbst aber davon ausnehmen.

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