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Dmitrij Panov
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3,5
Veröffentlicht am 8. März 2010
Ein zweischneidiges Schwert: Zum einen die etwas "normale" Machart, zum anderen die teils sehr bizarre Story, zum einen interessante und morbide Ideen, zum anderen will sich kein richtiger Zusammenhang ausbilden, zum einen etwas behäbig, zum anderen: Beim Lied "Blue Velvet" schmelze ich schnell dahin. Aber dann erinnere ich mich an das (bessere) Lied in "Eraserhead" und dann auch an die anderen Werke von David Lynch und denke: "Er kann es auch besser, irgendwie." "Blue Velvet" ist skurill - aber nicht so skurill wie manch anderer Filme von David Lynch. Er ist manchmal verstörend, aber eben nicht so verstörend, wie ich es eigentlich gewohnt bin. Er entlarvt, aber er entlarvt nicht soviel, wie man es zunächst erwarten mag. Er ist nicht wirklich Mainstream - aber für Lynch ist er etwas zuviel Mainstream. Dafür ist Isabella Rosselinni toll, Kyle Maclachlan sowieso und über Dennis Hopper muss man nicht viele Worte verlieren, einige ausgefallene Ideen bleiben im Kopf und an vielen Stellen regiert ein morbier, gemeiner Humor. Um den zu erblicken, muss man jedoch kurz aus der Stimmung des Filmes heraustreten, seinen etwas sarkastischen Charakter erkennen. Dann kann man auch wirklich Spaß mit ihm haben, selbst wenn man die grandiose Wirkung von "Mulholland Drive" oder "Eraserhead" oder "Lost Highway" oder welchem seiner Filme auch immer vermisst. Dann bleibt er einem als ein "guter" Film in Erinnerung - leider nicht mehr, doch gewiss auch nicht weniger.
Zunächst: "Blue Velvet" ist David Lynchs zugänglichster Film. Wer "Mulholland Drive" und "Lost Highway" kennt und in der Erwartung eines solch verschachtelten Bilderrätsels an die Sache geht, wird sich eventuell vor den Kopf gestoßen fühlen können. Dennoch ist "Blue Velvet" für sich gesehen brillant, weil er es wie wenige Filme schafft, in menschliche Abgründe zu gehen. Korrekt von filmstarts- Kritiker Ulrich Behrens übrigens, wenn er schreibt, die angesprochene Szene mit Isabella Rossellini sei nicht entwürdigend. Ich kenne Roger Eberts Kritik- er hat ja ein Problem mit dem Film- doch für mich liegt gerade in der grimmig- düsteren, leicht schwarzhumorigen Schilderung dieser Abgründe die Faszination des Werks. "Blue Velvet" ist eine bitterböse Demontage der Vorstadtidylle- dazu genial gespielt- allen voran von Dennis Hopper!
Ich bin ohne Vorwissen an den Film herangegenagen, hatte nur gehört, dass er gut sei. Zunächst präsentierte sich die Handlung durchaus vielversprechend und gut in Szene gesetzt. Doch schon bald entwickelte sich das ganze Szenario zu einer Farce, die- durch (wirklich)sehr schlechte Dialoge und meist mangelnde schauspielrische Fähigkeit, sowie absolut unglaubwürdge Reaktionen und Erkenntnisdialoge der Charaktere- jegliche Intentionen des Films erstickten.
Der Film maßt sich an schwazen Humor zu besitzen, und ich konnte auch lachen, doch nur weil der Film mir wie eine einzige Komödie vorkommt.
Auch wenn die Abgründe der Menschheit und Gut und Böse erforscht werden sollen...nicht so. Als Beispiel nenne ich als Sandy Jeffrey am Telefon vergibt, ohne ihn zur Rechenschaft heranzuziehen- absolut nicht nachvollziehbar.
Die Krönung am Ende ist das unechte Rotkehlchen- wirklich ein Armutszeugnis.