Neueste Kritiken: Hagen - Im Tal der Nibelungen - Seite 2
Hagen - Im Tal der Nibelungen
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Dominik B.
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3,0
Veröffentlicht am 28. Oktober 2024
Schwierig schwierig. Als absolutes Gegenteil eines Fans des deutschen Kinos hat mich der Trailer zu diesem Film aber irgendwie doch in den Saal gelockt.
Von der Qualität der Aufnahmen und vom Schnitt wurde ich dann doch positiv überrascht. Wie im Vorfeld erwartet war die gesamte Story aber leider auf vermutlich 50% der nötigen Spieldauer reduziert, weshalb vielleicht Elemente sehr bruchstückhaft oder aufgrund der Kürze gar überflüssig wirkten.
Der Schauspielerischen Leistung der Hauptprotagonisten kann ich kaum gute Wertungen geben. Der "Hagen" sowie der Dänische Cast machte eine sehr gute Figur. Allerdings müsste ich den gesamten Deutsch-Österreichisch Anteil als unterdurchschnittlich bewerten. Leider scheint es mir so, dass eine vorherige Theater Ausbildung und Karriere für meinen Geschmack, auf der Leinwand mal wieder sehr hölzern und plump rüber kommt.
So sehr, dass ich mir zu Beginn des Filmes gewünscht hätte, von einigen Protagonisten möglichst wenig zu sehen. Aber dann leider enttäuscht .
Für Fans von der heimischen Sagenwelt und des deutschen Film würde ich ihn aber dennoch empfehlen.
Leider ein wirklich schlechter Film, ich war sehr enttäuscht im Kino. Die Romanvorlage (abgesehen von der Nibelungensage selbst) von Wolfgang Hohlbein fand ich genial, eine wirklich gelungene Adaption des Stoffes. Die cineastische Umsetzung hakt leider an allen Ecken und Enden. Die Charaktere sind flach, die Dialoge wirr, der Erzählstrang inkohärent und stockend. Die Schauspieler wirken hölzern und völlig leidenschaftslos. Hagen von Tronje wirkt nicht düster, sondern planlos. Der Siegfried-Darsteller agiert dagegen, als sei er frisch aus dem Irrenhaus entsprungen, allein man nimmt es ihm nicht ab. Man weiß einfach nicht, was die Motivation der einzelnen Charaktere ist und was sie antreibt. Rückblicke sind zu einsilbig, der langsame Schnitt wirkt wie aus dem letzten Jahrtausend - vielleicht wollte man bewusst einen Unterschied machen zu modernen Genregrößen wie GoT oder Witcher, leider wird der Film dadurch noch fader. Zudem sieht man den Schauspielern an, dass sie nur rudimentäres Wissen über Fechtkunst auf das Set mitgebracht haben. Special Effects oder großes Schlachtengetümmel sucht man indes vergebens. Das ganze wirkt eher wie ein Kunstfilm denn wie eine ernsthafte Fantasy Adaption. Alles in allem wurde sehr viel Potential nicht gehoben bzw. einfach links liegen gelassen.
Wenn man bei diesem Film das Gefühl haben sollte, dass er ziemlich bruchstückhaft und episodenmäßig wirkt, dann hat das durchaus einen Grund: Denn während der Kinofilm "Hagen - Im Tal der Nibelungen" etwas mehr als zwei Stunden dauert, wird es 2025 bei RTL+ eine 6-teilige Serie geben - was dann wohl etwa viereinhalb Stunden ergibt, also gut die doppelte Laufzeit. Heißt: Alles, was im Film einen irgendwie oberflächlichen Eindruck macht, könnte in der Serie eine größere Rolle spielen. Aber vermutlich wollte man unbedingt diese Kinoauswertung.
Burgund im Mittelalter: Bei einem Kampf wird König Dankrat (Jörg Hartmann) getötet. Für Waffenmeister Hagen von Tronje (Gijs Naber) eine schlimme Lage, denn er sieht die Schuld für die Katastrophe bei sich. Das Land steckt in einer tiefen Krise, und der neue König Gunter (Dominic Marcus Singer) muss es nun führen. Im Land taucht eines Tages der berühmte Drachentöter Siegfried von Xanten (Jannis Niewöhner) auf. Er ist einer, der sich nichts sagen lässt, und er verliebt sich in die Königstochter Kriemhild (Lilja van der Zwaag) - und sie sich in ihn. Hagen ist skeptisch - auch, weil er schon länger unterdrückte Gefühle für Kriemhild hat. König Gunter will unterdessen nach Isenland, er will die dortige Herrscherin Brunhild (Rosalinde Mynster) zur Frau nehmen. Doch dafür muss er erst mal mit ihr kämpfen.
Der Film von Cyrill Boss und Philipp Stennert ist eine Neuinterpretation des Nibelungenliedes. Ganz konkret stützt sich die Handlung von "Hagen – Im Tal der Nibelungen" auf die Buchvorlage „Hagen von Tronje“ von Bestsellerautor Wolfgang Hohlbein. Hier soll Hagen in den Mittelpunkt gestellt werden. Auf merkwürdige Weise hat man allerdings über weite Strecken nicht das Gefühl, dass Hagen die Hauptperson ist oder dass die Geschichte aus seinem Blickwinkel erzählt wird. Dafür stiehlt ihm Jannis Niewöhner als Siegfried eindeutig die Show - Siegfried ist im Film auch die interessanteste Figur, mit all seinem Rebellischem und Aufsätzigem. Andere Figuren bleiben hingegen blass. Kriemhild ist fast schon eine Randfigur. Jördis Triebel kommt als Gunters Mutter gar nur ein- oder zweimal vor. Die Brüder von Gunter sind irgendwie einfach immer nur da, aber man ahnt, dass Giselher (Alessando Schuster) Potenzial für eine tiefere Charakterisierung hat, weil da einiges angedeutet wird. Wundert man sich während des Films darüber, könnte einiges klarer werden, wenn bei RTL+ das Ganze als Serie laufen wird. Dass die ganz große Begeisterung ausbleibt, liegt an so manchem hölzernen Dialog, an fehlender Opulenz und daran, dass es manchmal wirkt, als würde eine lose Folge von Storys erzählt - dem Film fehlt ein durchgehender Spannungsbogen. Aber immerhin ist er auch nicht wirklich langweilig.
Nibelungensaga mal anders, Set, Cast und Musik waren Top. Die Kampfscenen stehen denen aus Hollywood in nix nach, wir (53, 23 und 21) fühlten uns sehr gut unterhalten. Ich kann diesen Film wirklich empfehlen.
“Hagen” ist ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie deutsche Filmkunst auf höchstem Niveau funktioniert. Mit einem Budget, das gekonnt und effizient eingesetzt wurde, beweist der Film, dass Qualität und Kreativität auch ohne riesige Hollywood-Budgets möglich sind. Die sorgfältige Regie, das durchdachte Drehbuch und die fesselnde schauspielerische Leistung machen “Hagen” zu einem herausragenden Werk im deutschen Kino. Es ist ein Film, der zeigt, dass deutsche Produktionen immer wieder in der Lage sind, großartige Geschichten zu erzählen und damit auch international zu punkten. Absolut sehenswert und ein Beweis dafür, dass deutsche Filme weiterhin starke Beiträge zur internationalen Filmlandschaft leisten.