Um Gottes Willen, die FS-Kritik hat mal wieder daneben gegriffen. Dem Fingertip auf dem Globus widmen die einen ganzen und gleich den ersten Absatz??? Das dauert gerade mal 70 Sekunden hat überhaupt gar keine Bedeutung.
Dann wird sich beschwert, dass im Film ein (Ehe-)Mann seine Tochter ins Erziehungsheim schickt, ohne vorher mit seiner Frau darüber gesprochen zu haben?
Genau darum geht es doch! Was haben die bei FS nicht verstanden?
Genau so war das früher in den 70ern. Genau das will der Film ja anprangern, wie die Lage damals so war.
Und so war es damals, der Mann bestimmt und die Frau muss mitmachen. Warum sollte man dann ganz genau das im Film nicht zeigen dürfen? Irgendwas haben die bei FS echt nicht verstanden.
So war es damals, genau darum geht es in diesem Film.
Glücklicherweise werden -ganz genau in dieser Szene- beide Seiten beleuchtet, auch die der Männer.
Anscheinend waren einige Männer damit überfordert, immer den ´starken Mann´ spielen zu müssen, weil sie als Weichei verspottet würden, wenn sie ihre Frau um Rat gefragt und auf sie gehört hätten.
Um Frauenrechte geht es überhaupt gar nicht, es geht um Menschenrechte und darum, dass jede / jeder sein / ihr Leben so gestalten darf, wie man das möchte.
Die Männer mit langen Haaren wurden als ´Milchbubi´ verspottet, wenn deine Frau arbeiten geht, dann tuschelt man im Dorf, dass der Mann nicht genug Geld mit nach Hause bringt. Dann ist man im Dorf untendurch und kann sich nirgendwo mehr blicken lassen.
Frauen durften per Gesetz nicht arbeiten und Männer durften per Diskriminierung keine langen Haare haben.
Solche Zeiten gab es damals und dieser Film zeigt das ganz genau und ohne Partei ergreifen zu wollen.
Beide Seiten werden gezeigt, Männer müssen immer die ´Bestimmer´ sein und dürfen keine Schwäche zeigen und Frauen müssen immer das ´Heimchen-am-Herd` sein.
Beides wird in diesem Film quasi nachträglich angeprangert, mal mehr und mal weniger offensichtlich.
Meistens geht es natürlich um Nora und darum, wie sie sich vom `Heimchen am Herd´ zur selbsbewussten Frau entwickelt, zusammen mit den meisten anderen Frauen des Dorfes, trotz Gegenwind.
Der Gegenwind ist enorm, lässt die Männer aber trotzdem mit der Frage zurück "Was mache ich denn ohne meine Ehefrau? Wie soll ich ohne meine Frau mein Leben leben?". Tja, da gibt es halt nur ein Spiegelei zum Abendbrot.
Eine gelungene Gesellschaftskritik über die Zeit damals mit gar nicht mal soo viel Gesetz, ob Frauen wählen dürfen, sondern viel mehr geht es darum, dass sich niemals irgendwas ändern darf und vor allem um Gruppenzwang, dass alle Menschen so sein müssen, wie alle anderen Menschen.
Wer das nicht ist, wird ausgeschlossen.
Scheint heutzutage ja gerade wieder eine Renaissance zu erleben...