Der Brutalist
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Bernd K.
Bernd K.

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1,5
Veröffentlicht am 1. Februar 2025
Die erste Hälfte des Films, während es im zweiten Teil nur noch abstrus wird. An Architektur ist der Film gar nicht interessiert. Der Film lebt von einem plumpen Anti-Amerikanismus. Die Einstellungen wiederholen sich und das Caravaggiolicht mit denen Menschen ständig angestrahlt werden, nervt irgendwann nur noch. Oder die ewig gleichen Straßensufnahmen am Boden. Wieder und wieder die gleichen Ideen in einem langatmigen Film.
Es ist mir komplett schleierhaft, dass dieser Film Preise bekommt.
Cursha
Cursha

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4,5
Veröffentlicht am 4. Februar 2025
Die Ouvertüre setzt ein. Ein Schiff fährt in den Hafen ein. Eine einzige Kameraeinstellung. Alles wirkt unruhig. Die Kamera dreht sich wild umher. Ein epochaler Soundtrack setzt ein. Die Freiheitsstatur steht zunächst auf dem Kopf. Der Titel blendet ein. The Brutalist! Seit langem mal wieder Gänsehaut im Kino.
Es ist wahrlich beeindruckend was Bradley Corbet mit seinen gerade einmal 10 Millionen Dollar auf die Leinwand gezaubert hat, denn „The Brutalist“ wirkt wie ein aus der Zeit gefallenes Meisterwerk, das sich den Titel Epos nicht nur wegen seinen 3,5 Stunden Laufzeit verdient hat, die sich nie so angefühlt haben.
László Toth ist ein Architekt, ungarischen Ursprungs und jüdischen Glaubens, dem während der NS-Zeit die Flucht ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten gelingt und dort zunächst bei seinem Cousin unterkommt. Nach einem Auftrag im Haus eines reichen Unternehmers wird dieser bald auf seine Arbeit aufmerksam und möchte dass Toth ein einzigartiges Gebäude für ihn entwirft und bauen lässt.
Alleine durch seine Struktur wirkt Corbets Epos wie aus der Zeit gefallen. Die Textur der Bilder erzeugt einen glaubhaften Realismus, der durch die Einstellung im Format den Eindruck einer echten Biografie erzeugt, obwohl die Geschichte frei erfunden ist. Der tragende Soundtrack untermalt dazu die riesigen Bilder, die Corbets auch mit geringem Budget besser zaubert, als Millionen schwere Hollywoodblockbuster.
Dank der Unzähligen Themen und dem starken Drehbuch schafft er es auch über die gesamte Laufzeit nie langweilig oder langatmig zu werden. „The Brutalist“ zelebriert den amerikanischen Traum, der aber schnell in die harte Realität schlägt. Auch wenn der Film in der Vergangenheit spielt, so hat er doch stets eine erschreckend aktuelle Note, die auch leider nie ihre Wirkung verlieren wird. Lászlós Talent wird zu jeder Zeit von jenen ausgebeutet, die es selbst nicht haben. Diese geben sich zunächst kultiviert und höflich, nur um dann doch recht schnell die Fratze des Rassismus zu werden, der jeden Menschen verabscheut, der nicht in ihr ebenfalls sehr arisches Rollenbild passt. Das Kapital bestimmt alles und so bleibt die Macht immer bei den selben und auch großes Talent hat keine Chance sich hervorzutun. Was sich, nicht nur in den USA, wieder stark beobachten lässt. „The Brutalist“ greift sämtliche großen Themen auf und balanciert diese ausgewogen über die 215 Minuten Spielzeit. Man könnte ihm zwar vorwerfen dass er etwas zu dick aufträgt, jedoch finde ich alle Thematiken richtig und wichtig, auch im aktuellen politischen Diskurs.
Hervorheben muss man an dieser Stelle auch die darstellerische Leistung der drei Hauptfiguren. Adrien Brody ist ein echtes Brett und übertrifft seine Leistung aus „Der Pianist“ nochmal deutlich. Mit ihm steht und fällt alles. Aber sein Spiel ist wahrlich beeindruckend und eines der besten, welches ich je gesehen habe. Felicity Jones als dessen Frau, taucht zwar erst in der zweiten Hälfte auf, doch auch sie zeigt erneut, weshalb sie so eine ausdrucksstarke Darstellerin ist. Guy Pearce als Widersacher Harrison gibt zudem die beste Leistung seiner Karriere und beschert ihm endlich die Aufmerksamkeit, die er schon lange verdient.
Kurz: „The Brutalist“ verdient sich den Rang des Epos und wirkt dank seines Handwerks, positiv aus der Zeit gefallen. Das Schauspiel ist überragend und die Dialoge und Struktur so mitreißend, dass man nie den Eindruck hat 215 Minuten Film zu sehen. Auch Thematisch nimmt er den amerikanischen Traum auseinander und passt mit all seinen Themen wunderbar in die Zeit und ist noch immer ein mahnendes Mahl!
Isabelle D.
Isabelle D.

