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BrodiesFilmkritiken
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4,0
Veröffentlicht am 3. März 2025
Bei Filmen wie diesen ist man verloren, wenn man die zeitliche Einordnung nicht zur Hand hat. Ich kenne die reale Geschichte, die der Film erzählt nicht, ebenso habe ich es nicht lückenlos drauf, die Zeit der brasilianischen Militärdiktatur einzuordnen. Daher waren mir in der ersten halben Stunde die sonstigen Umstände nicht sonderlich klar. Dann aber entspannt sich eine dramatische Grundlage über eine Frau, die durch die Höle schreitet. Mit Fernanda Torres wird das Drama in oscarreife Dimensionen getragen.
Die erzählte Geschichte ist offensichtlich tragisch und die Stimmung im Film macht durch ein Ereignis eine 180 Grad Drehung und behält diese über den Rest bei. Es ist aufgrund der Erzählung nur logisch dass man mitfühlt und gespannt und eingenommen in Richtung Leinwand/Bildschirm starrt. Das Mitfühlen verstärkt sich aber deutlich, da Fernanda Torres mit ihrer schauspielerischen Leistung den Zuschauer mitnimmt als wäre man selbst Teilnehmer und nicht nur Zuschauer.
Schockierend dass der Film nach einer wahren Begebenheit entstanden ist. Eigentlich unvorstellbar was für Emotionen dort, in dieser Geschichte, entwickelt worden sind. Aufgrund einer absoluten Meisterleistung der Schauspielerei aber vorstellbar und schließlich nachempfindbar. Der Abspann läuft an und was bleibt ist Schmerz. Wow!
"Für Immer Hier" ist für mich der (durch die Oscarnominierungen nicht mehr ganz so geheime) Geheimtipp des Jahres. Zwar braucht er eine gute viertel Stunde, bis er in Schwung kommt, ab dann erwartet einen jedoch ein hoch emotionales, ergreifendes, allem voran aber nachvollziehbares Drama, was dem starken Spiel des gesamten Casts geschuldet ist.
Brasilien in den 70er Jahren: Während die Großfamilie um den ehemaligen Abgeordneten Rubens und seiner Frau Eunice noch das schöne Leben an der Copacabana genießt, zeichnen sich die Auswirkungen der Militärdiktatur im Land immer weiter ab. Als die Beamten dann auch Rubens zum Verhör mitnehmen, verändert sich das Leben der Familie für immer.
Nach der Selbstdemontage von Emilia Perez wäre es nicht verwunderlich, wenn der Auslandsoscar dieses Jahr nach Brasilien geht, und nach ihrem Gewinn des Golden Globes darf sich auch Fernanda Torres Hoffnungen auf die begehrte Auszeichnung machen. "Für immer hier" ist ein herausragendes Drama, das unbedingt auf die Watchlist muss. Eine absolute Empfehlung!
Wenn man die Weltsituation heute betrachtet, ist das Thema der Film scharf und schmerzhaft gegenwärtig. Nämlich wie hält eine Mutter die Familie zusammen, wenn ihr Mann von der Diktatur im Land zum Verhör berufen wird und kehrt nie zurück lebendig oder tot. Die psychische und emotionale Verarbeitung des echten Fall Paiva der brasilianischen Diktatur der Siebzigern wird hier ausgepackt. Die Liebe der Familie in den guten Zeiten und in der Zeit nach dem Verschleppung des Vaters ist sehr rührend. Die Stärke und der Kampf seiner Frau für Gerechtigkeit und für die nationalen Aufklärung des Falls ist inspirierend. Die schauspielerische Leistung von allen ist beeindruckend.
Jeder, der sich schon mal mit Südamerika beschäftigt hat, kennt die Zeit der Militärdiktaturen dort. Kein Land war vor ihnen sicher; in manchen Ländern dieses Kontinentes haben sie bis heute überdauert. Dieser Film zeigt ohne krasse Schockelemente die Auswirkungen der Verhaftung des Vaters auf die Familie. Dank einer starken Frau gelingt es, das Warten igendwie erträglich zu gestalten und letztendlich den Verlust zu ertragen. Obwohl wir erst März haben, wird dieser Film einer meiner cineastischen Sternstunden dieses Jahres sein - vielen Dank den Machern!
Wow! Mega Film. "Für immer hier" ist ein fantastischer Film: Eine ergreifende Geschichte, brillante Schauspielkunst und meisterhafte Montage – einfach überwältigend.