The Big Sick
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Kinobengel
Kinobengel

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3,5
Veröffentlicht am 22. November 2017
Michael Showalter, überwiegend bekannt als Autor und Regisseur für TV-Serien, hat die Liebeskomödie „The Big Sick“ inszeniert.

Chicago: Comedian Kumail (Kumail Nanjiani) und die Psychologie-Studentin Emily (Zoe Kazan) gehen eine Beziehung ein. Weil der Pakistaner seinen Eltern, die auf eine arrangierte Ehe bestehen, nichts davon verrät, löst Emily die Verbindung und wird kurz darauf schwer krank. Kumail kümmert sich um die im künstlichen Koma liegende Emily, obwohl die Zukunft der beiden mehr als ungewiss ist. Und die Eltern von Emily (Holly Hunter, Ray Romano) haben ebenfalls einige Wörtchen mitzureden.

Clash of Culture ist gerne genommen als Basis für Komödien. „The Big Sick“ gibt sich viel weniger seicht als „The Big Fat Greek Wedding“, viel weniger unkorrekt und weniger turbulent als „Monsieur Claude und seine Töchter“. Und immer geht es um die Macht der Liebe, die alle Hürden von Herkunft, Religion und Tradition überwinden kann. Aber Komödie bleibt schwierig. So auch bei Michael Showalters Film. Kumail wird häufig als Comedian auf der Bühne gezeigt. Darf man mitlachen? Nachdem er diese Welt verlässt und privat wird, spricht er gerne in Onlinern knapp über Sitcom-Niveau. Mäßig lustig. Der Zuschauer muss sich orientieren. Michael Showalter bietet auch Einfallsreiches, indem er Kumail ein in zwei Stunden breit erzähltes und dadurch so ehrlich wirkendes Bemühen einhaucht. Bemühen um seine unausgegorene Show, die den US-Amerikanern Pakistan näher bringen soll. Bemühen um Emily, in die er sich verliebt hat. Und Bemühen um beide Elternpaare. Nun funktioniert und dominiert ein dezent untergehobener Humor, der ernster ist als in „Während du schliefst“ von Jon Turteltaub (1995).

Kumail und Emily passen zueinander. In recht kurzen, aber mit Blick fürs Herz ausgestalteten Szenen checken sich die beiden zu Beginn mit jugendlicher Experimentierfreudigkeit. Kumail Nanjiani hat eine sympathische Erscheinung und Zoe Kazan spielt eine Frau, in die man sich gerne verliebt. Das geht aufs Publikum über. Damit ist das Ende vorprogrammiert. Die Spannung wird aufrecht erhalten, weil das Leben der jungen Frau auf der Kippe steht. Die weibliche Hauptfigur liegt für einen beträchtlichen Teil der Geschichte inaktiv im Krankenbett. Das ist ein kleiner Geniestreich, denn die Eltern sind der Knackpunkt, für deren „Bearbeitung“ der herumgeschubste Kumail viel Zeit hat und benötigt. Showalter gestaltet den letzten Abschnitt etwas zu rasant vertwisted und lässt den Charakter Emily verschwimmen.

„The Big Sick“ ist eine über weite Strecken ansehnliche, mit kleinen Ungereimtheiten befrachtete Komödie, die den Migrationsprozess mit sinniger Unterhaltsamkeit angeht.
chagall1985
chagall1985

28 Follower 113 Kritiken User folgen

3,5
Veröffentlicht am 29. November 2017
Ja, dass ist eine erwachsene Liebeskomödie!
Es gibt echte Macken, Knackpunkte, Ängste, Verletzungen, Feigheit und enttäuschte Sehnsucht.

Keiner der Charaktere kommt dem Overacting nahe, trotz aller Skurrilität und Knurrigkeit.

Aber eine Sache störte mich hier gewaltig, obwohl ich alle Einzelleistungen gut fand.

Die Chemie zwischen den Hauptdarstellern stimmte überhaupt nicht.
Nicht eine Sekunde habe ich ihnen ihre Liebe oder das gesteigerte Interesse füreinander abgenommen.
Da passte für mich wirklich nichts!
spoiler: Aber sie lag die Hälfte des Films im Koma also zerstörte das nicht allzu viel.
Christian Alexander Z.
Christian Alexander Z.

202 Follower 1.058 Kritiken User folgen

3,0
Veröffentlicht am 4. Dezember 2021
Nach so viel Lob und ebenso vielen Preisen waren die Erwartungen hoch. Zunächst schafft der Film es auch überraschend und spritzig zu amüsieren. Doch dann kippt die Handlung ins Konventionelle, wie schon hundert Mal mal gesehen. Auch der Cast und die originelle Grundidee können nicht verhindern, dass es wirklich langweilig und zäh wird. Schade.
Kino:
Anonymer User
4,5
Veröffentlicht am 17. November 2017
Endlich, endlich einmal wieder eine romantische Komödie, die nicht flach ist und versteht, den Zuschauer über weite Strecken bestens zu unterhalten. Lange her, das etwas Vergleichbares im Kino zu sehen war ;)
Sebastian Schlicht7
Sebastian Schlicht7

11 Follower 403 Kritiken User folgen

4,0
Veröffentlicht am 26. Juli 2026
Die richtige Art von männlicher Stärke!

Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit sind das A und O in einer Beziehung. Das wissen die meisten, aber was es genau bedeutet, ist oft nicht so klar. Und gerade auf der männlichen Seite ist der Umgang mit Ehrlichkeit so eine Sache… Es gibt viele Dinge, die die Ehrlichkeit eines Mannes einschränken können, wie etwa Unsicherheit, Feigheit oder auch das traditionelle Band einer Familie. Manchmal sogar alles zusammen. Dass gerade eine klassische Rom-Com aus Hollywood diese Thematik so aufrichtig und dennoch optimistisch erzählt, ist äußerst erfrischend. „The Big Sick“ kam 2017 in die Kinos und ist ein Film von Michael Showalter, der in dem Genre bereits einige Werke abgeliefert hat. In Wirklichkeit ist es jedoch ein Film von Kumail Nanjiani, welcher im Film sich selbst spielt, und seiner Frau Emily, die zwar im Film von einer anderen Schauspielerin verkörpert wird, aber mit ihrem Mann zusammen das Drehbuch verfasst hat. Denn „The Big Sick“ ist tatsächlich eine autobiografische Geschichte, die mit einigen künstlerischen Freiheiten sehr nah an der Realität ist. Dafür gab es (unter anderem) sogar eine Oscarnominierung (Bestes Drehbuch). Und ja, es ist sehr cool, dass der Film so „echte“ Hintergründe hat, aber noch besser ist es, was „The Big Sick“ über männliche Aufrichtigkeit zu sagen hat.

Kumail kam aus Indien nach Amerika und macht Standup Comedy und das gar nicht mal so gut. Dennoch erregt er die Aufmerksamkeit von Emily und beide fangen an zu daten. Was zu Beginn nur nach etwas Spaß aussieht, entwickelt sich zunehmend zu einer ernsthaften Beziehung. Doch Kumail trifft währenddessen noch andere Frauen, denn seine Familie will (und muss) ihn traditionell mit einer muslimischen Frau verheiraten. All das gipfelt in einer emotionalen Auseinandersetzung und kurz darauf wird Emily krank...

„The Big Sick“ ist in vielen Bereichen sehr… vorhersehbar. Es ist recht schnell klar, in welche Richtung das Drama geht und einige der kitschigen Momente sind ebenfalls von Weitem erkennbar. Und dennoch schafft es der Film immer wieder sehr ehrliche und sensible Figuren zu zeigen mit ebenso ehrlichen und sensiblen Momenten. Gerade Kumail ist ein netter Typ, der Konflikte meidet, aber dadurch eben genau diese unbewusst provoziert. Er schafft es nicht für sich einzustehen und belügt sowohl seine Familie als auch seine Freundin. Dafür gibt es zwar Gründe, aber natürlich ist es nicht das Richtige. Besonders spannend wird der Film dann, wenn Kumail auf Emilys Eltern trifft: Er und Emilys Vater sprechen darüber, wie schwierig es ist ehrlich gegenüber anderen und vor allem seiner Partnerin zu sein. Und ich finde es wirklich stark, wie der Film das Klischee vom netten, aber schüchternen Helden hier aufbricht. Du kannst so nett sein, wie du willst, aber steh zu dem, was du willst und fühlst. Es klingt banal und einfach, aber ich habe das Ganze schon lange nicht mehr so gut umgesetzt erlebt, wie hier.

Auch außerhalb dieser Thematik kreiert „The Big Sick“ sehr berührende und auch charmante Szenen. Selbst eine kleine Geste, wie etwa ein „Nein“ vom Partner zu bekommen und dieses zu akzeptieren, macht den Film deutlich reifer als viele andere Romantik-Komödien. Für mich hätte das Ganze dennoch gern etwas weniger Kitsch vertragen können (besonders sein emotionaler Ausbruch auf der Bühne war typisch Hollywood). Zudem bleiben auch einige Nebenfiguren etwas zu blass für meinen Geschmack.

Der Cast ist toll mit zwei sehr guten Protagonist*innen (Zoe Kazan und Kumail Nanjiani) und die Eltern von Emily (Holly Hunter und Ray Romano) sind die heimlichen Stars im Film.

Technisch ist „The Big Sick“ sehr unauffällig: Alles ist recht einfach, aber ok gefilmt und vom Soundtrack von Michael Andrews („Donnie Darko“) hatte ich ehrlich gesagt etwas mehr erwartet.

Fazit: Alles in Allem ist „The Big Sick“ dennoch ein sehenswertes Comedy-Drama mit charmanten Figuren und wichtiger Message!
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