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5,0
Veröffentlicht am 19. Februar 2025
"Der Brutalist" von Brady Corbet ist ein Film, der auch nach dem Abspann noch lange nachklingt. Erzählt wird die fiktive Geschichte des ungarischen, jüdischen Architekten László Tóth, der nach dem 2. Weltkrieg in die USA auswandert. Seine Ehefrau und seine Nichte bleiben erstmal zurück. Er kommt bei seinem Cousin Attila unter, der ein Möbelgeschäft besitzt, zum Christentum konvertiert ist und eine Katholikin geheiratet hat. Attila hat auch seinen ungarischen Namen abgelegt und sich den englischen Namen Miller zugelegt. László designt moderne Möbel für seinen Cousin und als später der Sohn eines reichen Mannes im Geschäft auftaucht, um die Bibliothek seines Vaters neu gestalten zu lassen, scheint es so, als könnte der Architekt wieder in seinem Beruf arbeiten und Erfolg haben. Er handelt einen fairen Preis aus und sein Cousin ist hellauf begeistert. Das Ganze hat nur einen Haken: Der Vater weiß nichts davon, dass seine Bibliothek komplett umgestaltet wird - und er hasst Überraschungen.

Danach geht es für László bergab. Der Sohn weigert sich, die Arbeit zu bezahlen. Attila gibt seinem Cousin dafür die Schuld. Obendrein hat Attilas Frau László beschuldigt, sie angebaggert zu haben. Das ist zu viel für ihn und er schmeißt László raus. Obdachlos, arbeitslos und ohne Geld versucht er sich irgendwie durchzuschlagen. Als ob das so nicht schon schwer genug wäre, hat er aufgrund einer Verletzung Morphium bekommen und kommt nun, lange nachdem die Verletzung verheilt ist, nicht mehr davon los. Immerhin freundet er sich mit dem jungen Vater Gordon an und die beiden unterstützen sich gegenseitig, so gut sie können - sind aber beide Morphium-süchtig.

Das Blatt wendet sich, als der Mann, für den László die Bibliothek umgestaltet hatte, ihn wieder aufsucht. Die Bibliothek ist inzwischen prominent in einem Architektur-/Design-Magazin als leuchtendes Beispiel für moderne, minimalistische Architektur präsentiert worden. Harrison Lee Van Buren - so der Name des einflussreichen Millionärs - hat daraufhin Erkundigungen über Tóths Arbeiten in Ungarn eingeholt und ist nun völlig euphorisch. Er lädt László auf sein Anwesen ein und stellt ihn seinen ebenfalls einflussreichen Freunden vor. Außerdem will er, dass der Architekt für ihn arbeitet und ein Kulturzentrum im Namen seiner verstorbenen Mutter für ihn entwirft und baut.

Doch das Machtgefälle zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer bleibt. Und László bekommt immer wieder zu spüren, dass die überwiegend christlichen Menschen in der Gegend ihn nicht dort haben wollen - genauer: grundsätzlich keine Juden und Ausländer in "ihrem Land" haben wollen. Das Gefühl geht auch nicht weg, als seine Frau und seine Nichte endlich nachreisen können und die Familie wieder vereint ist. Sie wohnen alle drei im Gästehaus von Van Buren und sind so vollkommen von seiner Gunst und seinem Wohlwollen abhängig. Van Buren genießt es, László und seine Familie wie exotische Tiere seinen einflussreichen Freunden vorzuführen und sich über sie zu amüsieren. Als wäre László ein Maskottchen oder ein Tanzbär für ihn. Van Burens Sohn eifert seinem Vater nach und benimmt sich noch offensichtlicher wie ein Arsch. Maggie, die Tochter, ist noch halbwegs freundlich, kommt aber gegen die Männer überhaupt nicht an.

Das Drama nimmt seinen Lauf, als die Kosten für das Kulturzentrum immer weiter steigen, und László sich weigert, Abstriche zu machen. Er fühlt sich als Künstler unverstanden, ist noch immer süchtig, ist enttäuscht, weil es mit seiner Frau nicht mehr so ist wie früher, ist frustriert, weil er sich nicht willkommen fühlt und weil ihn die Amerikaner wie einen Menschen zweiter Klasse behandeln, egal, wie hart er arbeitet, egal, wie sehr er sich anstrengt. Es scheint nie genug.

So, jetzt habe ich genug von der Handlung verraten. "Der Brutalist" ist nicht nur ein Film über einen genialen Künstler, über Architektur und die Schönheit des Einfachen, er ist auch ein Film über Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus, soziale Ungerechtigkeit und Machtgefälle. Er seziert den "Amerikanischen Traum" und entlarvt ihn als Lüge. Und das tut er in atemberaubenden Bildern, mit einem eindringlichen Soundtrack, der die Stimmungen der Figuren und die Atmosphäre perfekt untermalt, und vor allem mit schmerzhaft guten Schauspielern, die so überzeugend und facettenreich spielen, dass man vollkommen vergisst, dass die Geschichte nicht von echten Menschen handelt.

Fazit: Ein großartiger Film, der keine Sekunde seiner mehr als 3,5 Stunden (inkl. Pause) langweilig wird. Unbedingt sehenswert!
Philipp Kunze
Philipp Kunze

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1,5
Veröffentlicht am 15. März 2025
Es fällt mir bei all der positiven Kritik schon schwer diesem Film "nur" 1.5 Sterne zu geben. Aber er spiegelt einfach auch meine enttäuschte Erwartungshaltung wieder. Ich liebe Adrian Brody und die Vorabkritiken waren ja kaum zu toppen. Entsprechend enttäuscht war ich von der sehr langatmigen Erzählweise über 3,5h und das Ende hat es leider auch nicht geschafft mich umzustimmen.
beco
beco

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3,5
Veröffentlicht am 15. Februar 2025
Ein Film, der den mehr oder weniger verzweifelten Kampf um Anerkennung, um ein Platz in der Gesellschaft in sehr verschieden Facetten zeigt, die Niederlagen, aber auch die Siege.
Besonders die Frauen zeigen sich hier überlegen. Erzsébet als Ehefrau von László Tóth und seine Nichte Zsófia treffen selbstbewusste Entscheidungen für ein Leben ohne unterschwellige und offene Diskriminierung, während sich László verkämpft, Kompromisse eingehen muss und erst am Ende seines Lebens die Würdigung erfährt, die ihm zusteht.
3 ½ Stunden sind eine Ansage, aber keine Zumutung, sehenswert
Frriday
Frriday

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2,0
Veröffentlicht am 18. August 2025
Der Brutalist ist eine herbe, über dreistündige cineastische Enttäuschung – auch wenn die Darstellung von Adrien Brody außergewöhnlich gut war. Die Geschichte um den fiktiven Architekten László Tóth ist in weiten Teilen widerwärtig, vulgär und unerträglich und hinterlässt einen faden Beigeschmack. Hängen geblieben sind mir die Darstellungen von Sexualität und Drogenmissbrauch, nicht aber die politische Botschaft oder die Erinnerung an das Leid, das der Nationalsozialismus hinterlassen hat.
Davki90
Davki90

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3,0
Veröffentlicht am 26. April 2025
Adrien Brody, wurde zum zweiten mal für den Oscar nominiert und hat ihn auch gleich zum 2. mal gewonnen und erst noch für die ähnliche Rolle. das hat vor ihm, glaube ich noch niemand geschafft. Hut ab, dafür. Der Film ist sehr gut gemacht, mit sehr beeindruckenden Bildern und einem tollen cast. Mir war er aber viel zu lang. Inhaltlich, hatte er seine schwächen. Die Bilder alleine, reichen hier nicht aus. Weiss nicht, wieso er so lang sein musste. Adrien Brody und seine Leistung, werte ich Ihn noch etwas auf. Man benötig aber sehr viel Sitzleder.
Breite Masse im Hintergrund
Breite Masse im Hintergrund

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2,5
Veröffentlicht am 6. Februar 2025
Ich kann mich der positiven Kritik leider nicht anschließen. Rein technisch und von den darstellerischen Leistungen her mag "The Brutalist" zwar ganz gut sein (das war Killers Of The Flower Moon auch), aber an der Geschichte hapert es für mich massiv. Überhaupt keine Spannung drin, es wird nichts gewagt. Wer noch das alte Videospiel "The Movies" kennt, bekommt sicherlich wie ich den Eindruck, dass man genau drauf geachtet hat, was auf der Leinwand passieren muss, um die begehrten Awards abzugreifen. Fast schon wie so ein konstruierter ESC-Song. Für mich daher leider durchgefallen und ich bin froh, dass ich es hinter mir habe.
Rob T.
Rob T.

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1,0
Veröffentlicht am 17. Juni 2025
Mehr als dreieinhalb Stunden. Bringt man ein dermaßen episches Werk in die Kinos, muss man echt abliefern.
Hier ist es der amerikanische Traum, der erzählt werden soll.

Der jüdische Architekt László Tóth (Adrien Brody) wandert nach dem Zweiten Weltkrieg in die USA aus. Er will sich ein neues Leben aufbauen.
Er bekommt einen Job in einem Möbelladen, bei seinem Cousin Attila (Alessandro Nivola). Sie sollen einen Großauftrag bekommen, für ihn könnte das eine große Chance als Architekt werden. Doch die Aktion läuft schief, László landet auf der Straße, bekommt ein Drogenproblem, kommt ein eine Abwärtsspirale. Das Ende des Traums?

215 Minuten dauert Brady Corbets Film „Der Brutalist“. Und er ist:
Zu lang. Viel zu lang. Viel, viel zu lang. Und langweilig. Zu langgezogen. Und voll mit pseudokünstlerischen Momenten. Es ist einer dieser Filme, die einem fast permanent das Wort „KUNST!“ entgegenschreien. Bis zum Schluss, wenn der Abspann schräg durchs Bild läuft – denn es ist ja Kunst, und bei der Kunst geht es nicht darum, lesen zu können, was im Abspann steht.
Und es hat ja auch funktioniert, der Film bekam diverse Oscar-Nominierungen. Adrian Brody bekam den Oscar als bester Hauptdarsteller. Wie überhaupt sich die Kritiker überschlagen, und die Preise regneten auch auf das Werk ein.
Dabei fehlt es dem Film weitgehend an echter Spannung oder Timing, er bleibt kühl und verschlossen, erst gegen Ende sind Emotionen zu erahnen, die der Film dann aber letztlich doch nicht zulässt.
Dreieinhalb Stunden. Sicherlich anderthalb zu viel.
David Willson
David Willson

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3,5
Veröffentlicht am 27. Februar 2025
Was verrät der Titel eines Films?
Wenn man der Brutalist hört, erwartet man eine Person die seine Ziele durchsetzt egal was für Brutalität dafür benötigt wird. Ja, so passt es zu dem Film. Brody (als Laszlo Toth, der weltberühmte ungarisch-jüdische Architekt) verkörpert manchmal auf verstörender Art und Weise, wie jemand besessen von seiner Kreativität und vielleicht der Verarbeitung seiner eigenen Dämonen und Schmerzen, was erreichen kann. Brutalität kommt, aber in verschiedenen Aspekten des Films vor, überall wird 'brutal' schnell hingefahren, die Hintergrund Musik ist oft brutal unangenehm laut. Und die Handlung in den meisten der Beziehungen im Film sind 'brutal' fragil, beleidigend, gewaltig und fast alles außer normal oder schön.
Jeder Zuschauer muss für sich entscheiden - wie und wo oder bei wem der Titel 'der Brutalist' sich am wohlsten fühlt!
Grundsätzlich aber der Titel beschreibt das Architektur Form, was mit 'kaltem' Beton arbeitet.
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